10 Feb 2014

Shortlinks, how to...

Submitted by ebertus

Shortlinks, das sind die hier bereits thematisierten Kurz-URLs d.h. Internetadressen in Kurzform sind in Optik und Handhabung bequem, haben Vorteile, aber auch Nachteile, sowohl für Ersteller wie Anklicker.

Anstoß zu diesem Blog gaben zwei, bereits Wochen bzw. Monate zurückliegende Rückfragen von Bloggern zu meinem Einsatz von Kurzlinks beim Freitag. Die eine "Frage" eher in Form einer Unterstellung, die andere doch etwas sachlicher. Danke in soweit!

Wie wäre es damit:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/kapitalismus/die-zukunft-des-kapitalismus-8-die-revolution-der-gebenden-hand-1812362.html

oder damit:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/kapitalismus/die-zukunft-...

Es gibt noch wesentlich längere Links bzw. Adressen, manche gar mit langen Zahlenkolonnen versehen oder, schlimmer noch, mit kaum entzifferbaren Sonderzeichen. Notieren und dann neu eintippen scheidet dabei in der Regel aus.

Soweit der Editor diese Funktion bietet (wie hier beim Freitag) ist der Link auch über einen frei wählbaren Begriff erreichbar: klick

Der erste, oben angegebene Link ist anklickbar, aufrufbar, wurde die aus der FAZ-Seite gecopyte Adresse des Browser hier gepastet, das Ergebnis markiert und dann in der entsprechenden Editorfunktion nochmals gepastet. Nicht bei allen Editoren ist diese Funktion möglich bzw. sie ist bewußt nicht freigeschaltet.

Der zweite Klartextlink ist einfach kopiert und eingefügt, nicht in jeder Browser- bzw. Editorkonfiguration anklickbar. Er müsste für die Benutzung dann nochmals via copy&paste in ein separates Browserfenster überführt und gestartet werden.

Der dritte Link unter dem klick verwendet die hier mögliche Editorfunktion. Wenn man mit dem Mauscursor über den Link streicht, dann wird bei meinem Browser (Firefox) in der Statuszeile der darunterliegende Klartext angezeigt - soweit der Platz reicht.

Wie wäre es nun damit:

http://notina.net/15a   http:// notina.net/15a   klick

Die funktionale Reihenfolge ist wie oben, und der Vorteil liegt -nicht zuletzt- in der Kürze, was bei begrenzten Platzverhältnissen interessant sein kann, darüber hinaus die Links auch schnell zu erfassen, zu notieren sind, sich over all, auch tausende verschiedene Adressen eigentlich nur nach dem letzten, rechten Schrägstrich unterscheiden.

Der Nachteil dieser Notierung liegt darin, dass nicht zu erkennen ist, wohin der Link nun führt, nicht einmal ansatzweise. Man kann diese Information je nach Shortlink-System ergänzen, vor dem Aufruf der Zielseite eine Vorschauseite schalten, die den Klartextlink anzeigt und dann bestätigt haben will, ob man denn wirklich... oder lieber abbrechen wollte. Mich beispielsweise stört eine derartige, Aufmerksamkeit erheischende Unterbrechung des Leseflusses. Halte es in der Regel damit, den Link im Blogtext wenigstens kurz zu erläutern.

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Soviel erst einmal zum Grundprinzip der Shortlinks. Damit sie global funktionieren muss es eine Instanz im weltweiten Netz geben, welche beim Klick des Users auf den Kurzlink eben diese Instanz aufruft, aus einer dort geführten Tabelle die zum Kurzlink gehörende Klartextadresse heraussucht und diese dann startet.

Unternehmungen, welche den genannten Service anbieten -welchem Geschäftsmodell sie auch folgen mögen- die gibt es natürlich. TinyUrl beispielsweise, wohl eine der größten und bekanntesten. Wer diesen Service beim Erzeugen von Kurzlinks intensiv nutzt - und das werden weltweit viele sein- legt darüber natürlich regelrechte Linkfarmen an; was von der Unternehmung dann nach den verschiedensten Kriterien ausgewertet werden kann. Kann, weil Genaues weiss man nicht und nichts ist umsonst, oder? Ebenfalls ist nicht immer bekannt, wie lange die erzeugten Links aktiv bleiben. Bei den sich möglicherweise ergebenden Mengen an Adressen müssten selbst die Kurzlinks ja irgendwann immer länger werden.

Auf der anderen Seite des gesamten Prozesses steht der reine Nutzer vor Kurzlinks, der -die Vorteile bzw. Nachteile wurden weiter oben genannt- aus technischer Sicht und ob via Kurz- oder Klartextlink mit seinem Browser immer einen sog. Fingerprint bei der aufgerufenen Seite hinterläßt. Wie umfangreich dieser Fingerabdruck ausfällt, das kann der User in Grenzen steuern. Eine restriktive Browserkonfiguration, die Ergänzung durch Add-ons und/oder zwischengeschaltete Proxyserver, gar VPN-Systeme seien hier genannt.

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Falls man nun, vielleicht wegen dem eh' gegebenen Betrieb einer Website, über eine recht kurze Web-Adresse verfügt, so gibt es die Möglichkeit, über ein (natürlich) OpenSource-System selbst so einen Service aufzusetzen. Für den reinen Nutzer ändert sich nichts, aber als Ersteller, Bereitsteller von Kurzlinks genießt man einige Vorteile und gibt seine darüber erzeugten Daten sowie die der Nutzer (Fingerprint) eben nicht den anonymen BigPlayern preis.

Von mir wird für diesen Service und in Verbindung mit einem den copy&-paste Prozess erleichternden Firefox-Plugin YOURLS eingesetzt, ein OpenSource System, welches die von mir erzeugten Linkfarmen eben in meinem Zugriffsbereich belässt, auch was die Dauer der Bereithaltung und die Möglichkeit der Suche nach Inhalten beinhaltet, soweit der gesuchte Inhalt in der Klartextadresse vorkommt. 

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Abschließend und wegen der eingangs genannten Fragen, Rückfragen, Unterstellungen fahre ich seit einiger Zeit zweigleisig, lege wegen der genannten Vorteile via YOURLS meine Linkfarmen bzw. Kurzlinks an und verwende diese in der Regel. Nur beim Freitag werden von mir seit einiger Zeit die Klartextadressen via der genannten Editorfunktion eingesetzt.

Fall Manche(r) aus Vorgenanntem noch etwas gelernt bzw. vertieft haben sollte, so wäre der Blogtext hier dann nicht ganz umsonst gewesen.