21 Dez 2013

Auch Qualitätsjunkies müssen sparen

Submitted by ebertus

Radikale Kürzung...! Bei meinem neuen Tablet war die App der New York Times gleich vorinstalliert. Spiegel-International geht da wohl andere, faktisch entgegengesetzte Wege...?

Ich gebe es zu! Im Gegensatz zu den verschiedenen, häufig angesteuerten englischsprachigen Medien wird SPON-International von mir eher selten gelesen. Aber deshalb und wie der Tagesspiegel aktuell schreibt, die relevante Mitarbeiterzahl von 5 gleich auf 1,4 zu kürzen, das ist nicht nett...

Noch weniger nett bzw. gar interessant sind die Hinweise weiter unten im verlinkten Text zu dem generell erwartbaren Gebaren des Spiegel:

Doch auch beim Print-Heft versucht Verlagsgeschäftsführer Ove Saffe, die Kosten angesichts sinkender Erlöse zu minimieren. Mitarbeitern wurden Abfindungsverträge angeboten, die angeblich auch von prominenten Autoren angenommen worden sein sollen.

[...]

Auch wegen des Konzepts, wie künftig mit Texten aus dem Print-„Spiegel“ auf der Website umgegangen werden soll. Sie sollen künftig als kostenpflichtige Texte neben den kostenfreien Online-Artikeln stehen. Den Lesern sei aber schwer zu vermitteln, warum sie für den einen Text zahlen müssten und für den anderen nicht, heißt es aus der Online-Redaktion.

 

Nun, ob der Weggang "prominenter Autoren" gleichbedeutend mit Qualitätsverlust daher kommt, das ist mit Sicherheit nicht ausgemacht. Aber ein Nebeneinander frei lesbarer und kostenpflichtiger Artikel war aus meiner durchaus interessierten Perspektive zuletzt bei der FTD zu erleben. Und wie das ausgegangen ist dürfte bekannt sein.

Natürlich, einen richtigen (wie definiert sich das?) Paywall zu errichten bzw. zu programmieren, das hat die eingangs erwähnte NYT rund 40 Millionen USD gekostet (irgendwo gelesen) - mit einem nach wie vor wohl  "open end" was den schnöden, betriebswirtschaftlichen Erfolg angeht.

Die zehn frei lesbaren Texte sind ja schön und gut, nur hat das damit verbundene und für Paywalls ganz grundsätzliche Prozedere (bei mir am Beispiel der israelischen Tageszeitung Haaretz) einen gegenteiligen, zumindest nicht den vom Anbieter wohl erhofften Effekt gezeigt. Das laufend erforderliche Anmelden (man stelle sich vor, bei mehreren Anbietern einen Account zu unterhalten), das nervt - aus Sicherheitsgründen wird bei mir der sog. Browser-Fingerprint variiert und beim Schließen des Feuerfuchs ganz gründlich gesäubert.

Es bleibt dahingehend wohl spannend...