26 Aug 2013

Mailspace, Webspace, Cloudspace

Submitted by ebertus

Stillstand bedeutet Rückschritt - weiss der Volksmund und ganz ähnlich gilt dies wohl für die Binse, dass sog. Kleinvieh auch Mist macht. Daher, und eine Nummer kleiner gedacht, auf aktuelle Gegebenheiten angewendet so ist dies nicht zuletzt als Aufforderung zu verstehen, das eigene Verhalten immer wieder einmal kritisch zu hinterfragen und dennoch keinesfalls das Kind mit dem Bade auszukippen.

Natürlich, hier geht es um -soweit nötig- Konsequenzen aus dem aktuellen, dem globalen und wohl flächendeckenden Abhören, Ausforschen und Überwachen durch unsere "Freunde"; alles ohne Anlass und angesiedelt in den zwischenstaatlichen Grauzonen, den sog. rechtsfreien Räumen gepaart mit manchmal schon demonstrativ zelebrierter Geheimjustiz. Absolute Sicherheit gegenüber einem globalen, derart kriminellen Handeln von Staaten, Behörden und Institutionen kann es nicht geben, zumal die privaten BigPlayer des Informationsbusiness wohl mehr als willfährig mitmachen. Das gilt sowohl für Hardware- wie für Softwarehersteller, für sog. Dienstleister und insbesondere wohl auch für die Socialmedia-Dienste; wird dahingehend das Wort vom "Sozialen" irgendwie pervertiert.

Dennoch und um nicht in hilfloser, auch schon mal fatalistischer Schockstarre zu verweilen, sich in diesem Denken gefangen nehmen zu lassen, so ist -im Kleinen wenigstens- eine gewisse und durchaus gezielte Gegenwehr mehr als angesagt. Im Folgenden mögen daher drei Themenkreise näher angesprochen werden, verbunden mit der positiven Annahme, dass eine Wildwest-Gesetzgebung, eine umfangreiche Geheimjustiz, ein oft schon paranoides Handeln der Exekutive hierzulande noch nicht so etabliert ist wie in den USA oder in Großbritanien beispielsweise.

 

Mailspace

Die Vorfälle um Lavabit und andere, sich passiv oder auch aktiv der Überwachung verweigernde Firmen und Einzelpersonen zeigen genau diese schon mal Exempel statuierende Geheimjustiz, dem darüber angemahnten Gehorsam, der geforderten Selbstzensur soweit real drohende Sanktionen vermieden werden wollten. Auch Anne Roth, real mit staatstragender Kriminalität im eigenen Umfeld konfrontiert, fragt nach dem nun passenden Mailprovider. Der dort bei Anne im Blog, in den anschließenden Diskussionen mehrfach genannte Dienst namens "Posteo" ist ein kleines Berliner Unternehmen, schon einige Jahre im Geschäft und bietet wohl weitgehend das, was aktuell gebraucht wird; darüber hinaus gar noch eine werbefreie (grüne) Nachhaltigkeit. Die Initialkosten von einem Euro im Monat bei erstmaliger Vorauszahlung von 12 Euro bieten einen substantiellen Gegenwert und die Leistungen sind durch moderate Mehrpreise auch an größere Bedarfe bis hin zu kleinen Unternehmungen sehr einfach anzupassen. Es lohnt sich also, diese Leistungen und gerade was dort unter Datenschutz genannt wird einmal näher anzuschauen. 

Gesagt, getan! Am Samstag (24.08) habe ich mich also dort angemeldet und umgehend eine Freischaltung erhalten, konnte das System sofort vollumfänglich nutzen. Für die Bezahlung erhält man auf den neuen Account eine Mail mit einer Codenummer gesendet; in der Überweisung/Bezahlung anzugeben. Wenn also bei Posteo zu lesen ist: "Alle Zahlungsprozesse erfolgen anonymisiert. Wir verknüpfen Zahlungsdaten nicht mit den Postfächern" so wollte ich dies gern dahingehend verstehen, dass nach der am 26.08. erfolgten Zahlungsbestätigung diese Codenummer gelöscht wird, mein nun anonymes, vom Leistungsumfang definiertes Postfach den Status "bezahlt bis..." erhält. Falls ich zusätzliche Leistungen buche, so startet dieser rein temporäre Prozess von vorn. Ok und wie eingangs geschrieben, so gibt es keine absolute Sicherheit, sollte diese im konkreten Fall jedoch wesentlich größer sein, als bei den BigPlayern gerade des Socialmedia-Business, deren im Geschäftsmodell angelegten Zwang, über Werbung und die Vermarktung von Userdaten Geld verdienen zu müssen. Die möglicherweise gar explizit angelegte Schnittstelle zu BigBrother kommt dann noch hinzu.

Ein Wort noch zur Technik, dem look&feel von Posteo. Es gibt ein browserbasiertes Webinterface, welches intuitiv zu bedienen ist, vom Funktionsumfang -zumindest was meinen Bedarf angeht- keine Wünsche offen lässt. Darüber hinaus kann man, je nach persönlicher Arbeitsweise, natürlich auch die entsprechenden Mailclients auf lokalen Systemen nutzen. In meinem Falle sind dies Thunderbird auf dem TrueCrypt-Container (USB-Stick) sowie die empfehlenswerte App K9-Mail auf dem Smartphone bzw. Tablet unter Android. Grundsätzlich und wegen der Weborientierung kommt bei Posteo als Voreinstellung (ist änderbar) das Mailprotokoll IMAP anstelle des gebräuchlichen POP3 zum Einsatz. Der Unterschied -und im Datenschutzkonzept von Posteo adressiert- liegt bei IMAP in einer serverbasierten Mailbereithaltung und Bearbeitung mit lediglich lokaler Synchronisation, während bei POP3 die Mails auf den jeweils abrufenden Client herutergeladen werden, dann auf dem Server nicht mehr zur Verfügung stehen. Somit ist letzteres bei mobilen Zugriffen aus einer heterogenen Umgebung dann eher nicht so optimal.

Fazit: Natürlich, GoogleMail hat man, braucht man, bekommt man beinahe zwangsläufig, soweit ein Android-Smartphone/Tablet im Einsatz ist. Aber damit hat es sich dann auch schon...! Ähnliches gilt für das von mir bislang eingesetzte GMX-Mail sowie den immer mal noch verwendeten 1&1-Mailer. So ist nun überall eine (temporäre) Weiterleitung eingerichtet, darüber hinaus Anlass gegeben, die Mailkontakte und gerade die für Unternehmen, Blogs&Media, Shopping, Newsletter etc. kritisch zu betrachten, ggf. dann nicht auf Posteo zu übernehmen.

 

Webspace

Das ist nun primär ein Thema für diejenigen, welche eine Website betreiben, möglicherweise in durchaus sehr unterschiedlicher Ausprägung. Wer seine Site als Subdomän (beispielsweise unter Wordpress) hostet oder andere Social-Medie Dienste für die eigene Internetpräsenz nutzt hat eh' keinen Einblick, keinen Einfluss auf das, was hinter den Kulissen passiert. Dafür natürlich und soweit gewollt eine gewisse Anonymität, wenngleich Anfragen deutscher Behörden bei Facebook nebst "Antwort" nicht unüblich sind. Dahingehend Aussagefähigeres, ob "Profilinformationen, Freundeslisten, Inhalte oder IP-Adressen" erfährt man nicht, ist doch für BigBrother jeder und alles erst einmal verdächtig.

Die eigene Top-Level Domain spielt da natürlich in einer anderen Liga, gibt es zwar ebenfalls Möglichkeiten der Verschleierung, aber die in der Regel mögliche, einfache WHOIS-Abfrage auf den Domainnamen kann vielfach schon Verwertbares zu Tage fördern. Insofern geht es hier nicht um Anonymität, eher um den bereits bei Posteo eingeführten Gedanken des "think global, act local", sprich: den Überblick behalten und dennoch lokale Lösungen zu suchen, je nach gewählter Umgebung auch ein Stück weit Einfluss darauf zu nehmen, was hinter den Kulissen passiert. Ein Kompromiss natürlich, nicht zuletzt auch dem KnowHow geschuldet, welches vorhanden ist oder sich dann bei Interesse anzueignen wäre. Hier geht es also weder um Großserienbaukästen für "absolute beginners" wie bei Facebook, Google+ etc. angeboten, noch um den eigenen, bis in die letzte Ecke voll konfigurierbaren Linux-Server auf nerdig-professioneller Ebene. Es geht um Webhosting auf einem durchaus bereits ambitionierten Level.

Diese Website basiert auf Drupal in der Version 6xy und wurde im April 2010 eingerichtet, nachdem mir dieses Buch während einer USA Reise im März 2010 in die Hände fiel, das Grundkonzept der Site dann bereits auf dem Rückflug sich im Kopf entwickelte. Die Website wurde bis zum Herbst 2010 auf dem eh im eigenen Keller laufenden Fileserver betrieben und via DynDNS öffentlich verfügbar gemacht. Sie wurde dann jedoch auf ein externes Hosting bei 1blu übertragen. Zwei Gründe waren dafür maßgebend. Zum einen reicht der Upload eines herkömmlichen, asynchronen Konsumer-DSL für eine vernünftige Performance einfach nicht aus und zum anderen waren die Tage der Kellerinstallation eh' gezählt, war geplant den natürlich auch entsprechend Strom verbrauchenden Server durch ein kleines NAS zu ersetzen. Mit 1blu wegen der schwankenden Verfügbarkeit, den immer wieder auftauchenden Performanceproblemen nicht ganz zufrieden -auch wenn es deswegen schon mal eine Gutschrift gab- so erfolgte dann parallel zuerst ein Test mit Prosite und im Frühjahr 2011 mit Alfahosting. Prosite kam mir von der (Auf)preisgestaltung nicht so gelegen und das Admin-Interface war (gefühlt) nicht wirklich intuitiv nutzbar. Bei Alfahosting dagegen stimmte alles, wurde nach der Testphase BusinessXL für zwei Jahre gebucht. Zehn Euro/Monat scheint mir nach wie vor sehr angemessen für den gebotenen Leistungsumfang. Zuerst nur als Backup für die produktive Seite bei 1blu und für allerlei andere Spielereien verwendet, so wurde dann im Herbst 2012 -als es bei 1blu mal wieder ernsthaft hakte- Alfahosting zur produktiven Basis dieser Website.

Die Erfahrungen mit dem Provider sind ohne Einschränkung gut und so steht nun ein weiterer Wechsel, genauer ein sogar kostenneutrales Upgrade an. Das Backup der Website nebst SQL-Datenbank auf die lokale Web-Umgebung funktioniert perfekt, es wird somit kein weiteres Reservesystem gebraucht. Die knapp sechs Euro/Monat für 1blu werden eingespart, der Account ist gekündigt. Ein Euro der Ersparnis geht nun an Posteo und die anderen fünf werden verwendet um bei Alfahosting auf BusinessXXL zu wechseln. Drei, genauer vier Gründe sind dafür zu nennen:

1. Der größere Speicherplatz von nun 100GB ist mittelfristig sinnvoll, da zukünftig weitgehend auf externe Hoster für Inhalte verzichtet werden soll. Für eigene Inhalte (Bilder, Videos) wird Imageshack schon seit mehr als einem Jahr nicht mehr genutzt und alle (noch) auf Youtube hochgeladenen Inhalte werden seit einiger Zeit auch hier auf der eigenen Website gespeichert. Dazu kommen in steigender Zahl nichteigene Inhalte Audios (Musik, Potcasts etc.) und Videos, die bei Youtube runtergeladen wurden - ehe sie dort oft schnell nicht mehr verfügbar sind. Diese fremden Inhalte dürfen hier in der Regel natürlich nicht öffentlich angeboten werden, ist die Privatkopie, die private Nutzung/Archivierung jedoch zulässig. Gerade die eigene zunehmende Mobilität auf heterogenen Systemen macht somit auch für die nichtöffentliche Privatkopie eine zentrale , eine webbasierte Speicherung sinnvoll.

2. Statt der bislang vier nun fünf im Preis enthaltene Domains ist wichtig, gar preisneutral, da die bislang bei 1blu gehostete und auf die produktive Site "notina.net" weitergeleitete Domain namens "notina.com" im Rahmen der Kündigung natürlich umgezogen wird.

3. Anstelle der bisherigen 25 nun nur maximal 10 Kunden pro CPU-Kern kann sich perspektivisch als wirkungsvoll erweisen, soweit multimediale Inhalten zunehmend hinterlegt und aufgerufen werden. Momentan gibt es sowohl wegen der Performance als auch der Verfügbarkeit keinen Grund für Unzufriedenheit, sind ansonsten die weiteren "Verbesserungen" der Version  XXL gegen über der XL eher theoretischer Natur, was zumindest meinen aktuellen Bedarf betrifft.

 

Cloudspace

Der vierte und hier bewußt separat behandelte Grund ist die nunmehr 20GB große virtuelle Festplatte, dort Alfadrive genannt. Aktuell habe ich die bisherigen 10GB eher nur ansatzweise genutzt, im Grund zu Testzwecken; sehen ob und wie das funktionieren wollte. Dies wird sich ändern, eben auch der möglichen Mobilität und der Kommunikation, dem Austausch mit Anderen geschuldet. Zwei Dinge fallen bereits beim Testen ins Auge. Erstens wird die Verbindung via "https" aufgebaut, also ein von Hause aus sicherer Zugang und zweitens sind die anlegbaren Freigaben sowohl auf Verzeichnisebene zu definieren, als auch innerhalb von Verzeichnissen bezüglich dem, was der zugelassene User dort tun darf; entweder nur lesen oder lesen und schreiben. Sowohl das lokale Laufwerksmappung beispielsweise auf Rootebene, als auch der browserbasierte Zugriff sind möglich. Und nicht zuletzt, weil von mir AllwaySync seit Jahren eingesetzt wird, der automatisierte WebDav-Zugriff aus eben diesem Tool heraus. Ein Synchronhalten auf Datei- und Verzeichnisebene ist damit ein Kinderspiel.

Weitere Tests mit dieser Cloudspace werden, ja müssen folgen, wobei natürlich immer die bereits genannte Upload-Performance zu beachten ist. Auch via meinem 32.000er DSL von Kabel Deutschland, immerhin mit einem maximalen Upload von 2000mbit/s kommt die gefühlte Geschwindigkeit lange nicht an das heran, was der Zugriff über einem Gigabit-Switch beispielsweise auf die Datei- und Verzeichnisstruktur des lokalen NAS bietet. Insofern ist durchaus immer zu überlegen, was und in welcher Form, für welchen Zugriff aufbereitet werden wollte,  in der Cloud vorzuhalten wäre.

Um dies nun nicht im vollkommener Theorie verweilen zu lassen, so sei hier eine Demo der virtuellen Festplatte ermöglicht. Als E-Mail Adresse ist für diesen Test "das@ist.net" und als Passwort "dummy" anzugeben. Dann erfolgt der Zugriff auf einen Verzeichnisbaum, wo der nun angemeldete User im Verzeichnis "dummy1" nur Leserechte, bei "dummy2" auch Schreibrechte hat, sich das dort hinterlegte Bild entweder nur ansehen und natürlich herunterladen kann oder eben auch Dateien hochladen, gar neue Ordner anlegen. Sinnvoll ist außerdem die administrative Möglichkeit, bestimmte Freigaben zeitlich zu begrenzen, also beispielsweise Inhalte nur in einem Zeitfenster verfügbar zu machen. Was noch fehlt, das wäre eine Quotierung auf Freigaben und/oder User. So have a look...

 

Das Fazit also, was Webspace und Cloudspace betrifft: Ein lokaler Provider, der weitgehende Einsatz von "offener" Software (Apache, MySql, PHP, Drupal etc.) und weiterer Tools jenseits der BigPlayer, keine anheimelnde Umsonst-Mentalität sondern gezieltes Bezahlen von realer Gegenleistung sind zwar noch keine Garantie dafür, dass man rundum glücklich wird, dass Überwachung nicht stattfindet, dass die eigenen Daten nicht zweckentfremdet werden. Aber es sind kleine Schritte jenseits eines gern zelebrierten Fatalismus, das man ja "eh' nichts machen könne". In dem Sinne...

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Mailspace / Nachtrag I: 26.08.2013

Während die Mailfunktionalität auf dem Smartphone via der App K9-Mail sofort gegeben war, klemmte es bei dem lokalen Thunderbird (via USB-Stick/Truecrypt) jedoch ein wenig. Lokal Mail empfangen das ging und lokal erstellte Entwürfe wurden auch auf den Server synchronisiert. Wenn dann aber echt gesendet wurde, so gab es eine Fehlermeldung, konnte der Posteo-Mailserver plötzlich nicht erreicht werden. Nach dem mehrfachen Überprüfen der Konfiguration wurde dann diesbezüglich noch am Sonntag eine Mail an den Posteo-Support gesendet. Die Antwort kam kurze Zeit später und mit dem Hinweis, dass manche Antivirenprogramme bzw. Firewalls ein Problem mit dem verschlüsselten Mails hätte, ggf. Ausnahmen zu konfigurieren wären. Nun bietet das von mir verwendete "Avira Free Antivirus" dahingehend keine Möglichkeit der Konfiguration. Um das Problem jedoch einzukreisen, so wurde Avira komplett deinstalliert und der PC dann neu gestartet. Keine Besserung!

Und doch entfaltete der Hinweis des Posteo-Supports seine Wirkung, führte (mich) dann auf die richtige Spur. Seit Monaten wird per default, also sofort beim Starten des Betriebssystems das VPN-Tool "CyberGhost" eingesetzt. Da Cyberhost kein Mailrelay anbietet, so können bzw. müssen für Adressen/Server etc. welche nicht über die VPN-Verbindung laufen sollen entsprechende Ausnahmen konfiguriert werden. Es waren von mir die alten Mailserver doch damals bei Einrichtung von CyberGhost ordnungsgemäß eingetragen; hatte ich dies nur bereits wieder vergessen. Seit der Hinzufügung von posteo.de als Ausnahme und einem Neustart des VPN-Tools ist nun auch das lokale Senden der verschlüsselten Mails möglich.

 

Mailspace / Nachtrag II: 27.08.2013

In Thunderbird wird meinerseits und seit langen Jahren ein Adressbuch sowohl manuell gepflegt, als dort auch bei eingehenden Mails neue Adressen automatisch aufgenommen werden. Da Posteo ebenfalls ein Adressbuch anbietet, so liegt es nahe, den Thunderbird-Bestand -nach kritischer Überprüfung, versteht sich- auch in Posteo zu übernehmen. Das einmalige Exportieren/Importieren wird in der Posteo-Hilfe beschrieben, wäre wohl das Mittel der Wahl, falls zukünftig nur noch der Posteo-Webmailer eingesetzt wird. Es ist jedoch und weil beide Systeme weiterhin parallel im Einsatz sind, eher nur suboptimal. Die andere, ebenfalls in den Posteo-FAQs genannte Möglichkeit betrifft die (aus Thunderbird heraus anzustoßende) Synchronisation beider Adressbücher.

Genau das, was ich suche!

Dazu, und einmal mehr ist die aussagefähige Hilfefunktion bei Posteo zu loben, ist ein Add-On namens "Inverse SOGo Connector" (Downloadadresse ist angegeben) herunter zu laden, dann in Thunderbird einzufügen und zu konfigurieren. Danach steht ein neuer Adressbuchordner zur Verfügung, in den die Kontaktdaten/Adressen einfach nur kopiert werden müssen - soweit eben in der aktuellen Mailwelt von Posteonoch benötigt. Mit einem Klick wird die Synchronisation angestoßen, welche in beide Richtungen funktioniert; wie sehr schnell zu bemerken ist, soweit im Posteo Webmailer bereits wenigstens eine (neue natürlich) Adresse gepflegt ist.

Was sich noch nicht optimal darstellt bzw. einfügt, das ist dieses Adressenverzeichnis auf dem Smartphone. K9-Mail selbt bietet kein Adressbuch, greift auf das interne Telefonbuch des Smartphones zurück, wo eher nur selten Email-Adressen gepflegt sind. Es gibt die Möglichkeit, eine Replikation mit dem Google-Adressbuch herzustellen. Das sollte jedoch aus den sich hier und hoffentlich erkennbar wie ein roter Faden durchziehenden Gründen ja gerade vermieden werden.

 

Mailspace / Nachtrag III: 31.08.2013

"CardDAV sync free" nebst Fix für Android 4.1 (soweit eingesetzt) ist die Lösung für oben genannte Anforderung, das Posteo-Adressbuch auch mit dem Smartphone/Tablet zu synchrosisieren und dann dort in K9-Mail verfügbar zu haben. Da ich mit dem Smartphone eher nur im Ausnahmefall Mails schreibe, außerdem auch noch alle Telefonkontakte der SIM-Karte im Adressbuch enthalten sind, so scheint mir die einseitige Synchronisation vom Posteo-Server in Richtung Smartphone aktuell sinnvoller als eine beidseitige. Was nun in jedem Falle anliegt, das ist die Pflege des Posteo-Adressbuches, die Nachführung von Telefonnummern und die Bereinigung von doppelten bzw. nicht mehr benötigten Einträgen im Vordergrund.

 

Mailspace / Nachtrag IV: 01.09.2013

Als vorerst abschließende Anforderung nun hier zum Thema (Termin)kalender, der aktuell ebenfalls in Thunderbird gepflegt und via Google mit dem Smartphone synchronisiert wird. Gefragt ist (ebenfalls) die Variante eines Abgleiches mit dem Kalender von Posteo (anstelle von Google) und dann weiter zum Smartphone.

Der Abgleich von Thunderbird nach Posteo ist schnell eingerichtet und die Synchronisation funktioniert in beiden Richtungen; mit der Ausnahme jedoch, dass die bereits in Thunderbird vorhandenen Termine nicht übertragen werden, neu eingestellte schon, ebenfalls werden die in Posteo testweise gepflegten Termine nach Thunderbird repliziert. Ein gewisses Problem stellen auch die nicht identischen, damit nicht richtig übertragenen Attribute, Kategorien etc. der beiden Kalenderversionen dar. Man muss bzw. sollte sich daher auf wenige, grundlegende Eingaben beschränken, welche dann auch ordnungsgemäß übertragen werden.

Dann zur Synchronisation mit dem Android-Smartphone. Hier empfiehlt Posteo die App "CalDAV sync" für einmalig 2,59 Euro, ebenfalls nebst einem speziellen Fix für Android 4.1 - den ich erst vergessen hatte, worauf meine Kalenderdaten bei dem Neustart des Smartphones verschwunden waren. Den Fix also nachgeholt und neu (beidseitig) synchronisiert, so funktioniert nun alles supi!

 

Cloudspace / Nachtrag V: 22.09.2013

Nach Snowden ist klar, dass Cloudservices aus dem Einflußbereich der "Five Eyes" für mich ein absolutes NoGo sind und auch hierzulande die BigPlayer vermieden werden wollten, soweit es geht. Somit bieten sich im Grunde zwei, zumindest vom Feeling her sichere Alternativen an. Ein kleiner inländischer Provider wie Alfahosting mit seinem oben erwähnten Alfadrive incl. SSL-Anbindung, oder beispielsweise ownCloud, wahlweise auf der gemieteten Webspace oder gar auf dem physikalisch eigenen Server incl. DynDNS-Anbindung zu betreiben. Wichtig scheint mir dabei, zukünftig auf plattformübergreifende Systeme zu setzen, gerade was das Datenformat betrifft und wie weiter oben in den Nachträgen zu Adressbuch- und Kalendersynchronisation angesprochen.

Damit zum Grund dieses Nachtrages. Die oben erwähnte Cloud namens Alfadrive ist, wie bereits erwähnt, sowohl über den Browser ansprechbar als auch in Form eines Laufwerksbuchstaben in die lokale (Windows)umgebung einzubinden. Was noch offen war, das ist die Anbindung via Android auf dem Smartphone bzw. Tablet FolderSync, von dem es neben der kostenpflichtigen Vollversion (2,49 Euro) zum Testen auch eine kostenlose Light-Variante gibt, macht genau diesen Job. Die Einrichtung ist straightforward und die Daten stehen, soweit kompatibel (pdf, jpg etc.) auch unter einem Android-Client zur Verfügung. Natürlich, ownCloud sollte bzw. wird ähnliche Zugriffsmechanismen bieten, was aber dann auf der Webspace noch zu testen wäre.

 

das Thema wird (auch hier) viel zu hoch gehängt.

Wenn man, wie es eigentlich logisch und realitätsnah wäre, eMails und die anderen "Online-Mitteilungen" eher wie Postkarten wertet, dann ist ein derartiger Aufwand völlig überflüssig.
Wer etwas wirklich wichtiges einem anderen mitzuteilen hat, was nur dieser, und sonst niemand wissen darf oder mit bekommen soll, dann sind Internet und Onlinedienste sicher der ungeeignetste aller Wege.

Oder eben Fatalismus?

Ich sehe das nicht ausschließlich als "Aufwand", vielmehr und nicht zuletzt als Anstoß, als Herausforderung gar in einem kleinen und (noch) überschaubaren Rahmen tätig zu werden.

Und sage nichts gegen die Cloud, hast Du irgendwann ja selbst und eher positiv konnotiert hier eingeführt, zumindest erwähnt. Habe übrigens den unten genannten Demo-Zugriff für den angegebenen User nun auch noch um die Möglichkeit des Schreibens, des Hochladens ergänzt. Darfst Du gerne testen.