1 Dez 2013

Tableterfahrungen, die Erste...

Submitted by ebertus

Ein sog. "early Adopter" bin ich mit Sicherheit nicht. Gerade bei technischen Produkten sinkt der anfangs geforderte Preis meist recht schnell und spiegelbildlich steigt die Erfahrung, wird dies im weiteren Entwicklungs- und Produktionsprozess umgesetzt. Heute ein Computer-Tablet zu kaufen, das sollte kein Glücksspiel mehr sein.

Halb zog sie/es ihn, halb sank er hin, bedeutete im konkreten Falle, dass einerseits mein Notebook (IBM-T42) aus Ende 2004 nun wirklich nicht mehr so richtig aktuell ist, dass andererseits die Erfahrungen der letzten eineinhalb Jahre mit einem Smartphone (Samsung S2) einen Blick über den (Windows)Zaun ermöglichen. Und mit dem nun umgesetzten Verhalten liege ich wohl gar im Trend, sind die Verkäufe bei stationären PC's rückläufig, werden dagegen mobile Geräte zunehmend nachgefragt. Bei Notebooks stellt sich diese Entwicklung tendenziell ähnlich dar, gibt es mittlerweile schlankere Net- oder Ultrabooks. Außerdem versucht beispielsweise die Firma Microsoft eine Art Spagat, will mit Windows 8 sog. Hybridgeräte bedienen, die wahlweise herkömmlich oder eben per Touch zu bedienen sind. Wer oft mit der Tastaur und der Maus interagiert, wer viel schreibt und gar mit zehn Fingern blind, wer auf einem großen Bildschirm mit/in mehreren Sessions/Fenstern gleichzeitig arbeitet, wer spezifische Hardware und Software nutzt, für den sind Smartphones und Tablets eher nicht so geeignet.

Der Umkehrschluß zu Vorgenanntem bedeutet jedoch, das primär Lesen, Recherchieren, Konsumieren etc. auf einem Tablet mit seiner Bedienung des Drückens und Wischens mit den Fingern nicht nur bequem ist sondern auch oder gerade im mobilen Einsatz das notwendige Equipment gering hält. Nicht einmal ein Netzteil wird tagsüber möglicherweise noch benötigt, wenn das Tablet (je nach Belastung) acht bis zehn Stunden durchhält. Eine schmale, gefütterte Hülle sollte als Transportmedium vollkommen reichen und falls das Gerät über ein standardmäßiges WLan hinaus auch noch den Datenfunk via UMTS/LTE bietet, so ist der Gipfel an Flexibilität wohl derzeit erreicht.

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Jetzt wird es also konkret, sind die Anforderungen für mein Nutzungsverhalten definiert und mit den oben genannten Einsatzszenarien von Tablets weitgehend kompatibel. Statt ein aktuelles Notebook/Netbook, gar ein Hybridgerät anzuschaffen, habe ich mich daher nach eingehender (Selbst)Prüfung für ein Tablet entschieden. Was soll das neue Spielzeug also können bzw. bieten?

1. Android als Betriebssystem, wie vom Smartphone gewohnt und daher mit gewisser Erfahrung verbunden

2. Stand der Technik, was Akku, Prozessor, Bildschirm, Haupt- und Erweiterungsspeicher angeht

3. Internetzugang, sowohl über WLan wie über UMTS/LTE, mit vorhandenem Tarif/Vertrag zu nutzen

4. HD-Display mit 10,1 Zoll Diagonale und dennoch (bitte) kaum mehr als 500g an Gewicht

5. GPS-Funktionalitär sowie Kamera, Lautsprecher und Kopfhörerausgang

6. Möglichst eine Telefoniefunktion (zumindest SMS)

 

Bereits vor einigen Monaten wäre es beinahe zum Kauf gekommen. Das "Sony Xperia Z" erfüllt (bis auf den letzten Punkt) genau die oben genannten Anforderungen; zumindest auf dem Papier und wird in diesem SPON-Artikel sehr zielführend (aus meiner Sicht) mit einem Microsoft Gerät verglichen. Natürlich, noch in Amt und Würden hätte ich mir Microsofts Hybridgerät auf Kosten der Company mit Sicherheit gleich mal bestellt. Aber heute bin ich primär just for fun unterwegs; muss außerdem selbst bezahlen...

Ja und dann, nach weiterer Recherche stellten sich bei dem Sony-Tablet drei gewisse Nachteile heraus, die sogar irgendwie zusammen gesehen werden können. Die Akkuleistung ist nur mittelmäßig, das Netzteil (zu) schwach für ein zügiges Laden und die Buchse für den USB-Netzteilanschluß scheint nicht so stabil. Ok, die im Frühsommer aufgerufenen 629 Euro für die LTE-Version sind ebenfalls nicht wenig, wenngleich noch unter dem Preis eines vergleichbaren Tablets der Firma Apple. Der Bringer bei dem Sony-Gerät ist einfach diese extreme Flachheit, auch weiterhin von den Mitbewerbern wohl noch nicht unterboten.

Und nun kommt mir letzte Woche beim Cyberport-Store in Berlin-Steglitz das genannte Sony-Tablet mal wieder unter die Augen, in die Hände; 539 Euro soll es nun kosten. Und gleich daneben (schlau plaziert) liegt das derzeitige Spitzenmodell von Samsung, das "Galaxy Tab, Edition 2014" und für 619 Euro zu haben; in weiß (mein Favorit, wegen dem weissen Smartphone) gar noch zehn Euro weniger. Beide Tablets sind also direkt in die Hand zu nehmen, zu drehen, zu wenden, parallel das Gewicht zu fühlen und sie sind sogar betriebsbereit. Das Sony ist etwas leichter und dünner allemal, aber ansonsten bei gleicher Bildschirmdiagonale etwas größer in den Abmessungen, dem umlaufend breiteren Rahmen geschuldet. Und ja, die USB-Buchse (für das Netzteil) ist beim Sony schon etwas wackelig, beim Samsung fühlbar fester. Von der Bildqualität scheinen beide identisch, einwandfrei. Das Galaxy-Tab wäre meine Wahl und ansonsten wird nun zu prüfen sein, ob die technischen Daten des Sony oder des Samsung die Differenz von 70 Euro für letzteres hergeben, es wert sind.

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Die Entscheidung für das Galaxy-Tab ist gefallen: größerer Hauptspeicher, höhere Bildschirmauflösung, stärkerer Akku und (eh' als Alleinstellungsmerkmal) die Telefoniefunktion geben den Ausschlag; nicht zuletzt auch das look&feel ähnlich dem/meinem Smartphone. Ein Preischeck über das Internet bringt keinen günstigeren Preis und ein kurzer Anruf bei Cyberport bestätigt, dass die gewünschte Ausführung in der oben erwähnten Filiale vorrätig ist.

Ein Detail, den technischen Daten entnommen, ist vorab noch zu klären. Das Tablet benötigen für die Funkverbindung eine sog. Micro-Sim, während es sich bei der von mir mittels UMTS-Stick (beim Notebook) eingesetzten Karte um eine sog. Mini-Sim handelt, welche eben größer ist als die Micro-Sim. Nach kurzer Recherche war mir die Problematik klar, wenngleich es aus meiner Sicht nicht ganz zufriedenstellend ist, was in diesem CHIP-Beitrag gezeigt wird. Einen Weg zurück gibt es da nicht mehr und falls diese zurechtgeschnittene Micro-Sim dann als Mini-Sim nochmals im UMTS-Stick zum Einsatz kommen sollte, so wäre wohl ein weiterer Adapter notwendig. Ok, mal schauen, was die bei Cyberport zu dem wohl nicht unüblichen Problem sagen.

Gerät erstanden und wie erwartet ist auch das Sim-Problem bekannt, wären entsprechende Mini-Adapter (für den UMTS-Stick) vorrätig, soweit die Sim (gemäß CHIP-Bastelanleitung etc.) auf Micro-Format kleingeschnipselt. Aber, so die Auskunft des Verkäufers, einfacher wäre der Weg zu dem kleinen Handyladen um die Ecke. Die stanzen die Karte mit einem Werkzeug sauber aus und der Rahmen bleibt als quasi Adapter auch noch erhalten. Geraten, getan und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Links im Bild ist eine intakte Mini-Sim zu sehen, rechts daneben dann der verbliebene Rahmen und die ausgestanzte neue Micro-Sim. Ganz rechts im Bild und nur der Vollständigkeit halber hier erwähnt ist auch noch die Micro-SD Speicherkarte zu erkennen. Hatte da zufällig noch eine mit 16GB (maximal 64 sind bei dem Tablet möglich) rumliegen; das sollte für den Anfang reichen.

Dann wollen wir mal... Micro-Sim und SD-Karte in die dafür vorgesehenen Schächte rechts am Tablet eingelegt und das Netzteil/Ladekabel angeschlossen. Der Akku meldet noch rund 50% Kapazität und somit ist das Gerät sofort einsatzbereit; wird nach Entfernen des Ladekabels gleich mal eingeschaltet. Die (neue) Sim-Karte wird erkannt, die Pin abgefragt und dann durchläuft das Gerät seine erste Initialisierungsroutine. Ein Google-Konto habe ich natürlich (zwangsweise, wenngleich weitgehend ungenutzt) seit dem Einsatz des Smartphones; weil, nur darüber laufen Updates und der Bezug von Apps aus dem Google-Store. Nach einigen Minuten und einem Neustart ist das Tablet dann einsatzbereit, wartet nun darauf, eingerichtet und mit nützlichen Apps versorgt zu werden. Das Smartphone fungiert dabei als Vorbild und Schablone zugleich.

Die Funkverbindung via UMTS ist sofort stabil und die WLan-Verbindung zum Heimnetz erkannt. Wie bei dem Smartphone wird -soweit verfügbar- WLan genutzt und damit mein UMTS-Kontingent (z.Z. 1GB/Monat) geschont. Internet und Mailen funktioniert ebenfalls, nur die Telefoniefunktion (lediglich SMS ist in dem Datentarif möglich) verweigert sich. Aber genau diese SMS-Funktionalität wird benötigt um beispielsweise den Messenger WhatsApp einzurichten. Bei meinem Notebook, dem UMTS-Stick wurde SMS über die mitgelieferte und für den Verbindungsaufbau eh' notwendige Software realisiert, aber nun steckt die Sim-Karte ja (wie bei einem Handy) direkt im Gerät. Ein Anruf bei der Hotline von 1&1 (dem Provider für diesen Datentarif) brachte die Lösung. Es war lediglich die Nummer der SMS-Zentrale direkt in die Konfiguration des Tablet einzugeben.

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Geplant sind, was diesen Themenbereich angeht zumindest noch zwei weitere Blogbeiträge. Der nächste Text wird sich mit der Tabletkonfiguration beschäftigen, die aus meiner Sicht notwendigen bzw. sinnvollen Apps benennen und neben Mailanforderungen (IMAP) speziell den Zugriff auf die Cloud thematisieren.

In einem weiteren Beitrag sollen dann die ersten Erfahrungen mit dem Tablet als Lesegerät für Bücher sowie Zeitungen, Zeitschriften etc. dargestellt werden. Die freie Software Calibre und einige weitere Tools rund um das Thema Ebooks sind auf dem stationären PC bereits im Einsatz. Nicht zu vergessen wären in dem Kontext auch noch andere audiovisuelle Inhalte.

Stay tuned...