Nahost

Der starke Tobac des Michael Wolffsohn

Das gängige Mantra: Israel, das Judentum und die jüdische Religion fallen in eins; den partiell gepflegten Gottesstaat eingeschlossen. Die Beschneidungsdebatte(n), gerade die in deutschen Landen und nach dem sog. "Kölner Urteil" rütteln nun doch erkennbar an diesem Postulat. Neue Koalitionen wohin man schaut und die eingeübten Feindbilder samt allfälliger Rhetorik werden schneller gewechselt als so manche Unterwäsche. Skurrile Querfronten sind erkennbar und gewollte, andauernde Gefolgschaft erfodert ein hohes Maß an relativierender Elastizität; natürlich ohne kritischen Blick in den Spiegel.

Linke Buchtage vs. Laika Verlag

Zitat: "Die Zusammenstellung des Bandes insgesamt ist unserer Ansicht nach zu kritisieren. Statt die Vorgänge auf und um die Mavi Marmara aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten, wird eindeutig Position für die sogenannte Hilfsflottille bezogen. Dieses Buch verwehrt sich jeder Distanz, jeder abwägenden Analyse, die Kritik geht nur in eine Richtung und bedient antisemitische Ressentiments."

Burg, Brumlik, Beinart - ein Zwischenruf

Weniger wäre mehr, gern zugestanden. Nur wird dieser Blog hier nicht betrieben um am eigenen Wissen bzw. Wesen die Welt genesen zu lassen, wird jedweder sog. Qualitätsjournalismus eher nicht angestrebt. Mehrere Bücher gleichzeitig und in einem jeweilig passenden Umfeld zu lesen mag unorthodox erscheinen, sind Synergieeffekte ebenso möglich wie das "sich verlieren" in jeweiligen Details. Daher hier also dieser Zwischenruf, quasi eine Wasserstandsmeldung.

Avraham Burg: "Hitler besiegen"

Um es einleitend deutlich zu sagen: Dieses Buch hat mich in erheblichem Umfang zu einem erweiterten, einem tieferen Blick auf Israel, auf das Judentum geführt. Darüber hinaus lassen sich gerade die religionsphilosophischen Kontexte in einem faszinierend aktuellen Bezug zu lesen und verstehen, obwohl das Buch in seiner ersten, hebräischen Ausgabe bereits aus dem Jahr 2007 stammt.

Is Israel on the high road to fascism?

Mittlerweile ist es nicht mehr so ungewöhnlich, wenn große Medien auf Blogs verweisen, deren Themen diskutieren. Hierzulande dennoch beinahe als eine Rückversicherung zu verstehen, soweit es um Israel, Antisemitismus etc. geht, als eine durchaus wirksame Entschuldigung, dass man ja lediglich ein Überbringer der Botschaft sei.

Lektüre zum neuen Jahr

"However, living here and rubbing shoulders with settlers and Palestinians also influenced his political views, he adds. "When I came here I believed in a two-state solution. Over time I learned that this is nonsense. There is no such solution and there never will be. This is one country and that's how it will continue to be. Each of the two peoples want the other to leave here, but you will have to find a way to live together. Without separating."

Last week ...

"Nicht provozieren lassen", das wäre wohl der zielführende Rat an die Araber im Umgang mit Israel. Der partielle Aufstand einer von neoliberaler Umgestaltung bedrohter Mittelschicht im Inneren und die zunehmende, internationale Isolation im Äußeren sind schlechte Vorzeichen für den in die Enge getriebenen, rechten Regierungsblock mit einem absoluten Hardliner an der Spitze. Die speziellen Konflikte mit Ägypten und der Türkei kommen dazu und Haaretz erkennt die fehlenden Optionen jenseits der Gewalt.

80 Nichtregierungsorganisationen

Und es sollte zukünftig wichtig werden, ausländische Medien zu konsultieren. Auch ohne den Maulkorb der (kleiner 10%) Linke werden die der Staatsraison unterworfenen, sich sehr freiwillig unterwerfenden Medien hierzulande bestenfalls tendenziös berichten; im Allgemeinen und auch im Speziellen, dem hier kurz zu thematisierenden Fall.

Sechs Jahre später

Aus der New York Times, vom heutigen Tage und mit einem irritierenden Blick auf entgleisende Maßstäbe und Relationen unserer christlich-abendländischen Leitkultur. Wer zählt die Millionen Menschen, die immer neuen Kollateralschäden; und wo sich dort im Irak nichts von dem, von den Atomwaffen fand, wofür bzw. wogegen "unsere" damalige Oppositionsführerin, nach meiner Erinnerung, sich bereits 2003  gern eingereiht hätte, in den Chor einer Koalition der Willigen. Mittlerweile und nun keine Oppositionsführerin mehr, freut sie sich gar öffentlich über den Tod eines Menschen, hätte allen Grund, anläßlich dieser Geschichte hier sich eher in einer (so hört man doch immer wieder?) familiär sozialisierten, christlichen Demut zu üben.

Kindermund tut Wahrheit kund,

und der mediale Mainstream fordert die Entlassung, sprich Bestrafung des Kindes. Vor einigen Monaten noch war dieser McChrystal ein neuer Hoffnungsträger der großen Meinungslautsprecher, auch hierzulande. Endlich sollten die Weichen dort in Afghanistan zum Positiven gestellt werden, die "neue" Strategie ein Vietnam 2.0 verhindern. Er wird kommen, dieser Vietnam-Reload, diesmal (vielleicht) unter dem anderen Hoffnungsträger mit absolut zielführenden Namen: Bushama!

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