28 Mär 2019

Valle Maira - März 2019

Submitted by Bernd

Ganz spontan kam mein italienischer Wanderfreund Ende Februar 2019 zu Besuch; und ebenso spontan fuhren wir Anfang März wieder nach Italien, in seine Heimat in der Valle. Für mich und nicht weniger spontan waren das die ersten Tage der Erholung nach den Anforderungen unseres Umzuges von Berlin an die südhessische Bergstraße.

Italienische Version ...


Zum Aufwärmen reicht der Odenwald, hatten wir auch hier einige schöne Tage; aber vorher muß sich der Freund Kost und Logis erst mal verdienen. Dann geht es raus in den Wald; später mit einem schönen und weiten Blick von der Burgruine Tannenberg runter in Richtung Seeheim-Jugenheim. Zum Abschluß folgt noch ein Rundgang auf der Burg Frankenstein, soll das jedoch hier und vorerst nicht weiter vertieft werden, hier nicht das wirkliche Thema.

 

Sonntag, der 03.03.2019:

Heute geht es los, kurz nach sieben Uhr in der Früh' und ganz rudimentär auf dieser Route. Klar, das kann man natürlich auch noch etwas genauer darstellen; so beispielsweise. Unterwegs, auf einem Autobahn-Rastplatz in der Schweiz überholt uns gar dieses Gefährt, können wir nur hinterher winken.

Schlußendlich, exakt um 17:30  ist die Tagestour geschafft, gar etwas wärmer hier  als bei unserer Abfahrt, 800 Kilometer weiter im Norden. Für die angedachten drei oder vier Tage schlafe ich in der casa di su papa, ist das mein Schlafplatz  in der Wohnküche des Freundes. Den Abend, und das ist klar, lassen wir mit Pasta und italienischem Wein ausklingen.


Montag, der 04.03.2019:

Keine Hektik, kein Stress, erst mal schnuppern. Der Tag wird wohl schön und wir lassen das Auto stehen, gehen am späten Vormittag zum Podio, eine Ansamlung von wenigen Hütten und Häusern oberhalb von San Damiano auf knapp 1.000 Metern Höhe. Alles grün hier Anfang März, geht unser Blick nach Osten  in Richtung Talausgang bei Dronero; und nach Westen  in Richtung Frankreich. Links unten im Bild, das ist San Damiano.

Auf dem Rückweg erweisen wir noch zwei italienischen Partisanen unsere Referenz. Die Provinz Cuneo und insbesondere dieses Tal waren ein Rückzugsgebiet des Widerstandes gegen die teutonischen Barbaren, begegnen einem hier in den Bergen immer mal wieder kleine und auch größere Mahnmale.


Dienstag, der 05.03.2019:

Heute wartet der Schnee. Wir fahren einfach mal etwas höher hinaus, bis kurz hinter das kleine Bergdorf Preit auf rund 1500 Metern gelegen. Dann ist die Straße für Fahrzeuge gesperrt gehen wir auf einer relativ harschen und dennoch glatten Schneedecke  bis zur uns bekannten kleinen Brücke, dem Abzweig zum Lago Nero;

 

 

 

 

 

 


und geben dann auf ...

Sobald der Weg etwas steiler wird, gibt es selbst mit den grobstolligen Wanderschuhen kein Halten mehr auf der festen, geschlossenen Schneedecke; und die Ramponi, die Steigeisen haben wir nicht dabei. Ok, falls es morgen ebenso schön wird wie heute, dann erfolgt ein neuer Versuch - diesmal mit Ramponi.


Mittwoch, der 06.03.2019:

Der Wettergott ist uns gewogen, die Ramponi liegen bereit. Also nochmal hoch in das Bergdorf Preit; und kurz danach den Wagen auf einem improvisierten, erkennbar auch von anderen Winterwanderern frequentierten Parkplatz abgestellt;

und die Ramponi, genau die da  angelegt. Herrlich, gegenüber der gestrigen, nicht ganz ungefährlichen Rutschpartie kommen wir heute stramm voran, haben recht schnell die Brücke, den bereits erwähnten Abzweig von Lago Nero und Gardetta auf rund 1.600 Meter erreicht.

Alles weitere aus zwei Tagen und nochmal zusammengefasst befindet sich in dieser Bildergalerie ...


Donnerstag, der 07.03.2019:

Kurz und knackig diese Tage, geht es heute für mich nun zurück. Es darf wieder die gleiche Tour wie auf der Herfahrt werden, also über den Aostapass. Genauer gesagt, durch den gebührenpflichtigen Aostatunnel. Der Pass selbst, der Gran San Bernardo ist nur im Sommer geöffnet, geht es dort auf über 2.400 Meter Passhöhe.

Wochentags dürfte mehr Verkehr sein als am Sonntag auf der Herfahrt. So geht es bereits kurz vor 7 Uhr dann mal los. Und das Navi schwindelt natürlich, kann nicht ahnen, dass es nachmittags zwischen Karlsruhe und Heidelberg massive Staus geben wird. Es wären nach Meinung der ansonsten tollen Technik die 800 Kilometer bereits vor 16 Uhr absolviert.

Schon auf dem Autobahnring um Turin wird es verkehrsmäßig eng; und dennoch liege ich kurz vor dem Aostatunnel noch relativ gut in der Zeit. Draußen ist es eher grimmig. Vor dem Tunnel sind noch einige Galerien, hier  und hier zu absolvieren, dann geht es rein (Video).

Auf schweizer Seite geht es dann in vielen, vielen Haarnadelkurven abwärts, ist irgendwann die Autobahn erreicht. Und es klart sogar ein wenig auf, kommt am Genfer See die Abfahrt nach Montreux in Sicht. Und dann, nach vielem Stop&Go, nach einer Umleitung über die Dörfer bin ich mit beinahe dem letzten Tropfen Sprit im Tank kurz vor 20 Uhr  dann endlich angekommen. Ok, 6,4 Liter Diesel auf 100 Kilometer  sind kein wirklich schlechter Wert ...