4 Jul 2020

Linux Mint / Vorerst letzte Baustellen

Submitted by Bernd

Mein Umstieg auf Linux in der Version Mint & Cinnamon geht voran, wurden einige noch offene Baustellen bereits in diesem Artikel  adressiert, kommen nun weitere dazu, bleibt für das gute, alte Windows 7 kaum noch eine Aufgabe übrig.


1. VPN

Das ist wichtig, wird im Zuge des offiziell immer enger werdenden, politisch korrekten Meinungskorridors zukünftig wohl noch wichtiger. Über die Jahre habe ich mehrere VPN-Anbieter getestet, bin seit 2014 bei Hotspot Shield  (HSS) hängen geblieben.Nach wie vor zahle ich für das unbegrenzte Datenvolumen lediglich  gut 30 Euro im Jahr, war mir die Performance meist ausreichend, die Wahl der weltweit nutzbaren Server mehr als genügend.

Anfang 2020, beim Umstieg auf Linux, musste ich nun feststellen, dass HSS lediglich für Windows und Android zur Verfügung steht, Hatte mich daher schon auf eine Neuorientierung eingestellt, war mir über einen Freund NordVPN empfohlen worden, ist bei einer zwei bis dreijährigen Laufzeit auch kaum teurer als HSS; und bietet Unterstützung für Linux.

Ok, eine letzte Mail an den Support von HSS, was meine (leider) nun wohl notwendige Kündigung angeht, kann nicht schaden; so dachte ich mir. Nur wenige Tage später kam die Antwort, dass eine Linux-Version kurz vor der Fertigstellung steht; und im Mai dann auch wirklich zur Verfügung stand. Ok, keine grafische Oberfläche, wie bei Windows, einfach eine schlichte Kommandozeilenversion. Aber, so mein Eindruck, hochperformant und im Gegensatz zu den unter Windows immer mal gegebenen Aussetzern absolut stabil.


Haken d'ran - fertig!

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2. IrfanView

Kein Programm unter Linux kann meiner Meinung nach dem Windows-Bildbearbeitungsprogramm IrfanView in Schlichtheit, Leistungsfähigkeit, intuitiver Bedienung etc. das Wasser reichen; was meine Ansprüche als Nichtprofi angeht.

Bei meiner verzweifelten Suche kam mir dann der Windows-Emulator "Wine"  unter. Eigentlich habe ich für Windows-Programme ja die virtuelle Maschine, aber ein simples click&go unter Linux und nur für ein bestimmtes Programm wäre vielleicht nicht schlecht.

Also Wine unter Linux  installiert und darunter dann Irfanview. Installation und Konfiguration sind zwar etwas fricklig, aber schlußendlich und nur für dieses eine Programm (dachte ich) sollte das genügen. Mit Dateimanagern unter Linux bin ich eigentlich gut versorgt, neben dem Standard namens Nemo und dem insbesondere für die Rechteverwaltung guten Krusader habe ich mit kürzlich auch noch den DoubleCommander installiert. Letzterer kommt dem von mir geschätzten Total Commander unter Windows schon ziemlich nahe.

Dennoch, einen Vorteil bietet eben dieser Total Commander: die excellente FTP-Anbindung mit diversen Profilen. Also Grund genug, den Total Commander via Wine auch mal in Linux einzubinden. Der FTP Zugriff funktioniert wie gewohnt, aber das lokale Schreiben (und insbesondere Löschen) scheiterte; wohl an dem Linux Rechtesystem. Aus IrfanView heraus kann ich stattdessen einwandfrei Schreiben, Überschreiben und auch Löschen. In soweit dennoch erstmal

Haken d'ran - fertig!

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3. Webserver

Da ich aktiv zwei Webseiten betreibe und drei weitere betreue, so ist es für allfällige Test- und Backupzwecke schon sinnvoll, einen lokalen Webserver zur Verfügung zu haben. Unter Windows nutzte ich dafür das leicht zu installierende System namens XAmpp. Gibt es auch für Linux, aber meine Ansprüche und auch wegen dem bereits laufenden Linux-Server gingen da weiter.

Sprich: Apache, MySql und Php nebst aller notwendigen Module sollte auf dem lokalen Rechner manuell eingerichtet werden. Anleitungen dazu findet man im Netz, muß sie nötigenfalls an die eigenen Situation anpassen. War nach einigen Versuchen auch erfolgreich, mit dem kleinen Problem: ein lokales Schreiben aus den Drupal-Anwendungen war nicht möglich, aus Nextcloud dennoch schon; besser als nichts, aber nicht genug..

Meine diesbezüglichen Recherchen im Drupal-Umfeld waren nicht erfolgreich, aber das "Problem" löste sich dann jedoch von allein, als ich von Php 7.2 auf 7.3 updatete, gleichzeitig die Datenbank von MySql auf MariaDB änderte. Keine Ahnung, aber dann war auch lokales Schreiben aus den Webanwendungen auf Basis des eigentlich bekannten Systems Drupal (Version 7) möglich.

Haken d'ran - fertig!

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Ausblick: Im nächsten Artikel dieser Reihe wird vom Umstieg auf Mint 20 die Rede sein, konsequenterweise wohl gleich auch mit einem neuen Laptop, Der bisherige (Lenovo T420) läuft nach acht Jahren immer noch recht gut, jedoch in Verbindung mit VMware, mit virtuellen Maschinen er dann erkennbar an seine Grenzen kommt.