25 Dez 2014

Nordland 2014 / Norwegen & Schweden

Submitted by Bernd

Nach mehr als 40 Jahren mal wieder in Norwegen; und auch mein letzter Aufenthalt in Schweden liegt bereits 35 Jahre zurück. Da ist mit Sicherheit viel nachzuholen.


Wer die letzten Tage, das Aufwärmen in Jütland verfolgen möchte: Bitte hier entlang ...


Am Dienstag den 23.09.2014 finde ich mich rechtzeitig im Fährhafen von Hirtshals, ganz oben im Norden von Jütland ein und konnte nach kurzer Wartezeit dann auf das Schiff (Video) fahren. Die Überfahrt nach Kristiansand hatte ich bereits in Deutschland über das Internet gebucht und auch das Navi kennt bereits die weitere Route bis nach Fosseland in Südwestnorwegen.

Wie die Überfahrt und die Anfahrt zur Unterkunft verlief, das ist via Bild und Video in dieser Galerie zusammengefasst.

Auch die erste Unterkunft in einem sogenannten Vandrerhjem in Fosseland hatte ich über das Internet bereits in Deutschland gebucht und bin schlußendlich,  kurz vor 18 Uhr und bei anhaltend schlechtem Wetter auf dieser Route auch wirklich angekommen. Nicht nur Übernachtungen, die Lebenshaltungskosten insgesamt sind in Norwegen deutlich höher als in Deutschland und daher war ich gespannt, was mich dort für lediglich gut 40 Euro (ohne Frühstück) erwartet ... Und war dann positiv überrascht. Klar, klein, eng, aber ein Zimmer für mich allein und gar mit Dusche und WC. Dazu ein Gemeinschaftsbereich incl. kleiner Küche für die insgesamt wohl sechs bis acht Zimmer in diesem -natürlich-Holzhaus. Kurz und knapp, ein Video vom Zimmer.

So, wie ich es meist halte, war nur die erste Übernachtung fest gebucht. Erst mal die Nacht überstehen und schauen wie das Wetter sich entwickelt; das war und ist meine insgeheime, selbsauferlegte Handlungsanweisung. Ok, die Nacht war ruhig und auch sonst angenehm, das angesagte Wetter soll ausnahmsweise mal schön werden. Das mit dem selbst zubereiteten Frühstück in der Gemeinschaftsküche klappte auch und so führte mich -zwecks Verlängerung um einen Tag- der Weg dann zum Vermieter dieser Räumlichkeiten; auf dem Gelände in einem separaten Haus wohnend.

Alles klar, darf noch eine Nacht bleiben und nutze die Zeit für eine Fahrt an die Küste.



Mittwoch, der 24.09.2014:
 


Blick vom Fuße des Leutturms in Lindesnes

 

Vom Wetter her dürfte es ein sehr schöner Tag werden und so habe ich mir diesen Rundkurs während des Frühstücks dann überlegt. Dann geht es los, kurz nach 9:30 und bei noch leicht diesigem Wetter. Und wie könnte es anders sein für mich als Mensch aus dem Binnenland, so stehen Leuttürme (gleich zwei) auf dem Programm.

Alles Weitere und inclusive dreier Videos in dieser Bildergalerie ...



Donnerstag, der 25.09.2014:

Weiterhin eher Schmuddelwetter, und nehme ich mir vor, einfach nordwärts, Richtung Bergen zu fahren; etwas so. Es geht über diverse Brücken und Inseln, auch zwei Fährverbindungen sind zu bewältigen. Sogenannte Roll-on / Roll-off Fähren sind in relativ engen Taktzeiten unterwegs (30 bis 60 Minuten) und man kommt kaum dazu sich in der Kaffeeteria einen ebensolchen in Ruhe zu gönnen. Ok, Cafe to go  geht auch; falls der Regen mal etwas nachlässt.

Nördlich von Stavanger, eine etwas längere Fährpassage auf einer größeren Fähre hinter mir gelassen, so biege ich dann ins Landesinnere ab; immer auf der Suche nach einem halbwegs passablen Campingplatz mit kleinen, ggf. auch für zwie Tage mietbaren Holzhütten. Als Auffangposition habe ich mir einen Campingplatz bei Røldal ausgesucht; auch wenn mir die Hütten dort etwas zu groß erscheinen. Vielleicht schlafe ich im Auto, oder im Zelt ...

Die Tour gestaltete sich dann schließlich genau so, war unterwegs und auch mit entsprechendem Kartenstudium, entsprechender Internetrecherche nichts zu finden, was mir wirklich behagte. Dann also bis Røldal, auf genau dieser Route.

Auf dem Campingplatz war ich offensichtlich der einzige Gast, die großen Holzhäuser schienen leer. Auch die Rezeption war nicht besetzt. Wenngleich ... der Sanitärbereich war offen und auch den Gemeinschaftsraum, gar mit funktionierendem WLan konnte ich nutzen. Ein Anruf bei der angeschlagenen Telefonnummer ergab, dass ich willkommen sei, es mir bequem machen solle und ggf. einfach mein Zelt aufstellen. Es wird mich wahrscheinlich niemand stören.

Alles Weitere und bis zum Gute-Nacht Gruß aus dem Zelt - in dieser Fotogalerie ...

 


Freitag, der 26.09.2014:


Guten Morgen ...

Ich verkrieche mich erstmal in das Auto und programmiere dann den Kurs zum nächsten Ziel. Dieses habe ich mir gestern nach dem Abendessen in Rahmen meiner Recherchen zur weiteren Route herausgesucht; und liegt nur rund 150 km entfernt. Es soll der Wasserfall von Tvindefossen, der dortige Campingplatz sein, haben die wohl auch kleine Miethütten im Angebot. Nach dieser (letzten?) Nacht im Zelt muss es auf jeden Fall mal wieder ein halbwegs richtiges Bett sein.

Keine drei Stunden und trotz Dauerregen auf (eigentlich) schöner Strecke, auf dieser Route.

Kleinere Wasserfälle begleiten meinen Weg, als ich Røldal noch vor 11 Uhr dann verlasse, läßt sich später sogar der blaue Himmel ein wenig sehen. Ein Regenbogen darf auch nicht fehlen, begleitet mich ansonsten und bis zum Ziel ... der Regen.
 

Gegen 14 Uhr ist der Campingplatz erreicht. Zwar direkt an der Straße, dürfte deren Geräuschkulisse aber vom Rauschen des Wasserfalls deutlich überlagert werden.

Das Anmieten der Hütte klappt ohne Probleme, ist auch der Tag noch nicht zu weit vorangeschritten. So entschließe ich mich, den Wasserfall auch mal näher anzuschauen. Auf der Karte ist eine kleine Schotterpiste zu sehen, von der man dann nach einem kurzen Fußmarsch oben an die Fälle heran kommt.

 

<-- Give 'em a klick ...

 

 

 

Samstag, der 27.09.2014:

Nach wie vor Regen! Wann hört das endlich mal auf? Aber immerhin brauche ich diesmal kein Zelt abbauen, kein gar noch feuchtes Zelt mühsam im Auto verstauen. Im Gegenteil, das Zelt hatte ich gestern abend in der geräumigen Hütte zum Trocknen aufgehängt, es heute vor der Abreise im Trockenen, in eben dieser Hütte wieder sauber zusammengerollt.

Recht früh, bereits kurz nach 9 Uhr bin ich unterwegs und will erstmal weiter nach Norden hoch. Nur das Wetter will nicht mitspielen, ganz im Gegenteil, wird es noch unangenehmer, noch kälter und Regen fast ohne Pause (Video). An der ersten Fährverbindung bei Vangsnes muss ich mich dann entscheiden; eher rechts die Fähre Richtung Hella, oder die nach Dragsvik/Sognefjord und weiter hoch in den Norden.

Ich wähle die Fähre nach Hella und somit die Fahrt landeinwärts; schlußendlich also Richtung Lillehammer. Das Sveastranda-Camping bei Redalen und etwas südlich von Lillehammer gelegen habe ich mir als ein Ziel, als eine Alternative herausgesucht. Nicht ganz ohne Hintergedanken, denn etwas weiter nördlich liegt dort der mir von einem Norwegenkenner empfohlene Rondane Nationalpark.

Zusammengefasst also wie in dieser, etwas umfangreicheren Bildergalerie ...

Nicht viel später ist dann auch die zweite Fähre des Tages, diejenige südöstlich von Kaupanger geschafft und nach einem sich gleich anschließenden langen Tunnel wird das Wetter sichtbar und fühlbar besser. Noch ehe der anvisierte Campingplatz erreicht wird, ist es bei mittlerweile wirklich schönem Wetter Zeit für eine Pause.

Dann das letzte Stück. Nach knapp neun Stunden on tour  bin ich angekommen. Der Zeltplatz mit seiner Infrastruktur, die Lage am See und auch die Hütte, gar das WLan in eben dieser: alles passt! Spontan enschließe ich mich, gleich für zwei nächte zu bleiben und werde morgen dann eine Roundtour in den nördlich, oberhalb von Lillehammer gelegenen Rondane-Nationalpark machen.

Nun denn, das war die Route des Tages und hier kommen noch einige Bilder vom Campingplatz.


Zeit für einen Abendspaziergang (Video); und danach wartet das Bett ...

 

Sonntag, der 28.09.2014:

Die Nacht war gut, das Frühstück bei dieser Ausstattung der Hütte beinahe noch besser. Erst kurz vor 11 Uhr mache ich mich auf den Weg, hält sich das Wetter noch ganz passabel. Es geht zuerst an Lillehammer vorbei und dann bis zum Abzweig in den Park bei Ringebu weiter auf der E6. Habe mir einen kleinen Rundkurs ausgedacht -etwa so- und mag oben im Park bei gutem Wetter dann etwas wandern.

Es ist der südliche Teil des Parks, den ich dann zwischen Ringebu und Atna kreuze. Das Wetter trübt sich zunehmend ein, ein kalter Wind kommt auf und Regen sowieso. Bei dieser Perspektive bleibt nur wenig Lust, mehr als ein paar Schritte zu gehen, einen wohl ehemals königlichen Landmarker zur Grenze zwischen den Provinzen Hedmark und Oppland, sowie ein Hinweisschild auf die dort möglichen Wandertrails abzulichten.

Das Ganze auch eingefangen in diesem Video - und auf dem Rückweg, fast wie bestellt, wird es wieder schön ...

 

Montag, der 29.09.2014:

Heute nun ist Abschied nehmen angesagt, geht es gegen 9 Uhr los, liegen gut 300km vor mir bis nach Karlstad in Schweden.

Der von mir vorab recherchierte und dann auserkorene Campingplatz wird nach rund sieben Stunden und auf dieser Route, gegen 16 Uhr erreicht. Er liegt direkt am Vänern, dem größten schwedischen Binnesee.

Hier kommt nun das Wesentliche:  mein Hausmein Bettmeine Küche - und Internet/WLan funzt ebenfalls.


Es ist noch früh am Tage, Zeit für den Besuch eines Originals im Land seiner Herkunft (vorhin bei der Anfahrt auf Karlstad gesehen). Ok, keine Überraschung, alles wie bei uns gewohnt. Mit der Ausnahme vielleicht, dass die große Kaffeeteria nicht -wie hierzulande- am Anfang liegt, sondern ungefähr in der Mitte des Rundkurses. Wahrscheinlich und wenn man sich auskennt, gibt es auch dort einige Abkürzungen.

Zurück also vom nahen Schoppingparadies, folgt nun (inclusive Video) der abendliche Spaziergang am Strand.

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Einschub aus gegebenem Anlaß:

Es wird Zeit, sich Gedanken wegen der konkreten Route für die Rückfahrt zu machen.

Irgendwie von rechts (oben) kommend habe ich verschiedene Optionen, alle mit gewissen Vor- aber auch Nachteilen verbunden. Ohne eine weitere Fährverbindung geht es wohl nur, wenn ich von Malmö über die Brücke nach Kopenhagen und dann immer westlich (Slagelse, Odense, Kolding) durch Dänemark bis nach Jütland fahre; also meine anfangs der Reise gefahrene Strecke wieder einmünde. An Kilometern wohl die längste Strecke mit mindestens zwei gebührenpflichtigen Brücken und einer weiteren Übernachtung in Dänemark.

Dann doch eher eine der verschiedenen Fährverbindungen wählen. Sowohl diejenige über die sog. Vogelfluglinie (Rodby/Fehmarn), als auch diese über Gedser/Rostock scheinen mir nur suboptimal, führt ebenfalls über Malmö und Kopenhagen; wollte ich gern vermeiden.

Dann schon eher Trelleborg/Sassnitz (auf der Karte etwas hineinzoomen). Das ist mittlerweile, seit dem Ende der DDR wohl die klassische Verbindung von und nach Schweden. Dennoch ... Eine Verbindung hatte ich bis dato nicht so konkret auf dem Schirm, verdanke ich diese Möglichkeit einem Hotelier in Ducherow bei Usedom, bei dem im August 2014 für einige Tage Quartier zu nehmen war. Es ist die Verbindung vom schwedischen Ystad nach Swinemünde in Polen. Von der reinen Fahrzeit über das Meer zwr die längste Tour, ansonsten jedoch relativ genau und direkt dann wieder zurück nach Berlin führend. Und genau diese Variante (mit einer kleinen Abweichung, weiter unten vermerkt) wurde es dann.

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Dienstag, der 30.09.2014:

Wie im vorherigen Absatz diskutiert, so ist Ystad nun als Fährhafen auserkoren, soll die Passage und wie im Internet recherchiert mit den Polferries stattfinden, das Schiff Ystad gegen 14 Uhr verlassen sollte und nach sechs Stunden Fahrtzeit gegen 20 Uhr in Swinemünde dann eintreffen wollte. Daraus ergibt sich nun die Vorbereitung für die letzte Nacht auf schwedischem Boden.

Habe mich daher für das Torne-Camping entschieden, sollte von dort aus Ystad dann morgen gut und rechtzeitig zum Einschiffen (mindestens eine Stunde vor Abfahrt) erreichbar sein. Alternativ würde ich ggf. eben dort bei Torne im Auto oder einem B&B übernachten wollen/müssen. Ein letzter Blick auf das Swecamp in Karlstad, auch auf "mein" Haus (gleich das erste links), ehe es dann spät, nach 11 Uhr auf  die Tour von rund 400 Kilometern geht.

Deutlich vor 18 Uhr ist der Campingplatz in Torne auf dieser Route erreicht. Weiteres zur Anfahrt  in der Bildergalerie ...


 

Mittwoch, der 01.10.2014:

Gestern nach der Tour und der Hausübernahme war ich zu müde für einen Spaziergang am See. Heute bin ich früh wach und will auch möglichst früh los in Richtung Ystad. Bin vorher aber eben nochmal kurz an den See gefahren, einige Schritte gelaufen.

Noch deutlich vor 9 Uhr geht es dann los, sind keine 200 Kilometer bis zu Fährhafen unter diie Räder zu nehmen. Weit vor 13 Uhr ist das Fährterminal erreicht, der Ticketkauf (umgerechnet ca. 90 Euro incl. Fahrzeug) erledigt und gegen 13 Uhr darf ich auf das Schiff fahren. Primär scheinen LKW die Fähre zu nutzen, wurde mir gleich neben der Auffahrt eine Nische zugewiesen, ein anderer, dennoch eher kleiner LKW dann direkt vor mir plaziert. Ok, hoffentlich rutscht der bei starkem Seegang nicht auf mich rauf; dachte ich so bei mir, nahm Rucksack und Laptop an mich und verließ den eher nicht so reizvollen Raum im Schiffsbauch.

Oben in der obligatorischen Kaffeeteria angekommen und noch im Bereich des schwedischen Mobilfunks rief ich den bereits erwähnten Hotelier bei Ducherow an und reservierte mir ein Zimmer für die Nacht. Soweit so gut und mehr dann in dieser Bildergalerie.

Was mir nicht gleich klar war, und zu meiner Schande gestanden auch nicht wirklich recherchiert habe, das ist die Tatsache einer notwendigen weiteren Fährverbindung über die Swine; um in den westlich gelegenen Teil von Swinemünde und dann nach Deutschland, nach Ducherow zu kommen. Obwohl ich und wie in der Bildergalerie zu sehen, bereits gegen 20 Uhr fertig zum Ausschiffen war, so zog sich diese Prozedur dann hin; und erst nach 21 Uhr war ich an der Swine. Der kleinen Fähre konnte ich beim Ablegen noch hinterher schauen und die nächste geht so gegen 22 Uhr ...

Dann endlich ist auch das geschafft und nach Swinemünde-West, bereits auf deutscher Seite rufe ich meinen Quartiergeber an und avisiere die Ankunft für 23 Uhr. Das passt, ging es dann mit exakt 22:44 sogar noch etwas schneller.

Und das war die (kombinierte) Tour des Tages.


 

Donnerstag, der 02.10.2014:

Eines ist klar, falls ich nochmal (vielleicht schon im nächsten Jahr) zu dieser Uhrzeit über Swinemünde ankomme, dann werde ich mir diese Odyssee nicht ein zweites Mal antun; sondern nach dem Auschecken und bei Vermeidung dieser Swine-Fähre direkt nach Berlin fahren. Das dürfte schlußendlich nur unwesentlich länger dauern, als die Variante gestern.

Das Frügstück noch vor 8:30 Uhr war ok und  exakt um 9 war ich bereits unterwegs. Aber halt, gleich neben dem Hotel ist eine Tankstelle, wird diese dringend benötigt. Eigentlich wollte ich (gestern) in Polen tanken, ist dort der Sprit noch deutlich günstiger als in Deutschland. Nur bei dem nächtlichen, auf polnischer Seite noch nicht einmal abzusehenden Ende der Tour, da war mir dieser zusätzliche Aufenthalt eine durchaus mögliche Ersparnis nicht wert.

Aus dem vom Navi angegebenen 175 Kilometern bis zum Ziel in Berlin wurden dann und ganz bewußt 224 Kilometer. Die Tour durch Berlin, vom Norden kommend bis in den Süden kann auch schon mal zur Tortur werden.Habe mich daher rechtzeitig entschlossen über den östlichen Berliner Ring zu fahren, was dann auf der Karte genau so aussieht.

Damit zum Ende, zur formalen Bilanz meiner nach Jahrzehnten ersten, mit Sicherheit nicht letzten Nordland-Tour:

61:40 Stunden am Steuer, mit gefahrenen 3974 Kilometern, bei einem Verbrauch von 6,1 Litern Diesel auf 100 Kilometer!