11 Feb 2020

Videobearbeitung - Stabilisierung

Submitted by Bernd

Aus gegebenem Anlaß, beim Aufbereiten einiger Videos meiner Nordlandtour in 2015, da stellte sich wieder mal die Frage, wie verwackelte Videos nachzuarbeiten, zu verbessern sind. Hier nun der aktuelle Stand:


In der Regel filme ich freihändig, ohne Stativ. Das hat zwar etwas von Spontanität, von Authentizität, ist das Resultat jedoch meist mit mehr oder weniger verwackelten Bildern versehen; soweit kein hochwertiges, teures Equipment eingesetzt wird. Ok, eine GoPro werde ich mir vielleicht noch zulegen, aber aktuell gibt es noch diverses Videomaterial aus den vergangenen Jahren, welches der Aufbereitung harrt.

Seit 2015 verwende ich eine Kompaktkamera (Sony HX50V), welche sogar eine kleine Bildstabilisierung gleich bei der Aufnahme bereitstellt; muss man jedoch in den Menüs erst mal finden. Auch bessere Smartphones bieten diese Funktion, ist das zur Aufnahmezeit in jeden Fall wirkungsvoller als eine Nachbearbeitung. Ok, mehr geht immer, kostet dann aber auch mehr ...

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In der Vergangenheit und noch unter Windows mich bewegend, da habe ich zur Video-Nachbearbeitung in der Regel die freie Software "Avidemux" eingesetzt. Schneiden, neu Zusammenstellen, verschiedene Audio/Video-Filter (Schärfe, Größe etc.) einsetzen, das alles klappt einwandfrei. Nur gibt es keine Möglichkeit der Stabilisierung von verwackelten Videos. Dahingehend käuflich erwerbbare Programme habe ich und soweit es möglich war in einer kostenlosen Testversion ausprobiert, bei der von mir anvisierten Preisklasse (30 bis 50 Euro) dann jedoch für zu leicht befunden. Denn es gab eine ebenfalls kostenlose Referenz:

Youtube bietet (nach Anmeldung, versteht sich) einen kleinen Videoeditor, bei dem auch die Funktion enthalten ist, verwackelte Videos zu stabilisieren. Den Preis dafür zahlt man mit den Anmeldedaten und dem sich Bewegen müssen in diesen, nicht immer gradlinigen Strukturen der US-Datenkrake. Das Ergebnis der Nachbearbeitung war (halbwegs) besser als das Original, aber eben nur halbwegs. Das Bild wurde deutlich unschärfer und bekam außerdem eine Art statischer Mamorierung. Aber immerhin besser als Nichts!

Zwischenzeitlich nun umgestiegen auf Linux  wollte ich das Thema neu aufrollen. Mit "transcode" und "ffmpeg" nebst derer umfangreichen Optionen schienen mir wirklich gute Kandidaten bereitzustehen. Aber leider, leider war ich wohl zu blöd, eine wirklich gute unter Linux Mint lauffähige Version zu installieren. Mit viel Mühe gelang es, eine One-Pass Version bereitzustellen, die dann in ihrem Output eher schlechter war, als das von Youtube gewohnte. Die als richtig gut beschriebenen Two-Pass Versionen konnte ich leider nicht zum Laufen bringen.

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Allerdings, bei meinen Recherchen zu diesem Thema, zu Linux-Codecs oder gar vollwertigen Programmen kam mir eine andere Möglichkeit unter. Ähnlich wie bei Youtube, aber ohne Anmeldung und ebenso ohne das ganze Youtube-Gedöns kann man Videos hochladen, stabilisieren lassen und dann wieder runterladen. Dass diese (kostenlosen) Anbieter natürlich auch eine Art Geschäftsmodell betreiben, das darf vermutet werden. Aber wenn der Zugriff ohne Anmeldung und sogar über VPN funktioniert, dann wird das aus Sicht der persönlichen Daten wohl nicht so schlimm sein ...

Zwei Anbieter (es gibt weitere) habe ich getestet, welche von der Größe der zulässigen Videodateien wohl ausreichend sind und es sehr gradlinig einfach um das Hochladen, Umwandeln und wieder Runterladen geht. Beide Anbieter nutzen eine höhere MP4-Komprimierung als meine Kamera, so dass die schlußendlich entstandenen Dateien gar rund ein Drittel kleiner sind als die Originale. Und beide bieten (gefühlt) eine bessere Qualität die von Youtube.

Der eine, stabilizo.com  nutzt möglicherweise das 1-Pass Verfahren, ist das Hochladen und das Umwandeln ein einziger, ggf. etwas länger dauernder Vorgang ohne jegliche Rückmeldung, muß man nach Fertigstellung lediglich auf "Download" klicken.

Der andere, video-stabilize.com  trennt die Vorgänge des Hochladens, des Umwandelns und des Runterladens, vermeldet beim Umwandeln via einem Fortschrittsbalken einen kürzeren ersten und anschließend einen längeren zweiten Durchlauf (2-Pass).

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Also einfach mal selbst probieren, dann ganz subjektiv beurteilen, ggf. bereits anhand des folgenden Beispiels (2-Pass) dieser pittoresken Schärenlandschaft nördlich von Göteborg, aufgenommen bei meinem Besuch im Herbst 2015:

Das Original -----> Nach der Umwandlung


Ich finde, das Ergebnis ist nur minimal unschärfer, ist außerdem und gleich nach wenigen Sekunden, wenn ich an dieser rechts sich hochziehenden Felswand vorbei laufe, als deutlich ruhiger zu erkennen.