9 Mär 2020

Italienisch lernen - Was so geht ...

Submitted by Bernd

Im Jahre 2019 führte mich mein Weg dreimal nach Italien, konnte ich beim zweiten und dritten Besuch und was die italienische Sprache angeht durchaus ein wenig mehr verstehen. Da machte sich der seit Januar 2019 betriebene Duolingo-Kurs  schon bemerkbar. Wie oft, und ob überhaupt der sprachliche Praxistest in diesem Jahr erfolgen wird, das scheint momentan wegen dem sich ausbreitenden Corona-Virus eher unklar.


Dennoch, das Lernen dieser schönen, aber schweren Sprache geht weiter; wird aktuell gar noch um zwei Komponenten ergänzt, über die nun hier zu berichten sein wird.

Nach der Rückkehr aus Italien Ende September 2019 war in Sachen des konsequenten, beinahe täglichen Lernens der italienischen Sprache erstmal eine gewisse Ruhepause angesagt. Bestenfalls zweimal in der Woche schaute ich bei Duolingo für eine kleine Auffrischung rein, ergänzte ansonsten die von mir geführten separaten Unterlagen. Erst im Laufe des Januar 2020 ging es konsequent weiter, dann auch wieder vier bis fünf Mal die Woche; wie gehabt immer nur zwei oder drei Blöcke und oft auch Wiederholungen. Erstaunlich, wie viel da hängengeblieben ist ...

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Ende Januar waren wir für einige Tage in Berlin stand dabei auch der Besuch von Dussmann, dem sogenannten Kulturkaufhaus in der Friedrichstraße an. Zeit genug zum stöbern in den vier Etagen hatten wir und in der was es so an Lernhilfen für italienisch gibt, das hat mich schon interessiert. Dieses Buch  war noch in Folie eingeschweißt; und so bat ich die freundliche Verkäuferin, mir einen Blick in das Buch zu gestatten, die Folie zu entfernen. Während meine Begleiterin (in den vier Etagen, wohlgemerkt) ihren Interessen nachging verzog ich mich in eine der Leseecken; und schaute im Buch mal quer, etwas intensiver schon.

"für Dummies" klingt ja ganz liebevoll, besitze ich bereits einige thematisch vollkommen anders gelagerte Bücher aus dieser "Reihe"; und wurde ob der oft unkonventionellen Darbietung noch nie enttäuscht. Ähnlich ging es mir hier. Bis auf die ersten zwei Kapitel, in denen einige Grundlagen der Sprache dargeboten werden, ist das Buch aus meiner Sicht eher als eine Sammlung von Situationen, von Spotlights zu verstehen. Keine aufeinander aufbauenden Lektionen -das habe ich ja bei Duolingo- sondern situative Inhalte, die jeweils für sich stehen können, die auch abseits des Schreibtisches konsumierbar sind und wo immer etwas hängen bleibt.

Ok, 20,- Euro sind aufgerufen, habe ich für die aktuelle Ausgabe (2017) dann hingegeben. Eine spätere Recherche im Netz ergab, dass es ältere Ausgaben gibt, die als gebrauchte Bücher ggf. preiswerter zu erstehen sind. Das günstigste Gebrauchte der aktuellen Ausgabe war jedoch unter 18,- Euro (incl. Versand) nirgendwo zu finden, habe ich für meine zwei Euro mehr das bereits angelesene Buch gleich mitnehmen können.

Schön, waren mir die Grundlagen aus den ersten zwei Kapiteln weitgehend bekannt, dennoch bei Duolingo in dieser kompakten Form nicht nachlesbar. Manches gar und gerade was die grammatikalischen Hintergründe angeht, das war mir sogar neu bzw. hilfreich für das weitere Verstehen. Gut außerdem, dass die verschriftete Lautsprache durchgängig mit angegeben wird. Gerade wenn man nur selten Gelegenheit hat in das italienischsprachliche Umfeld einzutauchen, dann ist das ebenfalls hilfreich.

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Die andere, der zwei eingangs erwähnten Komponenten ist der nun intensivere Umgang mit DeepL, dem aktuell wohl besten Übersetzungsprogramm, für kürzere Texte auch in einer kostenlosen Version verfügbar und für meine Anforderungen vollkommen ausreichend. Im Gegensatz zum bekannten Google-Translator ist die Anzahl der verfügbaren Sprachen sehr begrenzt, aktuell wohl lediglich neun an der Zahl. Aber diese eben, nach allem was man von unabhängigen Fachleuten dazu lesen kann, für eine maschinelle Übersetzung nahezu perfekt.

Klar, Sprache bewegt sich oft auf der Metaebene, ist auch schon mal ironisch gemeint, mit Metaphern durchwirkt oder setzt das Vorhandensein von themabezogenem Kontext voraus. All' das werden Maschinen auch absehbar nur eingeschränkt verstehen und adäquat übersetzen können. Aber der gleiche englische (das verstehe ich recht gut) Text mit DeepL vs. dem Google-Translator übersetzt bietet mir anschließend mit DeepL das bessere, flüssigere Leseerlebnis; und wird auch hier im Blog  schon mal angewendet.

Mit der italienischen Sprache bin ich noch lange nicht soweit wie zum Englischen, werde das in diesem Leben wohl auch nicht mehr schaffen. Insofern kann ich bislang kaum etwas überprüfen; mit Ausnahme der eigenen Texte. Denn die kenne ich und der sich einstellende Lerneffekt beim Vergleichen mit einer DeepL-Übersetzung ist durchaus gegeben. Was ich ebenfalls schnell gelernt habe, versuchen werde mich bei den zur Übersetzung vorgesehenen Texten daran zu halten, das ist die Vermeidung der von mir gern verwendeten Schachtelsätze. Maschinen mögen das nicht so, verlieren den Kontext auf der zweiten oder dritten Ebene.

Gesagt, getan! Bei der Aufbereitung unserer drei Wandertouren in 2019 kam mir die Idee, das bislang gelernte -und eben auch DeepL- gleich so zu verwenden, dass es wahlweise, über einen Umschaltlink ansteuerbar, eine deutsche und eine italienische Version geben soll. DeepL, wie könnte es anders sein, übersetzt den Text; und alle von mir im deutschen Original verwendeten Attributierungen, Verlinkungen etc. gehen verloren. Die Anforderung besteht nun in erster Linie darin, den italienischen Text nun ebenfalls entsprechend aufzubereiten. Bei Absatzüberschriften etc. ist das noch einfach, aber einen Link sinvoll hinter die passenden Wörter zu legen, das bedeutet schon, diese Wörter zu identifizieren, zu verstehen. Nicht zuletzt, weil die Wortstellung im Satz im Italienischen eine ganz andere sein kann als im Deutschen.

Hier nun das erste Ergebnis; und auch mein italienischer Freund hatte kaum etwas zu bemängeln.


Gleich nach dem einführenden Text befindet sich der Umschalter, kann man zwischen italienisch und deutsch hin- und her schalten; oder, je nach Möglichkeiten des eingesetzten Browsers, in zwei Tabs nebeneinander stellen.

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Abschließend, hier die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen einer maschinellen Übersetzung aufzeigend, kommt noch etwas Kultur; genauer gesagt: Musik. Ein wie ich finde tolles Stück von Gianna Nannini  soll dafür herhalten. Über den im Grunde ironischen, gar lästerhaften Text habe ich mich mit dem Freund unterhalten und ihm die eher sterile, distanzierte Übersetzung durch DeepL gezeigt. Dieser Text sei viel vulgärer zu verstehen; meinte der Freund. Also, hier zum selbst überprüfen; erst das Video und darunter der (übersetzte) Text:
 


Zum vergrößern des Textes einfach raufklicken ...