14 Feb 2020

Linux Mint / Weitere Baustellen

Submitted by Bernd

Wie bereits in diesem Initialartikel  erwähnt, so gibt es natürlich noch einige Baustellen, welche adressiert und in nächster Zeit über die virtuelle Windows-Maschine hinaus, einer vollumfänglichen Nutzung unter Linux Mint zugeführt werden müssen. Einige Bereiche und die dahinter liegenden Strukturen können nun abgehakt werden.


Da ich vorerst und ganz bewußt auf dem Laptop weiterhin Windows 7 nutze, auf dem stationären Rechner eben Linux mit einem virtuellem Windows 7, so ergaben sich zwei grundlegende Probleme.

1. Private Daten, unterwegs auf dem Laptop, sollen weiter in einem Truecrypt-Container  gesichert bleiben

2. Das Datenformat der unter Linux und Windows genutzten Anwendungen sollte identisch sein


Gerade der zweite Punkt ist wichtig, weil eben in beiden Welten Daten gelesen und geschrieben werden müssen, es dann schlußendlich und ggf. hier 3. anzufügen auf eine Synchronisation hinaus läuft, unterwegs und via dem Laptop angefallene bzw. geänderte Daten nach Rückkehr "at home" in das stationäre System überführt werden müssen, aus Übersichtsgründen in beiden Systemen eine einheitliche Daten- bzw. Verzeichnisstruktur abgebildet sein sollte.

Zu Truecrypt als ein Lifesystem mit verschlüsseltem Container gibt es vorab noch etwas zu sagen. Im Rahmen der Snowden-Enthüllungen wurde versucht, das bis dahin als absolut sicher geltene Truecrypt zu kompromittieren. Die Entwickler tauchten angeblich ab und offiziell wurde Microsofts Bitlocker als eben so sicherer Nachfolger vorgestellt. Wer's glaubt ...

Nach wie vor als absolut sicher gehalten wird unter unabhängigen Experten die Version 7.1a  von Truecrypt; und wer das noch  toppen wollte, dem sei Veracrypt  empfohlen, hat ein kleines französisches Team den damals offen verfügbaren Sourcecode von Truecrypt weiterentwickelt, dabei die vertraute Oberfläche weitgehend beibehalten.Und natürlich klar, auch unter Linux ist die letzte sichere Version 7.1a von Truecrypt verfügbar, bin ich partiell und testweise bereits auf Veracrypt umgestiegen.

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Um welche Anwendungen soll es hier gehen? Zuerst einmal um das Officepaket von Softmaker, speziell die Anwendungen Textmaker und Planmaker. Die Officeversionen von Microsoft nutze ich bereits seit mehr als 10 Jahren nicht mehr und das in Linux standardmäßig enthaltene "LibreOffice" ist mir zu schwerfällig und auch von der Benutzung, der oberfläche her einfach unsympathisch (ja, das gibt's). Softmaker dagegen ist knackig schnell, unter Windows auch vom Stick (portabel) nutzbar, kann auch die aktuellen Microsoft-Formate lesen und schreiben; und die Oberfläche lehnt sich stark an die von mir damals (bis 2003) geschätzten Officepakete von Microsoft an.

Klar, dass die für meine Zwecke ausreichenden Microsoft-Formate (Word/Exel 97/2003) als Standard eingestellt sind. Unter Linux steht mir eine Softmaker-Version von 2016 zur Verfügung, unter Windows gar die von 2018; beide und jenseits der offiziell aufgerufenen Preise für ganz kleines Geld erworben.

Unter Linux, in meinem Home-Verzeichnis existiert nun eine Verzeichnisstruktur, unter der die Office-Daten und auch diejenigen der weiter unter beschriebenen Programme abgelegt werden. Sobald nun der auch vom virtuellen Windows aus nutzbare Truecrypt-Container unter Linux eingehängt wird (er liegt auf einer externen, NTFS-formatierten USB-Platte) steht mir dort die gleiche Verzeichnisstruktur wie auf dem Linux-Home zur Verfügung, ist in beiden Richtungen eine Synchronisation mit dem rsync/grsync  möglich. Kaum nötig zu erwähnen, dass diese externe USB-Platte an der stationären Maschine einfach abgehängt, bei Bedarf dann unterwegs auf dem Notebook genutzt werden kann.


Haken d'ran - fertig!

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Die nächste, hier nun zu beschreibende Anwendung ist der Passwortmanager "Keepass", von mir bislung portabel unter Windows in der Version 1.xy eingesetzt. Ich nutze das Teil nicht nur und wie der Name vermuten lässt für die sichere Speicherung von Passwörtern, sondern wesentlich umfangreicher. Auch Lizenzen, Seriennummern, Bankverbindungen und andere vertrauliche Daten sind dort in strukturierter Form abgelegt.

Mir war bekannt, dass es mittlerweile eine (ebenfalls portable) Version 2 dieses Passwortmanagers gibt und dass er ein anderes Datenformat schreibt, die Daten der Version 1 jedoch lesen kann. Nur hatte ich bislang eigentlich keinen Grund auf die neue Version umzusteigen. Unter Linux existiert jedoch ausschließlich die Version 2, hier KeepassXC  genannt. Damit war dann die weitere Vorgehensweise klar:

1. Upgrade des Passwortmanagers unter Windows auf die portable Version 2 (XC)

2. Einlesen der Daten von Version 1 und anschließend unter Version 2 speichern

3. Anpassung der Strukturen bzw. Kategorien wo nötig und dann erneut speichern

4. Unter Linux den Truecrypt Container einhängen

5. Mit der Linuxversion (KeepassXC) auf die Daten zugreifen und im Linux-Home ablegen/bearbeiten

6. Synchronisation mit dem rsync/grsync  wie bei den Daten von Softmaker-Office


Haken d'ran - fertig!

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Die letzte, hier beschriebene Anwendung (mindestens ein weiterer Artikel wird noch folgen) ist der Finanzmanager MoneyManagerEx (MMex), den ich seit rund zehn Jahren nutze und der für die Verwaltung der privaten Finanzen vollkommen ausreichend ist; unter Windows und portabel vom Stick.

Es gibt wohl eine Debian-Variante von MMex, konnte ich diese unter Linux Mint auf nach vielen Versuchen nicht zum Laufen bringen. Vielleicht mein Unvermögen, aber die dahingehend umfangreiche Recherche brachte zutage, dass es wohl auch anderen so geht, keine unter Ubuntu/Mint installierbare Version zur Verfügung steht.

Ok, die Alternative wäre ein anderes Programm, welches in beiden Welten, unter Linux wie unter Windows (natürlich mit gleichem Datenformat) zur Verfügung steht. GnuCash oder HomeBank wäre geeignet, aber meine Tests ergaben, dass ich da wohl mit Kanonen auf Spatzen schießen würde, einen umfangreichen Lernaufwand für diese eher semiprofessionellen Programme eingeschlossen.

Und dann, wieder etwas gelernt, kam mir während der Recherchen die "Snap"-Version von MMex unter. Analog den im oben verlinkten, initialen Artikel zu Linux beschriebenen AppImages  bietet Snap  ebenfalls die Möglichkeit, Linuxprogramme -ähnlich der portablen Versionen unter Windows- weitgehend unabhängig von der jeweiligen Linux-Version zur Verfügung zu stellen. Im Gegensatz zu den AppImages, die wirklich "standalone" daher kommen, brauchen Snap-Programme jedoch eine Basis unter der jeweiligen Linux-Version. Für die gängigen Versionen von Ubuntu/Mint  steht diese Basis glücklicherweise zur Verfügung. Na dann...:

1. Snap-Basis installieren

2. Die Snap-Version von MMex darauf installieren

3. Die Daten aus der Windows-Version von MMex in die Snap-Version einlesen

4. Im Linux-Home unter der bereits genannten Verzeichnisstruktur wieder abspeichern

5. Die abgespeicherten Daten testweise mit der Windows-Version von MMex lesen

5. Synchronisation mit dem rsync/grsync  wie bei den Daten von Softmaker-Office


Haken d'ran - fertig!