23 Dez 2019

Von Griechenland bis Mali,

Submitted by Bernd

von Telepolis zu RTdeutsch. In den sogenannten Qualitätsmedien stattdessen hält man sich zurück mit guten Ratschlägen zu/an Griechenland); und Mali kommt dort eher nur vor, wenn mal wieder ein Bundeswehr-Hubschrauber abstürzt.


Natürlich, es sind -vordergründig betrachtet- vollkommen unterschiedliche Kontexte der Situationen in Griechenland und Mali. Auf den zweiten Blick und wenn man auch sich selbst gegenüber, als eher distanzierter Beobachter ehrlich ist, dann sollten die Gemeinsamkeiten schon aufscheinen.

In beiden Fällen handelt es sich um Menschen, die vor Krieg, Perspektivlosigkeit, Armut und Elend fliehen.

Wohl nicht nur in Mali sind es die ehemaligen, faktisch noch aktuellen Kolonialherren, welchen allen Hass auf sich ziehen, den Menschen darüber hinaus und soweit sie es schaffen, keine andere Möglichkeit lässt, als die der Flucht. Insbesondere zu Mali muss ich mich nicht nur auf das böse, böse Russenmedium verlassen, konnte an anderer Stelle  aus eigener Erfahrung, via dem Kennenlernen eines Bootsflüchtlings aus Mali berichten.

In Griechenland, ganz anders als im Italien nach Salvini, geht es mittlerweile wohl um kaum noch beherrschbare Größenordnungen an Flüchtlingen. Vorbei die Zeiten der Solidarität  titel Telepolis; und dabei ist doch eigentlich klar, dass jeder von den Inseln auf das griechische Festland gebrachte Flüchtling dann umgehend den Druck auf die sogenannte Balkanroute erhöhen wird. Eine Mama Merkel  aus dem Sommer 2015 scheint es aktuell jedoch nicht zu geben; weder für Griechenland noch für die Länder auf dem Balkan.

An diese Angela Merkel aus 2015 anknüpfend fordert nun der Grünen-Chef Robert Habeck ein "do it again", denn was damals richtig war, das kann heute nicht falsch sein; unter möglicherweise noch schlimmeren Bedingungen als denen in 2015 am Hauptbahnhof von Budapest.

Allerdings kommt heute bei einer von Habeck geforderten, ähnlich gelagerten Entscheidung wie im Sommer 2015 mit Sicherheit noch ein anderer Aspekt hinzu. Das ist die gebetsmühlenartig und ohne wirklichen Erfolg von der deutschen Regierung wiederholte Forderung an die anderen EU-Länder, sich einer gleichmäßige Lastenverteilung nicht zu verweigern.

Heute sollten Merkel & Co eigentlich wissen, das sie mit dieser Forderung kaum Verbündete haben.

Kommentare

so jedenfalls verstehe ich deinen beitrag in der "zeit der besinnung" vor weihnachten und dem ende des jahres

hier also ein buchtip für die besinnliche zeit:

https://www.buchkomplizen.de/Alle-Buecher/Krieg-nach-innen-Krieg-nach-au...

dazu gibt es auch einen beitrag bei telepolis, der sich daran orientiert:

https://www.heise.de/tp/features/Krieg-und-Frieden-im-Voelkerrecht-46203...

der rote faden ist dafür "zufällig" ein bekannter von mir, der für das nächte jahr (s)ein schwerpunktthema setzt, was dich ja vielleicht auch interessiert >>> künstliche intelligenz aus sicht der psychologen

https://www.ngfp.de/2019/09/cfp-ngfp-2020/

Bild des Benutzers Bernd

Ja, es war, wie so oft, ein relativ spontaner Entschluß, diese Zeilen, diesen Blog zu schreiben. Einerseits war ich per Messenger gerade mit Italien im Gespräch, andererseits passte der Test von RTdeutsch derart bestätigend auf meine dort in Italien via diesem Bootsflüchtling aus Mali gewonnenen Einsichten.

Was Griechenland betrifft, so wirft das Qualitätsmedium ZEIT gerade mal wieder Nebelkerzen:

"Dass es schnell die von der Bundesregierung gewünschte "echte europäische Lösung" zur Umsiedlung von minderjährigen Migranten gibt, gilt als unwahrscheinlich. Die EU-Staaten bemühen sich bereits seit Jahren vergeblich um einen gemeinsamen Kurs in der Flüchtlingspolitik. So gibt es wegen des Widerstands von Ländern wie Polen und Ungarn bis heute kein System zur gerechten Verteilung von Flüchtlingen innerhalb der EU"

Natürlich, die bösen Polen, bösen Ungarn.

Einfach die Frage zu stellen, warum sich die anderen 24 guten EU-Staaten nicht auf ein System zur gerechten Verteilung  geeinigt haben, das wäre wohl jenseits der vermuteten Reflektionsfähigkeit eines guten ZEIT-Lesers.