5 Dez 2013

Pornogucken verboten...!

Submitted by ebertus

KiPo war gestern, Zensursula ebenfalls. Aber wer denkt, dass eher passives "gucken" (nicht besitzen, nicht anbieten) keinesfalls strafbar sein kann, der wird sich ggf. belehren lassen müssen, denn Rechtsanwälte mahnen wegen Streaming ab!

Im Netz frei verfügbare "Inhalte" lediglich anzuschauen, eine Website die angeblich in NL (die Niederlande wohl) gehostet wird, das soll hierzulande rechtsrelevant sein? So schnell kommen ja nicht einmal die ansonsten und was das Urheberrecht betrifft eher willfährigen Parteien der ganz großen GroKo in ihrem vorauseilenden Gehorsam hinterher.

Und ob "Amanda's Secrets" nun die für eine Anwendung des Urheberrechtes relevante Schöpfungshöhe haben, sprich: qualitätshaltig genug sind, das mag ebenfalls bezweifelt werden; soweit bereits überprüft...?

Formaltechnisch gesehen konnten auch bei dem gewesenen "kino.to" bestenfalls diejenigen identifiziert werden, welche dort einen sog. Premium-Account unterhielten, diesen mit Kreditkarte etc. bezahlt haben. Praktisch ist -soweit mir bekannt- dahingehend und im Nachhinein jedoch nichts von Relevanz passiert. Streamen ist eben "Download", da wird nichts angeboten, worüber ansonsten Heerscharen an Tauschbörsennutzern -und manchmal durchaus unbewußt- zu Tätern werden.

Wesentlicher scheint (mir) an diesem hier in Rede stehenden Fall die Frage, inwiefern die in der Abmahnung genannte IP-Adresse nebst einer Benutzerkennung bei einem niederländischen Server/Provider abgegriffen, in Realdaten des Anschlußinhabers umgesetzt  und nun hierzulande rechtsrelevant in ein mögliches Verfahren eingeführt wurden bzw. werden. Da diese Tatsache des NL-Providers gemäß dem Text in obigen Link aber nicht aus der Abmahnung hervorgehen soll, so bleibt nur die Vermuntung, dass es sich um eine in den Gefilden eher übliche, im Grunde substanzlose Drohgebärde handelt.

Wie dem auch sei, VPN-Services zur Verschleierung der eigenen IP sind aus den verschiedensten Gründen mittlerweise auch hierzulande beinahe ein "must have". Ob als potentieller Terrorist etc. - oder eben Pornogucker:

Jeder, auch wer (angeblich) nichts zu verbergen hat, ist irgendwie schuldig... gläsern sowieso!

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Nachtrag 06.12.2013:

In den einschlägigen, den vielfach auch via der Kommentare dort mit juristischem Sachverstand versehenen Blogs  wird diese Abmahnung intensiv diskutiert. RA Udo Vetter (law blog) oder RA Markus Kompa (via Telepolis) mögen hier als Beispiele genannt sein.

Nicht zuletzt die Kommentare dort lassen die sehr grundsätzlichen Fragen dieser Abmahnung aufscheinen:

1. Wie gestaltet sich grenzüberschreitende Zusammenarbeit der offiziell involvierten staatlichen Instanzen und auf welcher rechtlichen Grundlage?

2. Wie kann das ledigliche "anschauen" von öffentlich dargebotenem Content (von Inhalten) bereits strafbar sein? Es müssen dabei ja keinerlei sog. Kopierschutzmechanismen überwunden werden.

3. Wie müsste (anders herum gefragt) die Reaktion des "Zuschauers" ausfallen, soweit er merkt, dass er genau dies gerade nicht schauen darf? Oder ist das dann eh' zu spät, haben die Loggingmechanismen der Website(n) bereits zugeschlagen?

4. Kann das IP-Spoofing auch über möglicherweise eingeblendete Werbeseiten (die irgendwo anders auf dieser Welt gehostet sein mögen) erfolgt sein? Sind sog. Adblocker gar für den aktiven Schutz mittlerweile notwendig.

Im Grunde skurril, diese Fragen und dennoch sehr real, wenn man verfolgt, wie willfährige Regierungen von den Lobbyisten der Contentindustrie instrumentalisiert werden. Diese von heise genannten EU-Konsultationen geben dabei einen guten Einblick in das Denken dieser Volksvertreter. Von einer Infragestellung der Privatkopie über das selektive Verbot von Linksetzungen bis zu DRM-Prozeduren oder auch der Behandlung des Browsercache geht die Liste der in Erwägung gezogenen Folterwerkzeuge.

Und wenn meinerseits (weiter oben) von dem "must have" eines VPN-Service gesprochen wurde, so dürfte diese Möglichkeit nur noch solange bestehen, bis man sich auch hierzulande ein Beispiel an ausgewiesenen Demokratien wie dem Iran nimmt, wo VPN-Systeme -wie immer mal demokratietechnisch sich erhebend, beinahe würgend großmedial vermeldet wird- nur unter staatlicher Kontrolle eingesetzt werden dürfen.

Schöne neue, skurril-bigotte Welt...

 

und wie geht nun

IP verschleiern?
schick mir doch mal bitte ne anleitung!
porno will ich nicht gucken - aber schleier mag ich.

Vermummung also...

Du bist möglicherweise Terrorist(in)?

wer kann das schon ausschließen?

für sich selbst wie auch andere...
also: wie verschleiere ich die IP? hattest du dazu nicht mal was geschrieben?

Geschrieben, Ja!

Von der Startseite hier im Blog links im mittleren Menübereich zu erreichen. Da habe ich vor mehr als einem Jahr mal etwas zu HSS-Elite und zu CyberGhost geschrieben. Für beide VPN-Systeme gibt es mittlerweile neue, erheblich verbesserte Versionen und ich unterhalte bei beiden einen (kostenpflichtigen) Account.

Kostenlose VPN-Services gibt es ebenfalls, aber die sind derart grottig langsam und haben noch weitere nervende Restriktionen bzw. auch einen Werbeoverkill, den ich mir nicht antue.

Ergo: Zur Zeit würde ich (im Gegensatz zu damaliger Kritik) HSS-Elite empfehlen, zu 30 USD im Jahr und für bis zu fünf Geräte nutzbar. Der Account ist übersichtlich, die Konfiguration recht einfach sowohl auf PC/Notebook wie auch auf dem Smartphone und neuerdings dem Tablet. Die Performance ist mittlerweile ebenfalls relativ gut und man kann zwischen Servern in mehreren Ländern/Kontinenten frei wechseln.

Hier der Link zur Startseite: https://www.hsselite.com/