22 Jan 2013

Das "Recht" auf die Privatkopie

Submitted by ebertus

Ist die Privatkopie eigentlich "ein Recht"? Oder wird dieses Handeln im Grunde lediglich geduldet? Letzteres wohl und nicht zuletzt der Tatsache geschuldet, dass eine Kontrolle, ein Nachweis der Verfehlung und dann möglicherweise zu exekutierende Sanktionen in diesem Privatbereich unverhältnismäßig wären.

In dem Beitrag "Scannen etc." wurde aus gegebenem Anlass ein mir nach wie vor im Hinterkopf existierendes Thema neu getriggert, auf die Agenda des "to do" gesetzt. Text. Gemeint ist das Hinterlegen von nichtöffentlichen Inhalten (Content) auf der eigenen Website und damit grundsätzlich dem (berechtigten) Zugriff anheim gestellt; weltweit, von überall her und eben durch Jeden, der berechtigt ist. Das Rechtesystem des hier eingesetzten CMS (Drupal) gibt diese Möglichkeit grundsätzlich her und wird auf der Basis einzelner Beiträge (Node) auch eingesetzt; bislang ausschließlich für rein Privates, als Zugriff auf Bilder und Videos überwiegend aus dem Familienumfeld. Das Problem dieser Vorgehensweise ist jedoch darin begründet, dass die Node zwar dem Rechtesystem unterliegt, die einzelnen Dateien (Bilder, Videos) allerdings "offen" via der Verzeichnisstruktur der Website existieren.

Diese Problematik ist unter dem Begriff des "DeepLink" durchaus bekannt und wird gern genutzt, von manchen Contentanbietern gar sehr bewußt zugelassen. In Konsequenz kommt man somit über das Menü- und Verlinkungssystem einer Website zwar nicht an einen spezifischen Inhalt, aber wenn der direkte, der "deeplink" bekannt ist, so kann der Inhalt aufgerufen werden. Ok, für meine geringen, wirklich rein privaten Inhalte mag das zwar akzeptabel sein, darüber hinaus und gerade was im genannten Anlass (Scannen etc.) unter Punkt zwei abgehandelt wird, dafür reicht es einfach nicht. 

Nun gibt es, wie bei dem zunehmenden Bezahlinhalten (Paycontent) erkennbar, offensichtlich auch Möglichkeiten, diesen Zugriff via einem "irgendwie" erhaltenen DeepLink dennoch zu unterbinden. Programmiertechnisch läuft das über eine Datei namens ".htaccess" auf dem eigenen Webserver, der eigenen Website und dies sowohl global als auch für einzelne Verzeichnisse. In dieser Datei ist hinterlegt, was , wer, wie bei einem Zugriff "von aussen" auf die Webpräsenz tun, in der Regel also sehen darf. Eine wenig elegante, eher nur rudimentäre Zugriffssicherung ist die im Befehlsumfang von ".htaccess" enthaltene direkte Abfrage via einem separat zu verwaltenden Passwort. Nicht wirklich pflegeleicht, nicht transparent und daher ein Grund (für mich), dies bislang zu unterlassen, nicht einzusetzen. Nun jedoch -eben wegen dem genannten Anlass- läuft mir beim Recherchieren eine elegante Lösung innerhalb des Drupal-Rechtesystems über den Weg. Im Klartext: Nur wer auf meiner Website einen Account besitzt und auch gerade angemeldet ist und die notwendigen Rechte besitzt, der hat für genau den Zeitraum der Anmeldung Zugriff auf bestimmte Inhalte. Genial? Zumindest recht elegant, transparent, nachvollziehbar, relativ sicher! Soviel zur technischen Seite.

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Inhaltlich und wieder zurück zum Thema "Privatkopie", dem eben nichtöffentlichen Vorhalten von dem Urheberrecht unterliegendem Content; nicht nur im stillen Kämmerlein sondern auch im Netz, von überall her im Zugriff. Natürlich, nur für den ausschließlich privaten Gebrauch im Familien- und Freundeskreis und ohne jeglichen kommerziellen Anspruch bzw. Hintergrund. Eine entsprechende (erste) Struktur ist schnell entwickelt und die Inhalte können hinterlegt werden. Ja, auch das in dem anderen Text genannte Buch mit der Minischrift. Darüber hinaus diverse andere Texte und nicht zuletzt Bilder, Audios und Videos, welche auf Youtube etc. oft nicht lange "überleben", weil entweder die Rechteinhaber dies untersagen oder der Einsteller seinen Account dort kündigt. Nochmals: öffentlich anbieten darf man derartige Inhalte natürlich nicht; nicht einmal kostenlos. Der Besitz jedoch ist nicht verboten, ebensowenig die private Nutzung, sprich: die Privatkopie - und wie formal im Urheberrecht definiert.

Aus meiner bescheidenen, subjektiven und eben privaten Sicht ist dies nichts weiter wie ein Archiv, welches bislang bereits auf dem lokalen PC existierte - und nun eben im Netz. Gerade auch der zunehmende Gebrauch meines Smartphones -und demnächst möglicherweise eines sog. Tablet-erfordern eine derartige Zugriffsmöglichkeit; in der Perspektive zumindest.  Das erwartbar noch zunehmende, jeweils spezifische und oft umständliche Anmelden auf Seiten mit Paycontent -gerade wo meinerseits  (z.Z. bei Haaretz und der JW) ein Account besteht- machen es beinahe zwingend erforderlich, wichtige Texte immer im Zugriff zu haben.

Zum Thema des sog. LeistungsschutzRecht etc. gibt es gerade einen Blog beim Freitag; lesenswert, so finde ich und einschließlich mancher Kommentare dort. Was dahingehend vom politisch-medialen Komplex noch zu erwarten ist, das scheint eher nichts Gutes. Das Einhegen von Wissen als (nicht zuletzt) Herrschaftsinstrument und beinahe en passant zur Gewinnmaximierung wird erwartbar noch zunehmen. Möglicherweise sind dann auch die Tage der Privatkopie gezählt, wird derartiges Handeln wie hier beschrieben subversiven, beinahe staats- und systemzersetzenden Aktivitäten zugeordnet.

 

den populistischen Hetz- und Verschwörungsblogger

Mopperkopp als "lesenswert" zu attributieren ist zumindest sehr gewagt, zumal die dort "behandelte" DRM-Problematik eher nur peripher mit der "Privatkopie" zu tun hat. Eine Privatkopie ist schließlich nur eine digitale Kopie eines rechtmäßig erworbenen Nutzungsrechtes eines urheberrechtlich geschützten Werkes, und nicht eine des "Werkes" selbst.

Außerdem empfehle ich sich mit der Nutzung von "Cloud-Computing" vertraut zu machen, das sich bestens für die externe Nutzung eigener Daten und Dateien eignet. http://goo.gl/Tq3jC

Mal abgesehen

von "Mopperkopp" et al. und ähnlicher Attribute ad personam. So bist Du doch wieder mal etwas neben der Spur; oder ist meine Intention nicht vollkommen klar?

Es geht mir a) bzw. formal nicht um irgend ein weiteres, natürlich dann zu administrierendes System in der Cloud oder auf den Fidschi-Inseln. Es geht mir um die möglichst nahtlose eben transparente (you know?) Integration in das Zugriffs- und Rechtesystem auf meiner Website.

Und es geht mir b) bzw. inhaltlich um das Absichern, gern Archivieren von zunehmend flüchtigen (Pay)Content einschließlich derer Rahmenbedingungen des Zugriffs und der Verwendung jenseits kommerzieller Interessen. Stichwort: Leistungsschutzrecht, und Thomas Stadler hat dazu etwas geschrieben, er ist wohl Mitglied der entsprechenden Gremien des Bundestages.

"Nach meiner Ansicht ist es zweifelhaft, ob das geplante Leistungsschutzrechts mit europarechtlichen, völkerrechtlichen und verfassungsrechtlichen Vorgaben vereinbar ist. Das Gesetzesvorhaben würde – entgegen anderslautender Behauptungen – auch die Möglichkeit der Linksetzung und Auffindbarkeit von Inhalten im Internet erschweren. Der Gesetzesentwurf weist außerdem eine Reihe handwerklicher und regelungstechnischer Mängel auf. Auch in rechts- und wirtschaftspolitischer Hinsicht fehlt es an einer überzeugenden und tragfähigen Begründung für die Notwendigkeit eines solchen Leistungsschutzrechts."

ich vermeide es nach Möglichkeit, in irgend wessen "Spur"

zu laufen, und wenn nicht selten relativ unklar ist, worum es in Deinen Beiträgen geht, dann liegt das meist ebenso so oft sicher nicht an den Konsumenten, sondern eher an der fehlenden "Transparenz" Deiner Ausführungen (You know?)....... :-)