19 Feb 2014

Endlich kleine Jungs schützen!

Submitted by ebertus

Wie, nun jetzt doch? Erst vor rund einem Jahr stimmte die Mehrzahl unserer großen Jungs (und Mädels) im Bundestag einer vorsätzlichen Körperverletzung kleiner Jungs doch ausdrücklich zu.

Satire überspitzt nicht nur die Realität, sie nimmt Realität zunehmend vorweg und verkehrt das Ergebnis dann auch schon mal in eine Farce; oder zur notwendigen politischen Korrektheit.

Nun also einmal mehr schärfere Gesetze schreibt die taz. Das trägt der Stimme des Volkes mit Sicherheit Rechnung und wird von den politsch Handelnden ganz ohne Blick zurück, eben als real gewordene Satire dann wohl genau so exekutiert. Eine bittere Satire, die via unterstellt möglicher Totalamputation zur Hochzeit der Beschneidungsdebatte eine gar antisemitisch konnotierte Karikatur gebar, sie ist mittlerweile (ebenfalls) Realität geworden; wie hier in einem anderen Blogtext thematisiert.

Qualitätshaltiger Flexi-Journalismus darf dabei natürlich nicht fehlen, ist auch jetzt nicht weit. In der SZ schreibt Heribert Prantl einen zu Herzen gehenden Text und unterscheidet sehr deutlich zwischen Strafrecht und Moralrecht, hebt darauf ab, dass dem vermeintlichen Delinquenten bislang nichts strafrechtlich Relevantes vorgeworfen werden kann. Nur Körperverletzung, gar noch vorsätzlich und erst recht gegenüber Schutzbefohlenen war doch auch bisher eindeutig dem Strafrecht zuzuordnen. Aber selbst wenn es mal strafrechtlich relevant werden sollte - macht nichts... Während der Beschneidungsdebatte sah dies der gute Heribert nach meiner Erinnerung dann doch etwas anders bzw. genau so, wollte Moral(recht) und Religion, jahrtausende alte Riten über das Strafrecht gestellt sehen.

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Ok, was bleibt für den Rest von uns? "Volle Deckung", wie hier in einem anderen Blogtext bereits thematisiert. In dutzenden von Fotoalben und Filmen, teilweise bereits digitalisiert lauern demnächst kaum noch abschätzbare Gefahren, ist das Material zu hüten wie den sprichwörtlichen Augapfel, könnten Diebstahl und andere noch vorsätzlichere Ereignisse auch nach Jahrzehnten -gnädig verjährt, als damals eben unwissend ebenso gnädig akzeptiert- vielleicht doch die Frage eines Moralrechts aufwerfen.

Und  Nein! Es geht dabei nicht nur um die eigenen Kinder. In der Badewanne, am Strand, im privaten Buddelkasten tummeln sich in großer Zahl auch noch die unbekleideten Kinder von (vielleicht ehemaligen) Freundschaften, Ex-PartnerInnen etc.

Man erkennt mit Schrecken: nicht nur der mittlerweile gängige Terrorismus- Extremismus- (feel free) Vorwurf taugt zur flächendeckenden Kriminalisierung.

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Hingewiesen sei auf diesen thematisch naheliegenden Blogtext hier auf der Website..