16 Jun 2014

Auch Du, mein Sohn Konicz ...

Submitted by ebertus

Gemeinsam "für" das alternativlose System! Positiv denken, einfach einwirken lassen, sich zumindest über systemisch gebotene querfrontige Klarstellung im Klaren sein.

"Wieso fühlen sich Politiker der Linkspartei bemüßigt, an einer Querfront teilzunehmen, die das politische Koordinatensystem zu überwinden trachtet?"

schreibt bzw. fragt Tomasz Konicz bei Telepolis und übt gleich mal den querfrontigen Schulterschluß; auf der anderen Seite der Barrikade, versteht sich. Das wäre nicht schlimm und tut auch nicht weh, schließlich ist die kurz-belesene Linke mittlerweile wohl dort angekommen, wo Robert Kurz in 2003 lediglich Sektierer sah:

"...kann die antideutsche Ideologie nur mit rechtskonservativen, reaktionären und nationalistischen Tendenzen zusammen gehen. Das ist allerdings überhaupt die Fallinie, in der sie sich bewegt."

Nach der sog. Bankenkrise in 2008, nach Snowden, nach Libyen, Syrien, der Ukraine etc. haben es selbst Linke wie Konicz nun wohl aufgegeben, wider den Stachel zu löcken, reihen sich, mal geschmeidiger mal weniger ein in den alternativlosen Sachzwang namens "too big to fail", kritisieren das System nicht einmal mehr verkürzt -  sondern grundsätzlich überhaupt nicht mehr.

Damit dieses Resignieren, dieses Umfallen, dieses als erkennbare Hilflosigkeit zelebrierte Selbstmitleid nicht weiter auffällt, so spielen sie wie weiland die von Kurz benannten und im Detail analysierten Sektierer nun auf der offensichtlich, als beinahe last resort immer noch funktionsfähigen Klavitatur des "Antisemit!" als Herrschaftsinstrument. Derart umfangreich, via dreier Seiten über Jüdisches zu reflektieren, das klingt bei Konicz schon wie der verzweifelte Ruf nach einer sich selbsterfüllenden Prophezeiung; wird in Qualität wie Quantität wahrscheinlich bei allen dieser inkriminierten Montagsdemos nicht zu hören gewesen sein.

Sei es d'rum, die Konfliktpotentiale, die sog. Bankenkrise, Snowden, Libyen, Syrien, Ukraine etc. das alles geht als ein wenig schmackhafter Kelch selbst an den nun staatsräsonal eingehegten Linken nicht vorbei; müssen absehbar weitere Kelche und gar bis zur Neige geleert werden, ist man nun Teil der Gang. Allerdings, ein wenig (gespielt) würgen darf man als Linker da schon.

Und Chomskys "Die Herren der Welt" ist weiterhin lesbar, wenngleich mittlerweile wohl als neurechte Verschwörungstheorie.

Ok, warten wir auf die absehbare next stage, wenn dann gar Menschen wie Chomsky offiziell und gnadenlos entlarvt werden. Aktuell gibt es da ja noch die gewisse Beisshemmung; broderisiert man hierzulande vorzugsweise die "deutschen" Überbringer der Botschaft.