11 Mär 2013

Bilder einer Ausstellung

Submitted by ebertus

Flyer + Eintrittskarten
Bild(montage): Bernd Ebert


Bei Weitem nicht nur Bilder! Und zugegeben, als dahingehend bekennender Kulturbanause so sind mir  Modest Mussorgsky's "Pictures at an Exhibition" erst via dem gleichnamigen Konzeptalbum von Emerson, Lake & Palmer bekannt geworden. Mit Yoko Ono war es ähnlich, kam sie mir erst durch die Liaison mit John Lennon auf den kulturorientierten Radarschirm.

 

 

Season of Glass war dann meine erste Langspielplatte von Yoko Ono; bereits vor rund dreissig Jahren erstanden. Ansonsten ist eine künstlerische Avantgarde und über die Musik hinaus im Grunde nicht so mein Fall. Avantgarde und eben nicht im Sinne von Führung, von Vorangehen wo die Mehrheit dann "irgendwann" folgt. Avantgarde als Einzel- und bleibender Ausnahmefall soweit alle existentiellen Anforderungen des menschlichen Seins absehbar befriedigt sind, primär die Spitze der bekannten Bedürfnispyramide weitgehender Aufenthalts- und Bestimmungsort ist.

Ein wenig, nur ein wenig und auf sehr dünnem, mit Sicherheit vergänglichem Eis, so kann sich heute -jenseits des Berufslebens- Kunst und Kultur(wissenschaft) ein Stück weit des Kopfes bemächtigen. Die Recherche zu "Season(s) of Glass", dem oben verlinkten Blogtext brachte beinahe zwangsläufig diese Frau, brachte mir Yoko Ono als Avantgardekünstlerin und Performerin in den Fokus; weit über die Musik hinaus. Neue und -dank des Internet, der archivierten, frei zugänglichen Texte-  jahrzehnte alte Artikel des Rolling Stone, die Berichterstattung zur Feier des mittlerweile achtzigsten Geburtstages von Yoko Ono in der Berliner Volksbühne und nicht zuletzt der Hinweis auf die Ono-Retrospektive in Frankfurt; das weckte meine Neugier.

Natürlich, Kunst und gar derartige Avantgarde im Sinne von "Anything goes" ist gewöhnungsbedürftig; soweit man sich überhaupt darauf einzulassen vermag. Derartige "Kunst" ist in jedem Falle absolut interpretationsfähig und Yoko Ono steht sehr exemplarisch für diese Art von Kunst. Es sind oft im Grunde nur Fragmente bzw. Anregungen, welche dann im Kopf des Betrachters mehr oder weniger "weitergedacht" werden dürfen, sich entwickeln können - nicht unbedingt müssen; und keineswegs einem bestimmte Schema folgend. Was bei Yoko Ono das Außergewöhnliche markiert, das ist nach meinem Verständnis die Vielfalt der darüber angeregten, angesprochenen menschlichen Sinne. Optische und/oder akustische Eindrücke stehen nicht allein, es darf darüber hinaus auch getastet, angefasst und weitergehend und ganz konkret tätig geworden, bei den realen Performances mit Sicherheit gerochen werden. An Letztere kann so eine Retrospektive nicht anknüpfen, aber ein Stück weit mal gucken, mal hören, mal fühlen, mal sich einlassen; das sollte schon gehen. Am Wochenende, am Samstag war es soweit, ergab sich die Gelegenheit:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Die "Schirn" befindet sich direkt im historischen Zentrum von Frankfurt am Main und die Anfahrt mit der U-Bahn (Dom/Römer) ist absolut stressfrei. Im Eingangsbereich gibt es passend zur Ausstellung einen sog. Nachrichtenbaum, an den der geneigte Besucher die bereitliegenden Zettelchen nach dem Beschriften anhängen darf. Habe auf die Teilnahme verzichtet, aber Andere hatten dort nette Grüße -auch Wünsche- hinterlassen. Dann geht es die im Hintergrund erkennbare Treppe hoch, begleitet von einem möglichen Blick durch die Glasfenster auf diese historische Frankfurter Szenerie.

Nach der Einlasskontrolle wartet die erste Performance - auf den Besucher... Eine klassische, gläserne Drehtür bietet den vermeintlichen Zugang. Dumm nur, dass diese Drehtür nur einen Eingang besitzt, der gleichzeitig als Ausgang fungiert und es immer mal kräftig rumpelt, wenn ein Besucher, eine Besucherin dort raus will, wo doch nur Sicherheitsglas wartet. Im Inneren der Ausstellung gibt es noch ein ähnliches Konstrukt, ein GlasLabyrinth, welches bitte nur auf Strümpfen zu begehen ist. Und wenn man das dann nach diversen Remplern geschafft hat, dann wartet ganz innen ein Telefon. Keine Ahnung, was da zu hören ist, habe es nicht versucht, war mir doch der wohl obligatorische Rempler an der Drehtür bereits genug an derartiger Performance.

Was allfällige weitere Bilder etc. betrifft, so sei auf die dahingehenden "Schirn-Policies" verwiesen, wurde ich erst recht spät und durchaus freundlich auf die geltenden Restriktionen hingewiesen. Die Kamera musste ich ebenfalls weder abgeben noch unter Aufsicht die Speicherkarte löschen. Dennoch und im eigenen Interesse wollte ich darauf verzichten die bis zur Ermahnung bereits geschossenen Fotos hier öffentlich zugänglich zu machen. Insofern sei vorerst und abschließend auf die offizielle Website der Schirn und damit auf diverse weiterführende Bilder, Videos und Texte verwiesen.


Ansonsten, siehe auch hier im Blog: Seasons of Glass.