15 Mai 2011

Water is an old friend ...

Submitted by ebertus


 Bildmontage: Bernd Ebert

Nachdem das Zeitoun-Projekt auf dem Freitag nun begraben wurde, das "Portlet" verschwunden ist, so wäre die aktuelle Entwicklung dort für den Autor des Buches, für Dave Eggers eine neue Herausforderung. Zwei Artikel in der NYT lassen Spielraum für Rückblick und Ausblick, teilweise eine etwas andere Art der Berichterstattung, als es hierzulande die Medien leisten.

Das Wasser kommt diesmal von Nordwesten, den Mississippi herunter. Viel Zeit für die Vorbereitung, die Entscheidung zwischen Pest und Cholera. Und diese Entscheidung ist relativ einfach in diesem Falle, sind doch diese maximal 25.000 Menschen und ihre Heimat schon rein ökonomisch gesehen das geringere Übel in der Realisierung von erwartbarem Schaden. Keine Ironie, auch meine Wenigkeit hätte so entschieden.

Den Menschen dort, und hier ergibt sich der Bogen zu Dave Eggers, wird in diesem zweiten Artikel der NYT ein Gesicht gegeben, Menschen in der dort noch weitgehend intakten Natur und immer im Angesicht der Existenzfrage, bis eben hin zur Apocalypse.

Russell Melancon, 55, grew up pulling catfish, bass and crawfish from the Atchafalaya River and the swamp that surrounds it. He married here and is raising a son here.

And now, the place he loves is likely to drown. It could take a month or more for the water to seep back into the swamp behind the house he built with cypress boards and sweat.

Erkannt? Spricht da nicht Zeitoun via Dave Eggers (vice versa)? Schlangen, Alligatoren, Moskitos, so ist das leben im Sumpfland dort unten, man denkt nicht einmal darüber nach.

“It’s where we was raised. Where my daddy was raised. Where we make our living,” he said. “Why you are here is something you never even think about. You are this place.”

Ein sehr naher Bericht über zwei lange Seiten und für diesen Beitrag hier dennoch lediglich der Aufhänger. Das Zeitoun-Projekt des Freitag gab einmal mehr Anlass, über das Land und die Menschen dort nachzudenken, die eigenen, vielfältigen Eindrücke drüben mit eben dieser Buchthematik, aber genauso mit den gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen zu vergleichen, Distanz und Nähe zugleich sichtbar werden zu lassen.

Wegen dem unkonditionierten Ende des Leseprojekts, ohne Benachrichtigung der Beteiligten und nun außerdem ohne (Portlet) Link auf das Geschriebene aller Beteiligten möchte ich zumindest meine Beiträge nicht im Dunkel der Historie verschwinden sehen, nehme die aktuellen Entwicklungen dort im Süden der USA zum Anlaß für eine kleine, mit Sicherheit sehr subjektive Zeitoun-Rückblende:


Zeitoun - Der Emofaktor

Zeitoun - Joe der Klempner

Zeitoun - Ruhe vor dem Sturm / Into the Wild

Zeitoun - Guantanamo für Leistungsträger

Zeitoun - Ambivalenz als Credo