12 Mai 2014

Noch'n Vergleich?

Submitted by ebertus

Amos Oz meets Ken Jebsen! Oder kann man das überhaupt nicht vergleichen, schließlich ist der eine -wie auch Günter Grass- lediglich vielfacher Literaturpreisträger, der Ken Jebsen dagegen; naja ...

Amos Oz calls perpetrators of hate crimes 'Hebrew neo-Nazis'

Writer and Israel Prize laureate says 'hilltop youth' and 'price tag' are whitewashed terms 'for a monster that should be called by its name.'

Starker Tobac? Oder lediglich spiegelbildlich gebrodert ausgedrückt, was die israelische Tageszeitung Haaretz  schreibt?  Und man beachte, so ist dieser Text nicht einmal hinter dem bei Haaretz üblichen Paywall versteckt, wird ihm wohl eine weite Verbreitung gewünscht; und sogleich angetan...

Und wo liegt nun der Unterschied zwischen den übrigen Neonazigruppen weltweit, den sog. Neurechten auch hierzlande? Worin besteht die Gefahr, um mal wieder in Richtung Vergleich zu denken?

Oz added that in his mind, perhaps the only difference between neo-Nazis around the world and perpetrators of hate crimes in Israel is that "our neo-Nazi groups enjoy the support of numerous nationalist or even racist legislators, as well as rabbis who give them what is in my view pseudo-religious justification."

Während also hierzulande Hitler&Co. bereits next door warten, diese Tatsache sich (gefühlt) anschickt Staatsräson zu werden, so sitzen sie -und wohl nicht nur deren Unterstützer- in Israel offensichtlich bereits in der Legislative, in den staatlichen Strukturen; nicht zuletzt, was die pseudoreligiösen bzw. konkreter noch, die national-religiösen Strukturen der Landgewinnung angeht. 


Ok, wer des Englischen nicht so mächtig ist, der mag die Causa via der taz nachlesen, einschließlich der ganz ernsthaften Entrüstung über den Vergleich, geht es doch lediglich um Graffiti und zerschnittene Autoreifen:

Rechtsorientierte Politiker kritisierten Oz' Äußerungen scharf. „Dieser Vergleich führt zu einer schlimmen Herabsetzung des Holocausts“, sagte Bauminister Uri Ariel von der Siedlerpartei nach einem Bericht der Zeitung Jediot Achronot.