17 Mär 2013

Brumlik&Barghouti

Submitted by ebertus

Nun also auch die taz..., "irgendwo" bei den Hardcore-Antideutschen gelesen, so beteiligt sich die taz an "antisemitischer Hetze" und bringt "unreflektierten Dreck" unter die Leserschaft; ist damit, nach Augsteins derFreitag, nun wohl als ein weiteres "antisemitisches Drecksblatt" gnadenlos entlarvt.

 

 

 

 


Wow, und über den inkriminierten taz-Text mag sich natürlich jede(r) ein eigenes Bild machen. Mir kommen -eher schmunzelnd- die selbst ernannten Antisemitenjäger und ziemlich besten Freunde Israels immer so vor wie der bekannte Herrenfahrer beim Einbiegen auf die Autobahn:

"Ooh, da sind aber heute wieder viele Falschfahrer unterwegs...!"

Weiter in dieser Art Ironie? Bei dem an sich ernsten Thema, wo doch das bekannte Judenblut immer wieder und beinahe überall nur so vom Messer spritzt? Ok, die Beschneidungsdebatte zeigte exemplarisch, dass es mit der Akzeptanz von jüdischer Kultur, jüdischer Religion bei den "besten Freunden" nicht wirklich weit her ist, das Jüdische oft lediglich als Popanz dient, als Fetisch hochgehalten und schnöder Bellizismus damit getarnt wird. Wer sind schon die in dem taz-Text genannten Niederländer, Portogiesen, Irländer oder Dänen? Vielleicht auch noch Obama oder sein neuer Verteidigungsminister Chuck Hagel? Im einfachsten Falle alles Antisemiten, so wie die meisten der rund sieben Milliarden Menschen dieser Erde, oder?

Nun ja, ernsthafter ging es am Mittwoch (13.03.2013) im taz-cafe zu, wo unter der Moderation von Georg Baltissen das Thema "Boykott" die Agenda bestimmte. Als Kontrahenden standen sich gegenüber: Micha Brumlik, der als deutscher Jude und wohl gemäßigter Zionist schon durch so manche Fegefeuer der Antideutschen und ihrer teilweise gar akademisch vorbelasteten Hilfstruppen gehen musste; der es jedoch nicht scheut, wie vor einigen Monaten in der öffentlichen Diskussion mit Judith Butler sich auch zu israelkritischen Positionen auseinander zu setzten.  Und Omar Barghouti, ein prominenter Vertreter des Boycott, Divestment and Sanctions Movement (BDS), der erst kürzlich -und dort gemeinsam mit Judith Butler- beim Brooklyn-College in NYC einen ähnlichen Diskurs führte, der sprachgewandt und eloquent daher kommt und auch die manchmal durchaus notwendige Ironie nicht vermissen lässt.

Die Diskussion bei der taz fand in englischer Sprache statt und wie aus dem Titelbild hier zu entnehmen ist, so war mein Sitzplatz trotz der (beinahe) Überfüllung auf den zwei Etagen dennoch sehr gut, war Barghouti -mein Eindruck- rein akustisch und der/seiner sauberen englischen Sprache wegen besser zu verstehen als ein Brumlik oder der sich klugerweise eher zurückhaltende Moderator. Eine Nachlese dieser Veranstaltung ist im Netz zu finden, auch wenn das meinerseits und diese Tage bei der online-taz zuerst übersehen, möglicherweise bewußt nicht so prominent postiert wurde. Inhaltlich ist dieser Rezension nur wenig hinzuzufügen, wobei weder Brumliks "Südtirol"-Vergleich noch sein provokanntes Erinnern an den Nazi-Opa (in fast jedem von uns "Deutschen") des ernsthaften Einlassens angemessen sind, neben dem gewissen Provokationsfaktor eher lächerlich, gar hilflos und (zum Opa) stereotyp wirkten.

Drei Punkte mögen hier aus meiner Sicht und abschließend verdeutlicht werden:

1. Ein Boykott von Waren "nur aus den besetzten Gebieten" kann kaum wirkmächtig sein, weil a) durch Umdeklarierung leicht zu verschleiern und b) die inoffiziellen, dennoch faktischen israelischen Grenzen permanent in Bewegung sind, die Objekte eines Boykott laufend neu justiert werden müssten. Daher wäre ein "Rundum"-Boykott wie damals gegen Südafrika -und in der Diskussion von Barghouti mehrfach erwähnt- wohl angemessener, gar zielführender; was allerdings von Brumlik vehement bezweifelt wurde. Wobei sich, und im Gegensatz zu den damals im globalen Konsens durchgeführten Boykottmaßnahmen gegen das Apartheidregime in Südafrika, die aktuelle BDS-Bewegung primar als sog. grassroots und eher von NGO's getragen versteht. Das könnte und sollte sich jedoch ändern, dahingehende globale Tendenzen regierungsamtlicher Seiten sind unübersehbar.  

2. Ein Fakt, eine Herangehensweise wurde und wird im Zusammenhang mit BDS nicht nur von Barghouti immer wieder betont.  Es geht um einen gewaltfreien Widerstand, der sich nicht gegen einzelne und eher betroffene denn agierende Personen richtet. Es geht primär gegen Unternehmungen, Organisationen, Institutionen und deren Repräsentanten. Gerade kritische israelische und nordamerikanische Medien und Intellektuelle sind in den Prozess einer Unterstützung von BDS involviert; und dürfen dies sogar, gemäß Micha Brumlik - haben in der Regel keinen deutschen Opa...

3. Schon beinahe faszinierend gestrig waren Brumliks Bezüge auf die Souveränität des Nationalstaates, wenn mal wieder die kaum zu leugnenden Verstöße Israels gegen Menschen- und Völkerrecht zu relativieren waren. Barghouti brachte diese Tatsache immer wieder auf den Punkt und stellte darüber hinaus die berechtigte Frage, wie sich ein ausdrücklich als "jüdischer", damit religiös definierender Staat sich gleichzeitig als demokratisch im westlich-säkularem Sinne verstehen könne. Brumlik hatte dem wenig bis nichts entgegen zu setzen, murmelte etwas von Theokratie (einer ganz soften natürlich) und mir brachte die Benennung dieses quasi sich gegenseitig ausschließen sofort wieder einen, dieses Paradoxon adressierenden Artikel von Sari Nusseibeh in die Erinnerung.

 

paßt!

Werd' ich mal

in Ruhe schauen, hören, lesen. Danke!

Vorab und spontan ins Unreine gedenkt: Ein Grund vielleicht, warum die HuffPo in den USA ein Stück weit (noch) das Image eines linksliberalen, gar intellektuellen Mediums darstellt bzw. transportiert, Ähnliches "drüben" eher in der WP oder der NYT zu erwarten wäre, thematisiert würde.

Mal schauen, ob daraus ein kleiner Freitagsblog zu basteln ist...

Berlin has its benefits

Nach Barghouti&Brumlik steht/stand nun schon der nächste Event an. Michael Sfrad, israelischer Anwalt für Menschenrechte und internationales Recht ist zu Gast. Der Name ist mir nicht unbekannt, wurde er doch hier bereits vor gut einem Jahr mit einem Blogtext bedacht. Grund genug also, das reale Kennenlernen zu betreiben.

Einiges war mir in dieser Schärfe, in dieser Klarheit neu, überraschend gar, was Michael Sfard zur schleichenden Annektion der Westbank, den im Grunde rechtlosen, vogelfreien und primär durch Militärgewalt dort aufrecht gehaltenen Zustand referierte.

Und weil er zum Abschluß seines Vortrages ausdrücklich auf "HeidelbergCement" abhob, eine deutsche Company, die den Palästinensern deren eigene Bodenschätze mit Genehmigung der israelischen Regierung erst weggenommen hat und nun teuer zurück verkauft, so fragte ich Michael Sfard in der sich anschließenden Diskussion nach seiner Position zu BDS.

Seine Antwort gestaltete sich durchaus differenziert...

soll hier jetzt spekuliert werden,

oder können wir mit den Antworten von Michael Sfard noch rechnen?
Mich würde es jedenfalls nicht wundern, wenn er von BDS, genau wie ich, wenig bis gar nichts hält.

Anderweitig geht es weiter

Vielleicht antwortet jemand auf Deine brennenden Fragen.

Zu "HeidelbergCement" und dem was Michael Sfard nicht nur dahingehend sagt geht es gern dort weiter:

http://notina.net/p0

wie seltsam ist das denn?

Du hast doch Michael Sfard gefragt, warum verschwurbelst Du denn dann Deine Antwort auf meine Frage nach seiner Antwort?

zum später

anhören
http://mostlykosher.blogspot.de/2011/09/noam-chomsky-on-bds-not-what-you...
und sich dann selber gedanken machen

und gleich noch was dazu
http://972mag.com/rightists-support-demolishing-the-wall-while-leftists-...

ob der ex-minister so BDS bekämpfen will?

Leibowitz

hätte BDS vermutlich auch nicht falsch gefunden
http://www.tabletmag.com/jewish-arts-and-culture/129034/stop-yeshayahu-l...

und hier noch ein artikel

zu den armen palästinensern, die durch boykott ihre arbeit verlieren.
http://electronicintifada.net/content/israeli-firms-shed-crocodile-tears...

Tel Aviv ist nicht Kapstadt

und auch deshalb ist der Vergleich mit Sklaverei und Apartheid ziemlich daneben.
Daher wird es auch hier höchste Zeit, der erzkonservativ gefärbten Haltung von "Junge Welt" und "taz" eine andere entgegen zu setzen. Die BDS-Kampagne wird in ihren negativen Auswirkungen im Sinne einer Konfliktlösung völlig unterschätzt, dafür aber in ihrer gut gemeinten Absicht völlig überschätzt.

Eigentlich ist sie nur eine populistische oberflächliche Provokation (siehe den obigen Link!), die letztlich mehr schadet, als nützt.
Da könnt Ihr Euch das hier noch so oft schön reden, die Fakten sprechen alle dagegen.

"Selbst scharfe Gegner der israelischen Besatzung wie Noam Chomsky und Norman Finkelstein haben sich indessen von der BDS-Kampagne distanziert. Beide sprachen von Heuchelei, Chomsky gar von Antisemitismus. Bis zur Taz jedoch hat sich das offenbar noch nicht herumgesprochen." http://goo.gl/Y7P6r

Dem schließe ich mich mal einfach an.

Glücklicherweise

hat sich Derartiges wie dieses verschämte "hinter großen Namen verstecken" (meinerseits zu Artikel und Autor anderweitig die Tage schon mal thematisiert) nicht bis zur taz herumgesprochen. Gerade die JungleWorld hat ja -ebenso wie weitgehend die übrige antideutsche Haute-Volaute- via der Beschneidungsdebatte einmal mehr erkennen lassen, das denen "Jüdisches", jüdische Religion und Kultur eher am Arsch vorbei geht.

Zu Chomsky und Finkelstein hat @Rahab hier bereits den notwendigen Kontext dargestellt, sind beide Namen und sehr grundsätzlich für die Hardcore-"Best Friends" einschließlich dem Fabian Weissbarth eher ein Grund zum Hyperventilieren, wären beide wohl ganz vorn auf irgendwelchen Listen gaanz schlimmer Antisemiten; wenn sie keine Juden wären. Aber bei so einer Sache wie BDS greift der gelernte, bekennende Fan eines Groß-Israel doch nach jedem noch so selektiv möglichem Strohhalm.

differenziertes Denken scheint nicht gerade die Stärke

von all jenen zu sein, die ihre ideologischen Standpunkte (auf Teufel komm raus) verteidigen....... :-)
Das wird hoffentlich irgendwann auch bis zur "taz" vordringen.
Diese Standard-Textbaustein-Antworten mit diskreditierendem Touch kennt man doch von solch fest gefahrenen Denkstrukturen zur Genüge.

Das ist zwar völlig egal, denn dadurch wird ja niemandem geschadet, nur zu neuen Zielen bringen dieser Starrsinn und das Beharren auf eingefahrenen Wegen wohl niemanden.

Ich hoffe, das war jetzt neutral genug.

und die 2-staaten-lösung auch nicht das gelbe vom ei

weshalb ich auf das, was Weißbarth Chomsky und Finkelstein unterlegt, wenig gebe.
und was die beiden dazu zu sagen hatte, das hätte ich lieber direkt gehört/gelesen.
von Finkelstein gibt es dazu was bei youtube. ich bin zu faul zu suchen ...
und Chomsky?
äußerte sich dazu so:
"NC: There is an interesting mythology that I have opposed the BDS movement. In reality, as explained over and over, I not only support it but was actively involved long before the "movement" took shape. BDS is, of course, a tactic. That should be understood. Norman Finkelstein warned recently that it sometimes appears to be taking on cult-like features. That should be carefully avoided. Like all tactics, particular implementations have to be judged on their own merits. Here there is room for legitimate disagreement. I have been opposed to certain implementations, particularly those that are very likely to harm the victims, as unfortunately has happened.

More generally, I think we should question the formulation you gave. It is convenient, particularly for Westerners, to regard it as an "anti-Israel movement." There are obvious temptations to blaming someone else, but the fact of the matter is that Israel can commit crimes to the extent that they are given decisive support by the US, and less directly, its allies. BDS actions are both principled and most effective when they are directed at our crucial contribution to these crimes, without which they would end; for example, boycott of western firms contributing to the occupation, working to end military aid to Israel, etc."
http://www.chomsky.info/interviews/20100922.htm
zuletzt so
"I WAS surprised to read a letter to the editor of The Australian claiming that I regard the Boycott, Divestment and Sanctions movement’s tactics targeting Israel as “pure anti-Semitism, aimed at the destruction of Israel” and that I said BDS efforts are “inimical to the interests of and lacking any genuine support from the Palestinian people”
http://www.bdsmovement.net/tag/noam-chomsky

die 1-Staaten-Lösung ist doch eine Utopie,

die letztlich bestenfalls Israel bevorteilen dürfte, wenn nur lange genug der Friedensprozess hinaus gezögert wird. Das tut die israelische Administration ja seit Jahrzehnten (von Y. Rabin mal abgesehen)und da kommt ihr die BDS-Kampagne ja nur recht.

Omar Barghouti, Mitbegründer der Kampagne »Boycott Desinvestment Sanctions« (BDS), wird nicht nur in dieser Sache seine Haltung korrigieren müssen, denn letzt endlich wären auch mit der 1-Staaten-Lösung genau wie mit BDS die Palästinenser die Verlierer.

ich habe dein abgekupftertes xy ist nicht yx aufgenommen

und könnte jetzt sagen: auch die 2-staaten-lösung ist eine utopie.

aber: Chomsky hat sich gewundert, was ihm so alles zugeschrieben wird. was sagst du dazu?

vermutlich ist eine friedliche Lösung längst Utopie,

weil die richtigen Zeitpunkte durch die Verzögerungstaktiken für beide Alternativen verpasst wurden.

Allerdings wäre nach einer militärischen Auseinandersetzung (die ich nicht mehr für ausgeschlossen halte) wieder alles offen, wenngleich dann eher doch zu Gunsten Israels.

Und Chomsky "wundert" sich natürlich erwartungsgemäß, lassen sich bei allen Interpretationen doch immer Argumente für Hintertürchen öffnen. Das ist doch gängige Praxis, überall.

heiliges schwein!

wenn dir nix mehr einfällt, dann hat sich wer ein hintertürchen offengelassen. *kopf-batsch*

...sagt eine, die "Hintertürchen"

selbst auch zum Relativieren offen hält.
Viele Aussagen werden ganz bewusst so schwammig formuliert, dass man bei Protesten immer sagen kann, man habe das falsch verstanden, oder das sei so nicht gemeint gewesen, usw. usw.....

Lesson from South Africa

Arbeit macht frei; oder ist der "Vergleich" angesichts dieses origin Manchesterkapitalismus dann nicht doch zu extrem, weil die konsequente Vernichtung durch ein andauerndes Sklavendasein ersetzt ist. So etwas wie Arbeitnehmerrechte gibt es nicht, dort wo permanenter Kriegszustand herrscht, gab es nicht in Nordamerika, als die Weissen westwärts zogen, das (leere) Land übernahmen. Gab es nicht, als Hitlers Truppen, die Deutschen ostwärts zogen; weil doch ein Volk ohne Raum.

Danke für den Link, passt er (der Text) im Detail wie auch als Blick aus der (auch historischen) Distanz. Einmal mehr, das zeigen die Lektionen von Südafrika, kann es im Grunde kaum Kompromisse geben, welche diesen Begriff pervertieren. Dieser Reverend Leon Sullivan mag ja Guten Willens gewesen sein - Obama ebenfalls, das sei hier unterstellt. Aber es brauchte zehn Jahre, bis Sullivan dann dort war, wo Desmond Tutu bezogen auf Israel aktuell bereits ist.

"...to "picking up crumbs of compassion thrown from the table of someone who considers himself [their] master," but rather have "the full menu of rights."

Gideon Levy ist merk befreit, wie man hier lesen kann:

http://goo.gl/tv37w

Gefühle, wie hier Empathie, persönlich diskriminierend gegen JA einzusetzen, und damit dem provokant schlitzohrigen Graumann auf den Leim zu gehen, wäre für mich jetzt Grund genug, ihm jede politische Kompetenz abzusprechen.

SWC, Salzborn, Küntzel, Broder und viele andere lassen grüßen.

Hä? Gideon Levy?

Um dann auf einen Text von Robert Zion zu verlinken?

bitte bitte

nicht löschen!
ich finde diese zwei merk-befreiten kommentare sooo schön!

und Du willst tatsächlich ernst genommen werden?

Rahab, es fällt mir immer schwerer, das zu glauben.

da mach dir mal keinen kopf!

lern besser genau zu lesen.

Robert Zion ist merk befreit,

muss es natürlich heißen, sorry dafür und den berechtigten Anschiss.
Bitte berichtige das, und lösche die beiden Kommentare dazu.

Gideon Levy

ist von dem forenboy seinem freund nicht überzeugt. hehe!
http://www.freitag.de/autoren/der-freitag/bald-ist-es-zu-spaet

ich denke, dass Barack sehr gut auf "Freunde" wie Gideon Levy

verzichten kann, besonders auch, wenn man dort lesen kann, von welchen fanatischen Selbstdarstellern dieser wiederum Beifall erhält.
Spaß beiseite, Levy "vergisst" wohl, dass Obama zumindest in der ersten Amtszeit von allen Seiten ausgebremst wurde, und mit Rücksicht auf seine Wiederwahl schmerzliche Kompromisse (auch in Sachen Guantanamo, @ebertus) besonders aber in Sachen Israel eingehen musste.
Ich bin da guter Hoffnung, dass es in der zweiten Amtszeit erst richtig los geht mit dem, was in der ersten versprochen wurde.

Hinzu kommt, dass viele der von Levy so geschätzten "historischen" Reden, Auftritte usw. so gut wie keinen realen Nutzen hatten, hingegen stille nicht öffentlich inszenierte Gespräche und Verhandlungen aber sehr wohl.

Zum "fanatischen Selbstdarsteller"

braucht es bei den bislang lediglich vier Kommetaren dort wohl wirklich nicht viel. So what, Obama hat durchaus ernst zu nehmende Freunde. Peter Beinart beispielsweise ist so einer und widmet dem Barack, dem "Jewish President" ein ganzes Kapitel in seinem aktuellen Buch, hebt ab und führt zurück auf Baracks Sozialisation in einem jüdischen Umfeld in Chicago. Von Arnold Jacob Wolf bis gar zu Abraham Joshua Heschel reicht die Spannweite; durchaus interessant zu lesen, weil gerade Heschel mir bereits anderweitig (positiv) untergekommen ist.

Aber, und so hart ist das Leben eben für Baracks "Freund" hier, so steht Peter Beinart auch für Boykott; zumindest für einen bezüglich der Waren aus den besetzten Gebieten.

Ihr seid wohl neidisch auf Barack, seiner Freunde wegen,

die natürlich auch unterschiedliche Sichtweisen haben, und haben dürfen.
So ist für mich der Boykott israelischer Waren aus den besetzten Gebieten kein "harter" Widerspruch, im Gegenteil: jeder der meint, damit die israelische Administration zum Nachgeben zu bringen, soll es bitte tun.

Nur ich selbst denke eher, dass diese Maßnahme dort nicht einmal zum Nachdenken gereicht, die lachen sich eher ins Fäustchen, als nur einen Fuß aus den Gebieten zu nehmen.

Gut finde ich die "offene Antwort" eines Manfred Jeub, die ich wegen ihrer Relevanz einmal nicht nur verlinke, sondern komplett zitiere:

Offene Antwort
Sehr geehrter Herr Zion,
auf der-freitag-online las ich Ihren Offenen Brief an die Monitor-Redaktion zur Dokumentation "Lizenz zum Töten". Ich halte ihn für kontraproduktiv in Bezug auf die Abwehr von Antisemitismus. Ich habe als evang. Religionslehrer jetzt 35 Jahre lang in meinem Unterricht Aufarbeitung der Nazizeit und Menschenrechtserziehung betrieben und weiß, wovon ich spreche. Paradoxerweise wächst ein echter Antisemitismus durch eine bestimmte Art, wie in unserem Land mit der Antisemitismus-keule berechtigte Israelkritik niedergemacht wird, wie unsere Politik - gleich welcher Couleur - mit unterschiedlichem Maß misst und dem Staat Israel die gröbsten Menschenrechtsverletzungen nachsieht. Was "medialer Mainstream" ist, konnte man bei der öffentlichen Hinrichtung von Günter Grass beobachten - wie kommen Sie zu ihrer gegenteiligen Behauptung? Deuten Sie die Tatsache, dass der versuchte Rufmord an Jakob Augstein nicht mehr dasselbe Echo fand, als bedauerliche Trendwende? Eine gut recherchierte Reportage konzentriert sich präzis und konkret auf ihren Gegenstand - nichts anderes hat der von Ihnen inkriminierte Beitrag getan und dabei die kompetenten israelischen Interpreten des staatlichen Mordens ausführlich zu Wort kommen lassen. Es gehört ohnehin zur verordneten political correctness, dass die Sendung zur nachtschlafenden Zeit und wahrscheinlich singulär ausgestrahlt wurde. Wer darauf dann noch mit moralisch empörten Offenen Briefen reagiert und Zensur-gelüste spüren lässt, verstärkt den Widerwillen in unserer Bevölkerung gegen Heuchelei, Klüngel und Ungerechtigkeit in Bezug auf die Politik des Staates Israel - und bei unreflektierten Menschen kann diese Emotion sich tatsächlich zum judenfeindlichen Klischee auswachsen.

Wenn ich mir auf dem Schulhof ein Bürschchen vornehme, das andere tritt, dann kommt die Standardantwort: Das machen andere auch! Sie werden mir sicher zustimmen, dass ich mich darauf nicht einlassen kann, weil das auf die Relativierung der Rechtsnorm hinausläuft, die aufrecht erhalten werden soll. Warum meinen Sie dann, man dürfe die Schweinereien des Staates Israel nicht ansprechen, ohne gleichzeitig darzustellen, dass andere das auch machen - also diese Praxis zu relativieren? Wenn wir einsichtig halten wollen, dass im entscheidenden Punkt der Antisemitismus Aufklärung kein Relativieren passieren darf, weil es auf Verharmlosung hinausläuft und moralisch korrumpiert, dann müssen wir konsequent sein. Letztlich geht es um die universalen Menschenrechte, die keine Relativierung und keinen taktischen Umgang dulden.

Mit freundlichen Grüßen

Manfred Jeub http://goo.gl/CMMgp

der arme Obama!

verräter allerorten, lauter falsche freunde! *schluxz*

was dürfen kolonisierte und besatzte?

Falk und Weston äußerten sich dazu mal aus völkerrechtlicher warte hier http://duncankennedy.net/documents/Is-Pal/Second-Syllabus/Falk%20and%20W...

ansonsten steppt nun zu der monitor-reportage auch Robert Zion in einem offenen brief http://www.freitag.de/autoren/robert-zion/an-die-monitor-redaktion
und beantwortet die ungestellte frage mit: kolonisatoren und besatzer dürfen alles - nur nicht kritisch beäugt werden.

warum sie das dürfen, wird hier http://jer-zentrum.org/ViewArticle.aspx?ArticleId=208 ganz versteckt mit-erklärt: das mandat diente der befreiung. und die zionisten gehörten zu den befreiern, welche es dem palästinensischen volk überhaupt erst ermöglichten, sich als solches zu begreifen.

und was haben befreite ihren befreiern zu bezeugen? - dankbarkeit!

je mehr auch bei solchen, welche sich mal selbst zu linken rechneten, solch verwildertes denken um sich greift - um so mehr grund finde ich, mich zu fürchten.

Zion schein ein verkappter Fundi zu sein,

der den richtigen Zeitpunkt für den Absprung aus der realen politischen Welt (seiner Partei) irgendwie verpennt hat. Aber fürchten muss man sich wegen solcher und anderer selbstdarstellenden Zeitgenossen nicht, die ihre verquere Denke in öffentlichen Blogs zum Besten geben, auch wenn das ziemlich viele sind, wie ich ich schon an anderer Stelle bemerkte.
Die einzig stimmigen Antwortkommentare haben übrigens Columbus und man höre und staune Georg von Grothe abgegeben, während andere (Damen), wie üblich, die Haare in der Suppe suchen.......

McMac und GvG

liegen zu Robert Zion von der formalen Seite her wohl richtig. Meine Rede immer mal, auch wegen Zion, der den Freitag lediglich als Dumpstation (gibt's in den USA auf beinahe jedem Campground, dort entsorgen sich die Wohnmobile) nutzt, sich nicht an den Diskussionen beteiligt.

Und inhaltlich -wenn man davon überhaupt sprechen kann- erinnert es (er, Zion) an die Pro-Israel Kritik der Veranstaltung beim Brooklyn College oder dem Rausschmiss des Laika-Verlages bei den "linken" Buchtagen. Blauäugig geforderte "Ausgewogenheit"; immer wenn es gerade so passt...

Habe mir die Dokumentation gestern angesehen und (natürlich) gesichert. Vielleicht ist es Zion peinlich, unangenehm, dass selbst beinahe seriöse Israelis und Ex-Agenten diese exterritorialen Kommandoaktionen und einschließlich aller! bewußt in Kauf genommenen Kollateralschäden (Frau und kind in einem Falle) im Grunde doch für richtig halten.

gut

dass du gesichert hast. darum wollte ich dich nämlich sowieso bitten.

und schlimm, dass das teil nun aus gründen von jugendschmutz erst ab 22uhr... dabei gehört so was in den schul-unterricht. und nicht nur dahin! um begreiflich zu machen, wie saublöd das flächendeckende gerede vom muslimischen antisemitismus ist.

ich denk ja immer noch, dass der Zion einfach erschrocken ist. denn diese extra-legalen exekutionen erfolgen ja auch für ihn und in seinem nicht abgefragten namen. da kommt er über 'politische fehleinschätzung/entscheidung' nicht so leicht raus.
also begann er, sich vor den möglichen reaktionen zu fürchten....

die seltsamen Bedingungen der FSK

treiben mitunter seltsame Blüten. Damit kann übrigens jeder Lobbyist zumindest eine gewisse Zensur erwirken.

das von Brumlik in verkirchlichte sippenhaft

genommene kairos-dokument findet man hier http://www.kairospalestine.ps/

und dass der Zion darüber erschrocken ist, wie "blut, für dich vergossen" wird, das nehme ich ihm unbesehen ab. das ist aber auch alles, was ich positiv zu seinem offenen brief zu sagen hätte.

der unterschied

zwischen der kunde ist könig und kolonialer gewalt wird vielleicht hier http://www.ardmediathek.de/das-erste/reportage-dokumentation/lizenz-zum-... etwas deutlicher.
und damit auch: der vergleich mit den sanktionen gegen Iran (früher Irak) hebt die unterschiede hervor. und macht klar, dass der bezug auf den süd-afrika-boykott sich weder an hautfarbe noch an mehrheitsverhältnissen orientiert, sondern auf eine spezifische gewalt abhebt, der menschen - in diesem fall palästinenserinnen - nicht mehr ausgesetzt sein wollen.

wie naiv muss man eigentlich sein, zu glauben,

dass ein wirtschaftlicher Boykott, der ja nicht die israelische Administration trifft, sondern lediglich einige Geschäftsleute, auch nur die geringste Änderung im menschen verachtenden Umgang der israelischen Administration mit seinen unterdrückten Bevölkerungsgruppen durch seine Exekutive bewirken könnte?
Ganz im Gegenteil; dadurch wird lediglich der Hass zwischen der unbeteiligten Bevölkerung geschürt.
So werden die "lauten und leisen Exekutionen" eher zunehmen, und nicht ab. Das meine ich mit kontraproduktiv.

wie doof muß man eigentlich sein, um zu ignorieren

dass es keine "unbeteiligte bevölkerung" gibt?
und dass ziel nicht ist, dass die unterdrückung ein bißchen netter und menschenrechtskompatibler ausfällt - sondern dass sie in gänze aufhört.

die Doofheit gebe ich gerne unbenutzt zurück,

denn ich fordere ja genau dieses Ende der Unterdrückung, erkenne aber in dem propagierten Boykott ein völlig unwirksames Mittel.
Das Mittel der Wahl ist die Förderung direkter Friedensgespräche ohne Vorbedingungen von beiden Seiten.

du redest wie ein koofmich!

bloß keine verluste machen!

ich habe es gewusst:

Du kapierst es einfach nicht.

mögliche weiterungen von/für boykott

lassen sich hier http://www.haaretz.com/news/national/israel-rejects-palestinian-claims-r... wie da http://www.zeit.de/2013/08/Oekologie-Totes-Meer-Austrocknung-Rotes-Meer/... entnehmen.
besatzung hat ja mehr als einen preis.
boykott auch, wenn man an die sanktionen gegen Irak oder auch jetzt Iran denkt.

hier noch ein veranstaltungshinweis http://www.boell.de/calendar/VA-viewevt-de.aspx?evtid=12599

statt edler tropfen

erst noch mal Brumlik in der kolumne "Gott und die Welt" http://bit.ly/10rTKQ1
halte ich im zusammenhang mit BDS für lesenswert, weil ich mich fragte: wie religiös oder nicht-religiös siedlungszionistisch muß es noch werden, bis Micha boykott, die schärfste moralische waffe, für gerechtfertigt hält?

zum aktiven boykott fällt mir noch ein: mal im KaDeWe gucken. dessen weinabteillung ist für die eine oder andere überraschung gut. - und wenn man dann schon da ist, dann geht man Passauer raus und schräg gegenüber in den von polizei bewachten laden. kann ja sein, dass dort nicht-koscherer wein neben koscherem steht.

vielleicht sollte weniger über Alkohol geredet,

besser noch, weniger getrunken werden, dann kommt vielleicht auch weniger Unsinn heraus:
wie kann man denn einem Volk mit Moral kommen, dass in überwiegender Mehrheit eine Politik mit trägt, die in höchstem Maße unmoralisch ist, da sie Gewalt, Tod und Enteignung fördert?

Eine solche "moralische" Waffe (wie der aktuelle BDS) ist völlig stumpf, mithin also wirkungslos. Warum also sollte Brumlik gegen jeden gesunden Menschenverstand handeln? Einem zutiefst unmoralischen Menschen kann man nicht mit Moral kommen, da bekommt der eher einen Lachanfall als dass er sein eigenes Fehlverhalten in universaler Moral erkennen wird.

Und solchen unmoralischen Menschen fällt es natürlich leicht, jeden missliebigen Zeitgenossen "mit links" zu einem rechten Antisemiten zu stempeln. Das kann man nicht nur bei den fidelen Missionaren beobachten, sondern auch in der Weltpolitik insgesamt, aber auch hier und anderswo, wo man sich oft für etwas besseres hält.

stumpf?

das sieht man in Israel aber etwas, wenn nicht gar völlig anders. oder was meinst du, woraus die reaktionen auf den internen EU-report resultierten.
und - im taz-café wurde es auffällig still, als Barghouti den rückzug der DB aus einer bahn-projekt anführte. die nächste reaktion war: ne, die deutsche bank habe sich noch nicht aus geschäften mit Israel zurückgezogen. wozu man dann nur noch sagen konnte: stimmt, die rede war ja auch von der deutschen bahn!

Brumliks Hörfehler

Dass mit Barghoutis Hinweis auf "DB" - und von Brumlik als Deutsche Bank statt Deutsche Bahn verstanden.

Aber genau das ist der Punkt. Sobald sich BDS über die sog. grassroots erhebt, zunehmend bei Staaten, Organisationen und Unternehmungen relevant wird (und die Uno Resolution ist da auf dem "richtigem" Wege - siehe den Blog zu Roger Waters hier), sobald darüber der Druck steigt, dann wird es substantieller.

"Das kleine, schwache Israel", kaum größer als Hessen (wie anderweitig gelernt) dieses Israel siegt sich militärisch irgendwann zu Tode, isoliert sich darüber zu Tode und mag auch wegen den inneren Spannungen der Gesellschaft zu Tode kommen. Vielleicht... Barghouti brachte auf Brumliks entsprechenden Einwand das Beispiel des relativ plötzlich zusammenbrechenden Ostblocks.

Insofern bedeutet es ja nicht, dass die Ziele von BDS "sofort" und außerdem "vollumfänglich" umgesetzt werden. BDS ist für mich ein Baustein, welcher den globalen Druck auf Israel aufrecht erhält. Natürlich, ähnlich dem Iran, Nordkorea oder anderen Schurken/Gottesstaaten sorgt äußerer Druck auf der anderen Seite für das innere "die Reihen schließen"; so what...

Barghoutis Beispiel des relativ plötzlich zusammenbrechenden

Ostblocks ist so falsch, wie es nur sein kann: das reiche Israel mit seiner strammen zentralistischen Administration (Gedanken an vergangene Reiche und untergegangene Republiken sind da rein zufällig) mit dem verarmten maroden dezentral desorganisierten ehemaligen Ostblock zu vergleichen, ist schon sehr "mutig". Ich würde es allerdings drastischer formulieren.

Ich fürchte, dass BDS genau das Gegenteil von dem bewirkt, für das es uns "verkauft" wird.
Der richtige Weg ist sicher keiner, der Druck aufbaut auf einen, der sich inzwischen so isoliert hat, dass er an keiner Stelle mehr "nachgeben" kann, um Druck abzulassen.
Roger Waters sollte da lieber bei seinen Leisten bleiben, war seine abgelesene einseitige Rede doch in Gänze fremd gescriptet, um ihn als prominentes Aushängeschild zu instrumentalisieren.
Darauf sollten aufgeklärte Menschen nicht herein fallen.

Ich sehe auch an keiner Stelle, wo Israel "zu Tode" käme,(was ich mir auch gar nicht wünschen würde) ganz im Gegenteil, durch seine zunehmende Isolation wird es ähnlich Nordkorea (der Vergleich ist nicht rein zufällig) immer stärker, unberechenbarer und gefährlicher.

Da ist mir die Haltung von Barack Obama deutlich sympathischer als die von Roger Waters & Konsorten.

haltung?

nun - den palästinenserinnen hat dein freund Obama statt brot steine gegeben.
wenn sie darauf warten wollten, bis er diese "haltung" ändert, dann ...
könnten sie darüber schwarz werden.

Rahab, zum Glück sind Deine Interpretationen nicht relevant,

ich bin da sehr viel optimistischer, was Obamas Haltung angeht, weil tatsächlich relevant und wirksamer, als die der anderen "Volksvertreter" zusammen genommen.
An der Stelle hat die Isolation Israels und seine beinahe totale Abhängigkeit von den USA auch seine gute Seite.
Alternativ bliebe Israel längerfristig ja nur noch die VR China, und dann wäre auch ein Bündnis mit dem dann "Bruderland" Nordkorea nicht mehr ausgeschlossen. (Atom-Waffen-Exporte eingeschlossen)

Das wäre ja in der Geschichte nichts Neues, wenn aus ursprünglichen dicken Freunde irgendwann erbitterte Feinde werden.

relevanz hin oder her

dich interessiert nicht, was aus den palästinenserinnen wird. hauptsache ruhe im karton und dann business as usual, wa.
gut- muß dich auch nicht interessieren. aber palästinenserinnen darf es das schon.
und wenn einer daherkommt, wie Brumlik oder Obama oder auch du, und ihnen dieses recht auf die eigenen interessen bestreitet, dann wird es ziemlich komisch.

kannst du dich übrigens noch erinnern, wie lange der süd-afrika-boykott lief, bis er 1. zu wirken begann und 2. erfolg hatte?
da sind die 8 jahre von 2005 bis heute noch weit von weg.

der Boykott-Vergleich mit Südafrika hinkt nicht nur,

der muss getragen werden, so gehbehindert und falsch ist der.

vergleiche hinken immer

und parallelen sind immer schief - wie sonst könnten sie sich im unendlichen treffen?

der süd-afrika-boykott war und ist das vorbild.
so was kommt öfter vor. die nürnberger prozesse z.b. waren vorbild nicht nur für das russell-tribunal sondern auch für die wahrheits- und versöhnungskommission. um nur mal ein paar wenige nachahmer zu nennen.
wobzu hinzukommt: kein nachahmer ist haargenau wie das vorbild.

und was wäre nun falsch daran, sich den süd-afrika-boykott zum vorbild zu nehmen?

zu welchen Auswüchsen solche Boykott-Aufrufe führen,

kann man sich hier anschauen: http://goo.gl/RmU9o

Auf die Kommentare darunter möchte ich nochmal ausdrücklich hinweisen.

Wenn zwei das gleiche tun...

Danke für den Anstoß! Die Klärgrubler wären sicher froh für derartigen Support, nehmen Dich vielleicht in Gnaden wieder auf...

Im Ernst, soweit Du das verstehen willst/kannst. Für das "Who is who" internationaler Firmen und ihrem Support eines Groß-Israel muss auf keine arabische Seite verlinkt werden, das machen seriöser, westlicher, in unserem Dafürhalten verständlicher bereits innerisraelische Gruppen. Die Organisation "Woman for Peace" unternimmt (BDS-flankierend) genau das, was Du hier (gespielt?) provozierend-würgend darbietest. Darfst dort via "who profits" etc. gern etwas nachlesen und bei dem Impressum gar die nicht einmal anonyme Adresse finden:

http://notina.net/o7

Bushama hat diese Frauen mit Sicherheit nicht besucht, da stehen auch ihm die Konzerne eindeutig näher.

Auf einer Metaebene

ist der "Vergleich" mehr als zutreffend. Schließlich haben (erstens) die Schwarzen in USA einen veritablen, gern verklärten Holocaust, sprich: ein massives Verbrechen gegen jedwede Menschenrechte bereits hinter sich und zweitens wirkt eine subtile Apartheid weiterhin fort. Wollte das jetzt nicht gleich ausbreiten - vielleicht hast Du ja weit mehr reale Erfahrungen "drüben", wie meine Wenigkeit - und eben nicht nur beim Skilaufen in Aspen...

Insofern ist von der Führung dort und einschließlich Bushama wenig bis nichts zu erwarten, was den Nahostkonflikt betrifft. Die USA haben zunehmend andere Interessen, verschieben erkennbar ihren imperialen Fokus. Obamas wolkige Worte haben den Palästinensern dies "Abwenden" deutlich gemacht und Israel darf -wenn es erwartbar "so" weiter macht- eben die konkurierenden Todesarten sterben.

Aus der US-Innensicht gehe ich gern mit Peter Beinart konform, werden die selbsternannten Antisemitenjäger von den jüngeren, den nachwachsenden amerikanischen Juden zunehmend kritisch gesehen; vorsichtig ausgedrückt. Und über die zutreffende Botschaft, welche dieser Film namens "Defamation" transportiert, darüber sollte weitgehend Konsens herrschen.

Btw. Sklaverei "drüben". Gern gelesen dieses Interview mit Quentin Tarantino, der aus meiner Sicht absolut souverän und intelligent auf teilweise schon provokative Fragen reagiert:

http://notina.net/o6

mit einer solchen Meinung stehst Du, hoffe lich mal, alleine da,

von den üblichen Verdächtigen mal abgesehen. Außerdem nehme ich Menschen sowieso nicht ernst, die einen tollen Menschen wie Barack Obama mit despektierlichen Ausdrücken belegen. Und dann aber immer die "ad-personam"-Keule schwingen, lächerlich ist das, einfach lächerlich.

Ok, hier etwas OT,

aber ich habe ja angefangen... Obama ist mit Sicherheit wesentlich verbindlicher im Ton als sein Vorgänger; gerade den Europäern gegenüber. Und die fanden/finden ihn toll, weil er und seine Vita das schlechte Gewissen der ehemaligen Kolonialherren und Sklavenhalter etwas beruhigt.

Innenpolitisch und wie das Land "verkommt" das wäre noch ein anderes Thema - gern! Aber was ist mit der eher globalen Politik? Guantanamo existiert noch immer, die Weltordnungskriege nehmen zu, wie Robert Kurz dies bereits vor rund zehn Jahren in seinem gleichnamigen, lesenswerten und dahingehend beinahe visionären Buch analysiert hat. Die sog. Joystick-Kriege (Drohnen) und andere exterritoriale Kommandoaktionen wurden unter Obama stark ausgeweitet, sprich die Kanonenbootpolitik feiert einen zeitgemäßen reload und "Das totalitäre Potenzial ist enorm", gerade unter Führung der USA:

http://notina.net/o8

woher willst Du wissen, was mich interessiert?

und was meinst Du genau, was aus den Palästinenserinnen würde, wenn es nach Obama, Brumlik oder mir :-) ginge?

stumpf weil nicht als das erkannt, als was es 2005

von Palästinensern in guter Absicht initiiert wurde. Darüber hinaus kontraproduktiv, weil es eher die beiden Lager auseinander treibt, statt einer Annäherung den Weg zu ebnen.

Das sieht man doch alles auch an den von Dir erwähnten Reaktionen in Israel und anderswo.
Eine Waffe ist doch nur dann ein erlaubtes wirksames Hilfsmittel, wenn damit die erklärten höherwertigen Ziele (hier die Menschenrechte) erreicht werden, und nicht dann, wie nun zu beobachten ist, wenn überwiegend pure Gegengewalt ausgelöst wird, die den Status Quo weiter zementiert, was von der strukturell und universal amoralischen Administration, die leider mehrheitlich von der Bevölkerung erst kürzlich wieder im Amt bestätigt wurde, natürlich noch weiter geschürt wird.

Mit anderen Worten: das israelische Volk billigt mehrheitlich diese menschen verachtenden Maßnahmen, also eine Politik, welche einen tragbaren Frieden mit den Palästinensern dauerhaft verzögert und dadurch zu mehr Gewalt, Tod und Enteignung führt.

sand ins getriebe!

beispielsweise, indem man wein aus dem holy land keinesfalls hier http://www.israelwein.de/cremisan.html bestellt!
cremisan macht lecker wein. nicht weiter verwunderlich. die geistlichkeiten of all three+x sexes haben darin lange lange erfahrung.
alternativ könnte man, wenn man auf den lecker tropfen nicht verzichten möchte, vielleicht hier http://www.cremisan.de/cms/front_content.php bestellen.

ach ja... ohne vorbedingungen verhandeln? gegen solche pläne? -> http://www.palaestina-portal.eu/Israel%20plant%20Mauerbau%20durch%20das%...

Aktiv boykottieren?

Gibt es den Wein (natürlich den aus dem zweiten Link) irgendwo im Lokal? Dann sollten wir den edlen Tropfen doch mal probieren; zum Verlauf dann berichten?

Auch auf die Gefahr hin, damit und unter Verweigerung des Weines aus dem ersten Link sich als aktive und vollumfängliche Boykott-Teilnehmer zu outen?

tät ich gern, aber....

da hilft wohl nur, selber zu bestellen.
die salesianer in Berlin haben bestimmt welchen. nämlich den, der als eucharistiewein zugelassen ist (strictly not kosher!)
aber ... da müßten wir wohl die polnische mission in der Lilienthalstraße überfallen und der den weinkeller ausräumen ... die wäre vom Mariannenplatz aus die nächste adresse...
dann vielleicht doch lieber bestellen?

noch nicht online

sondern bislang nur im print zu lesen ist Brumliks artikel in der taz im schwerpunkt: judenboykott - der 1.april 1933 unter dem titel "sie prügelten sie zu tode".
ich finde es völlig in ordnung, 80 jahre später an diesen tag zu erinnern, der kein april-scherz war, nicht mal ein übler.
aber: aus den ausgebreiteten zeitzeugnissen den schluß zu ziehen, dass 80 jahre später menschen- wie völkerrecht immer noch nicht BDS moralisch rechtfertigen könnten... ja, auch den in Palästina besatzten christen (deren verfolgung in saudi-arabien man so gern beklagt, von rechts bis links und wieder zurück)das moralische recht abzusprechen, zum boykott derer aufzurufen, die sie ganz konkret besatzen und bedrücken, das führt zu 3D-invers. wieder mal.

nun endlich

Mein Kommentar dort

Als Teilnehmer der Veranstaltung im taz-cafe war ich schon gespannt, ob und wie Micha Brumlik sein dort nicht wirklich überzeugendes "Standing" nacharbeiten würde. Mein vorläufiges Fazit zu dem Text hier:

Es ist einfach zuviel (bekannte) deutsche Historie, welche einer aktuellen, einer globalen Bewegung wie BDS kaum den relevanten Rahmen geben kann. Barghouti und auch Butler stehen für diese globale Zielrichtung, welche sich anschickt, aus den grassroots, dem NGO-Support heraus zu wachsen. Eine ähnliche Veranstaltung am Brooklyn-College in NYC vor einigen Wochen markiert den mitunter kontroversen Weg, die entsprechende UN-Resolution Ende letzten Jahres nicht zu vergessen.

Und was ist denn mit den anderen, den knapp sieben Milliarden Menschen dieser Erde? Dürfen die BDS unterstützen? Brumliks beinahe verzweifelter Hinweis auf "den deutschen Opa" beim taz-cafe markiert doch eher den Rückzug aus der globalen Realität, hegt bestenfalls den deutschsprachigen Raum etwas ein, hat einen Touch von ewig währender Sippenhaftung. Und ein Letztes. Nicht 1933 taugt als Vergleich, sondern das nicht nur historisch näher liegende Südafrika zu Zeiten der Apartheid. Barghouti hatte mehrfach darauf verwiesen, eine dahingehende Resonanz von Brumlik blieb aus; hier wie dort.

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Mit dem Anwurf einer Relativierung von Naziverbrechen muss ich wohl  leben; seit Arendts "Eichmann in Jerusalem" sind mir derartige, suggestiv-provozierende Unterstellungen auch zu dieser Thematik mehr als geläufig. Ohne Brumlik zu nahe treten zu wollen, aber über einen natürlich richtigen Überblick deutscher, zunehmend nur noch im deutschsprachigen Raum angesiedelten  Vergangenheitsbewältigung (staatsräsonal wie antideutsch) kommt sein Text kaum hinaus. Das ist einfach zu wenig, meine ich. Vielleicht hätte er wenigstens noch Obama -eher hoffnungsfroh- ein Stück weit loben sollen; dann wäre möglicherweise der Forenboy zufrieden.

Hier der Link zum taz-Artikel - und die Kommentare erscheinen dort eher gebündelt sporadisch.

Pepe der "Deutsche"

"02.04.2013 17:01 Uhr Von Pepe:

Ein launiger Kommentar dort (kann natürlich auch ein Fake sein), der jedoch genau diesen "deutschen" Opa adressiert, den Micha Brumlik in seiner dahingehenden Pseudoargumentation an die diskursive Wand geworfen hat. Und dann auch noch Südamerika, Peru! Da wird die historische Schuldzuweisung noch etwas schwerer, liegt noch ferner als in meinen immer mal genannten Beispielen von derartigen Mischbeziehungen aus verschiedenen europäischen Ländern. Auch die, Pepes "Frage" nach der relevanten Aufenthaltsdauer für entsprechende Schuld entspricht beinahe genau meiner Argumentation.

Dieses demographisch, globalisierungstechnisch zunehmenden Problem ist mit Sicherheit eine recht harte Nuss für die Antideutschen hierzulande - und natürlich auch für Brumlik.

ich könnte ja "schmunzeln", wie hier üblich........

.... wäre es nicht so tragisch.
Ist es doch Brumliks merk befreiter "Erbsünden"-Vergleich - und die Aufgeregtheiten darum - der beste Beleg für meine These vom kontraproduktiven Nebenkriegsschauplatz, der zudem dazu führt, dass das eigentliche Problem. nämlich der menschen verachtende Umgang der israelischen Administration mit der palästinensischen Bevölkerung im Gaza und den besetzten Gebieten, völlig in den Hintergrund gerät.
Hinzu kommt noch, dass durch einen Boykott, der in diesem Falle auch noch durch seine definierte Beschränkung auf Güter, die in den besetzten Gebieten erzeugt werden, kaum praktikabel ist und, wenn überhaupt, wahrscheinlich genau die nachteilig trifft, die es zu schützen gilt.

Es stimmt schon seltsam, wenn genau jene, die keine Gelegenheit auslassen, das kapitalistische System in Grund und Boden zu stampfen, aber hier einem kapitalistischen Instrument das Wort reden.

Diese Ablenkung/Verlagerung vom eigentlichen Problem ist übrigens auch sehr drastisch an der bescheuerten Aufgeregtheit um die Sitzplatznutzung in einem Münchner Gericht zu beobachten. Da scheint es gar nicht mehr um den Inhalt des eigentlichen Prozesses zu gehen. (um was ging es da eigentlich noch??? :-)

Ich habe überhaupt kein Problem damit, wenn jemand aus moralischen Gründen Produkte z.B. aus Israel, von Apple, Kik, Lidl oder aus China meidet, weil er mit den menschen verachtenden Produktionsmethoden nicht einverstanden ist.
Aber ich vertrete die Ansicht, dass organisierte Boykotte genau wie Streiks zwar demokratisch legitimierte, aber aus der Zeit gefallene Machtinstrumente sind, die zu großen Teilen nicht mehr jene treffen, die es zu treffen gilt, sondern leider meist völlig Unbeteiligte.

Im Falle von BDS schüren die aufgeregten Diskussionen nicht nur rassistische und antisemitische Vorurteile, wie man auch an dem verlinkten ZEIT-Blog sehen kann, sondern verringern in beträchtlichem Maße die unbedingt notwendige Verhandlungsbereitschaft zwischen den betroffenen Parteien.

Vielleicht @Forenboy

unterliegst Du (schmunzelnd natürlich) einem ähnlichen Fehl/Trugschluß wie Micha Brumlik; wohl aus anderer Intention, mit Sicherheit aus anderer Motivation heraus. BDS hat mit deutscher Vergangenheitsbewältigung, mit deutschen Grabenkämpfen in der praktischen Relevanz eher wenig zu tun, mit Deutschland und dem deutschen Sprachraum einfachstenfalls bezogen auf das wirtschaftliche (Droh)potential, welches sich entwickeln könnte. "Wir" sind nicht (mehr) der Nabel der Welt; und das ist wohl auch sehr gut so.

Mache es mir ansonsten einfach, copy&paste mal den Text, den ich gerade in dem in Rede stehenden taz-Kommentarstrang eingestellt habe:

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@Harald

"BDS ist eine globale Bewegung, die eben nicht von Europa im Allgemeinen und keinesfalls von Deutschland im Besonderen ausgeht, die sich in guter Tradition, sprich: dem Boykott gegen das Apartheidregime in Südfafrika sieht und sich anschickt, über sog. grassroots und NGO's hinaus globale Relevanz zu entwickeln."

So mag ich Ihr Statement mal etwas abwandeln. Und falls Sie mit Ihrer dann gleich noch weiter in Sippenhaft nehmenden Einlassung meine Frage, meinen impliziten Satz weiter unten bekräftigen wollten, dass beinahe alle der rund sieben Milliarden Menschen dieser Erde potentielle Antisemiten sind (außer Mutti vielleicht...), dann scheint mir eine rationale Diskussion nicht wirklich zielführend.

Soweit wollte ja nicht einmal Micha Brumlik beim taz-cafe gehen; gestand er doch anderen als eben denen mit "deutschem Opa" durchaus das Recht zu, sich für BDS zu engagieren.

Angst vor Links?

aber egal, habe ich doch nie behauptet, dass "BDS (hat) mit deutscher Vergangenheitsbewältigung, mit deutschen Grabenkämpfen in der praktischen Relevanz" etwas zu tun habe, den Kontext hat Brumlik wohl hergestellt, was ich ja gerade kritisiere.
Im Übrigen halte ich auch den Vergleich mit Südafrika in mehrfacher Hinsicht für falsch, da sich weder die Administration Israels mit dem Apartheid System Südafrika, noch die Mehrheitsverhältnisse zwischen der schwarzen und weißen Bevölkerung dort mit den Unterdrückten in den besetzten Gebieten und Gaza vergleichen lassen.
Das sind die berühmten Äpfel und Birnen.
Außerdem sind die erreichbaren Ziele völlig unterschiedliche. Das einzige, was bei dem Vergleich übereinstimmt, ist das Wort Boykott.

Ich habe mich übrigens seinerzeit sehr stark für den Boykott von China im Kontext der olympischen Spiele in Sachen Tibet engagiert, was der Situation in Palästina/Israel viel ähnlicher ist. Was aus diesem und vieler anderer Boykotte wurde, dürfte bekannt sein. Die viel relevanteren Sanktionen gegen den Iran haben bislang ja auch nur zu einer negativen Entwicklung geführt, also dem Gegenteil der angestrebten Ziele.

Ich finde, man sollte viel weniger auf so alte unbewegliche Männer wie Brumlik und Barghouti hören, und statt kapitalistischer Versuche, den wirtschaftlichen Ruin von Kleinbauern und -Unternehmen herbei zu führen, sich für Verständigung und Friedensverhandlungen einsetzen und fördern.

Stimmt, ansonsten hast Du es Dir mehr als einfach gemacht: auf meinen Kommentar bist Du jedenfalls an keiner stelle eingegangen, beharrst aber lieber auf Deiner falschen Interpretation meiner und der Haltung anderer (wie z.B. Harald).

Falls durch BDS überhaupt ein signifikanter wirtschaftlicher Schaden für Israel entstehen sollte (was ich stark bezweifle), so wird Israel sicher keine Sekunde davor zurück schrecken, mit seinem atomaren Potential der USA eine noch höhere materielle "Unterstützung" ab zu pressen, als es derzeit geschieht.
Schließlich hatte Israel ja auch keine Skrupel, Südafrika Atomwaffen anzubieten, um das Apartheid System zu stützen, so wäre aktuell Nordkorea sicher ein potenzieller Kunde......
Da würden die USA sicher sehr schnell klein bei geben.

"Völlig in Ordnung",

das sehe ich ebenfalls; genau so! Und aus dem Grunde habe ich ja Brumlik erähnt, sein Beharren auf dem souveränen Nationalstaat namens Israel. Und dieser Staat darf im hier und heute keinen doppelten Standards unterworfen, sein aktuelles Handeln darüber entschuldigt werden.

Mal schauen, was Brumlik also dahingehend schreibt; soweit dann online.

alternative zum warten auf online

im nächsten café mit taz den artikel ausleihen.

richtig dumm

ist diese gleichsetzung von BDS und "kauf nicht beim juden"!
nicht nur, dass BDS wie auch süd-afrika-boykott damit rassistische motive unterstellt werden. die rassepolitik der nazis, die mit den nürnberger rassegesetzen für jede sichtbar und nachlesbar eingeleitet wird, wird damit auch noch verharmlost. in der art von: es war nicht falsch, menschen zu entlassen/auszugrenzen, weil sie juden waren, nur die fenster hätte man bei ihnen nicht auch noch einschmeißen müssen.
eigentlich irre!
kein mensch in der boykottbewegung wollte, dass weiße aus südafrika verschwinden. und kein mensch in der BDS-bewegung will, dass juden aus dem orient verschwinden!
alles, was die kritiker in der art von "kauf nicht..."-gleichsetzung offenbaren, das ist der eigene rassismus.

Der Sitznachbar links ?

war möglicherweise Fabian Weissbarth.

Sein "Bericht" von der Veranstaltung geht jedoch kaum an das Eingemachte, sprich: wird konkret, wird inhaltlich. Schon der erste Absatz stimmt den geneigten Leser entsprechend ein, bleibt ansonsten pauschal und vage; eben spiegelbildlich unterstellend diffamierend. Und dieses Diffamieren beinhaltet ja gerade den Fakt, dass einerseits der eher zutreffende und nicht nur historisch nähere Vergleich mit Südafrika von den "best friends" vehement abgestritten wird. Dass andererseits und wenn es um das heutige Handeln eines souveränen Staates (nach Micha Brumlik) geht, dieses "kauft nicht beim Juden" als religiös-historischer Gruselfaktor, als gebetmühlenartiges "Godwin's Law" zweckentfremdet wird.

Überhaupt, Micha Brumlik. Der ist wohl ein anderes Kaliber als so ein kleiner, gern Mitleid habender Wadenbeisser wie dieser Fabian, dessen Erkennen von Bargouti als Wanderprediger. Welche begriffliche Zuweisung Weissbarth für eine ebenfalls in BDS involvierte Judith Butler bereit hätte, das darf man nur ahnen und im letzten Absatz wird es wegen der großen Namen noch richtig "lustig". So werden Noam Chomsky und Norman Finkelstein ebenfalls mal sehr selektiv zweckentfremdet. Leider ist der Text bei JungleWorld nicht zu kommentieren, ansonsten wäre Weissbarth -auch auf die Gefahr eines Erzeugens von Würgreiz hin- zu fragen, ob er denn Chomskys oder Finkelsteins Positionen grundsätzlich oder zumindest überwiegend für richtig hält...

Btw. und ebenfalls im Netz gefunden.

welcher sitznachbar links?

der links von mir war Igal Avidan.
schön, dass du den mitschnitt eingestellt hast. so kann ich nachhören, was ich wegen verpennt und schlüssel liegengelassen verpaßt habe.

zur gretchenfrage wird immer wieder Israel als jüdischer staat erhoben.
ich bin bekanntlich dafür, noch viel mehr jüdische staaten zu gründen.
nett, was ich bei ha'aretz fand -> http://www.haaretz.com/news/features/this-day-in-jewish-history/this-day...

aus meiner sicht ist die lösung des problems nicht, ein eigener nationalstaat für jede verfolgte. sondern dafür zu sorgen, dass keine eine verfolgt wird.

Igal Avidan ?

Ok, er sah -ein wenig in die Jahre gekommen- so ähnlich aus wie das an Bildmaterial, was ich auf die Schnelle über Florian Weissbarth gefunden habe. Und ist wohl auch ein etwas anderes Kaliber; werd' ich noch mal etwas weiter recherchieren, nachlesen.

es ist doch immer wieder schön zu beobachten,

wie in Blogs wie diesem, munter drauf los spekuliert wird, diese (oft absurden) Spekulationen dann aber sofort für bare Münze gehalten werden, um dann "ernsthaft" darüber zu fabulieren.
Hinzu kommt noch, wie es offensichtlich einige nötig haben, sich über andere zu erheben, um sich danach besser zu fühlen.
Nur weil ein stellvertretender Landes-Juso-Vorsitzender nicht der dahin schwindenden Partei DIE LINKE angehört, ist er noch lange kein Wadenbeißer. Er ist menschlich gesehen mir zumindest Lichtjahre lieber als eine extrem verlogene Blenderin namens Sahra Wagenknecht.
http://goo.gl/8IEIu
http://goo.gl/6xKQV

Das begriffliche Niveau,

so wie von mir gewählt entspricht dem des (kleinen) Wadenbeisser, der mit Sicherheit intellektuell und von der Relevanz her auch gern mal da wäre, wo die von ihm genannten, kritisierten Namen stehen.

Und der inhaltlich, zur Causa welche in taz-cafe anstand, verhandelt wurde eben so wenig beiträgt, sich ebenfalls beinahe ausschließlich ad personam bewegt wie hier ein @Forenboy. Oder was wolltest Du uns hier und ganz konkret zu BDS sagen - auch auf die Gefahr hin, deswegen zensiert zu werden...?

Dir scheint gar nicht auf zu fallen,

dass Dein von mir beantworteter Kommentar nahezu ausschließlich "ad personam" ist??
Das scheint denen, die sie sich immer gerne auf dieses "Argument" zurück ziehen, immer nur an den Kommentaren der Anderen auf zu fallen.

Also, was ist nun mit BDS?

Trau Dich doch einfach mal, drei zusammenhängende eigene, inhaltliche Sätze zu formulieren. Schlimmsten- bzw. einfachstenfalls wirst Du hier und anderswo deswegen böse gesperrt; so what... Aber aktuell ist doch Ostern, meine Toleranzschwelle ggf. etwas höher. Und macht das wirklich soviel Spaß, immer gegen den Stachel zu löcken?

Noch mehr Inhaltliches zu JungleWorld? Diese Tage und gar anderweitig war über das aktuelle Buch von Maurizio Lazzarato zu lesen. Für mich ein "must read", weil das Thema des "via Schulden gefügig und abhängig machen" auch immer mal mein Thema ist. Kannst Dich also schon mal vorbereiten, hast mit Sicherheit zum Thema etwas zu sagen, falls ich -und noch ohne das Buch selbst, lediglich die Rezensionen gelesen zu haben- hier ein kleines "Opening" einstelle.

So have a look: http://notina.net/o5

Ironie am Rande zu "JungleWorld" und den anderen, den antideutschen "best friends": Wer die Praktiken des Geld-Verleihens, des raffenden Kapitals kritisiert ist doch schnell und in der Regel Antisemit, oder? Und "so einer" bekommt da gar noch eine mediale Plattform...? Das ist ja fast so skurril, als wenn der Fabian Weissbarth einen Chomsky oder einen Finkelstein als (positive) Referenz heranzieht.

ich halte die ganze Diskussion um "BDS" für kontraproduktiv

weil es für mich ein Nebenkriegsschauplatz ist, der all jenen gut in den Kram passt, die an der "Zweistaatenlösung" nicht interessiert sind, und so weitere Zeit gewinnen können, um das eigentlich zu lösende Problem einseitig zu Gunsten Israels weiter aus zu sitzen.
Deshalb beteilige ich mich auch nicht daran, und auf diesen Leim sollten auch die von Dir zitierten "großen Namen" am besten ebenfalls nicht gehen.
Diese negative Entwicklung konnten allerdings die palästinensischen Initiatoren des "BDS" im Jahre 2005 nicht abschätzen.
Heute scheint mir das Ganze nur noch für einen billigen emotionalen Schlagabtausch zwischen den Sympathisanten der beiden Lager instrumentalisiert zu werden, und daran habe ich nicht das geringste Interesse.
Mit der ursprünglichen Intention von 2005 hat das jedenfalls fast nichts mehr zu tun.

http://goo.gl/TpaQl

daraus ein Ausschnitt zur Verdeutlichung:

"Israelische Reaktion:

Am 9. Juni 2010 haben 25 israelische Gesetzgeber der Knesset eine Anti-Boykott Resolution vorgelegt. Laut dieser würden Gelder für die Palästinensische Autonomiebehörde umgeleitet werden um Israelis zu kompensieren, die durch den palästinensischen Boykott israelischer Siedlungsprodukte geschädigt wurden. Der Gesetzvorschlag verbietet israelischen Staatsbürgern des Weiteren das Initiieren, Ermutigen sowie die Unterstützung eines Boykotts gegen Israel; als Strafe müssten diese eine Kompensation an die Geschädigten zahlen. Alle an dem Boykott involvierten Nicht-Israelis würde das Betreten des Landes für mindestens 10 Jahre untersagt werden."

Das ist doch mal wieder ein tolles Beispiel für die "einzige Demokratie" im nahen Osten, oder?

ach so!

bloß die diskussion! na dann ist ja gut.

um was anderes geht es den allermeisten doch nicht.

oder glaubst Du etwa, dass noch ein ernst zu nehmender Mensch so naiv ist, zu glauben, dass mit dem heutigen "BDS" auch nur eines der drei ursprünglich damit verfolgten Ziele eine realistische Chance hätte?

1. Das Ende von Israels Besatzung und Kolonialisierung allen arabischen Landes das 1967 besetzt wurde sowie die Demontage der Mauer.

2. Die völlige Anerkennung der Grundrechte der arabisch-palästinensischen Bürger Israels und Ihrer vollen Gleichberechtigung.

3. Die Respektierung, den Schutz und die Förderung der Rechte der palästinensischen Flüchtlinge zu ihren Häusern und ihrem Eigentum zurückzukehren, wie es in der UN Resolution 194 vorgesehen ist.

ja, glaube ich

wiewohl ich nicht vorhersagen kann, welche gestalt von staat der erfolg am ende annehmen wird.
aber ich bin ja bekanntlich nicht ernst zu nehmen und außerdem naiv. *grinz*

tröste Dich, denn Du bist damit sicher nicht allein.....

... nur hat das irgendwann entstandene Staatsgebilde ganz sicher absolut nichts mit "BDS" oder anderer Aufgeregtheiten zu tun, denn die dienen bestenfalls noch als Ablenkungsmanöver.

Wirklich hilfreich können nur direkte Gespräche zwischen den Kontrahenten sein, die ohne Vorbedingungen zu führen sind, so, wie sie von Barack Obama kürzlich auch eingefordert wurden.
Alles andere, auch das, was die Butlers, Brumliks und Barghoutis dieser Welt dazu absondern, ist Sand im Getriebe.

Jenseits von Wanne-Eickel

 

 

 

 

 

 

 

 

(c) AMP American Muslims for Palestine

 

Via dem Blog Mondoweiss entdeckt: Eine Website nordamerikanischer Muslime, welche den Bogen namens "Apartheid" -und nicht zuletzt über Desmond Tutu- von den Zuständen im damaligen Südafrika zu denen im heutigen Israel schlägt:

"I've been deeply distressed in my visit to the Holy Land; it reminded me so much of what happened to us black people in South Africa

 

Und, damit eine gewisse "Ausgewogenheit" gegeben ist, hier also die ZEIT-Rezension eines mittlerweile auch in deutscher Sprache vorliegenden Buches:

"Beinarts Prophetie über die drohende politische Entfremdung zwischen Amerika und Israel hat sich als zutreffend erwiesen."

 

Peter Beinarts Buch wurde meinerseits und hier im Blog immer mal erwähnt bzw. zitiert. Die englische Originalausgabe ist meinem Eindruck nach recht lesenwert und es bleibt zu hoffen, dass dieser Zungenschlag in der deutschen Übersetzung erhalten geblieben ist. Beinart, ein bekennender Zionist steht für ein defensiv agierendes und westlich-demokratisches Israel, welches nicht nur er in hoher Gefahr wähnt. Ergo: Begriffe wie Boycott oder Apartheid, gar Bürgerkrieg sind in Beinarts Lesart und bezogen auf Israel keinesfalls ein Tabu. Und daran ändern auch die äußerst filigran geschnitzten Reden nichts, welche Barack Obama bei seinem kürzlichen Besuch in Groß-Israel gehalten hat.

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Btw. "Wanne-Eickel-County". Da (oder von dort), im übertragenen Sinne für den deutschsprachigen Raum zu verstehen, die dahingehend deutsche geistige Enge zu adressierend, da kommen die vielen, vielen (linken) deutschen Antisemiten her; welche dann hierzulande immer mal gern gejagt und gnadenlos entlarvt werden (müssen), sich gemäß Micha Brumlik den "Opa" und beinahe genbehaftet immer mal wieder vorhalten lassen dürfen. Im Rest des globalen Dorfes sieht das etwas bis wesentlich anders aus... 

Apartheid heute...

"BDS ist sehr effektiv, weil es gewaltfrei ist und auf internationalem Recht beruht. Zudem stellen wir uns gegen jede Form des Rassismus, einschließlich des Antisemitismus. Mit dieser friedlichen Art des Protests weiß die Militärmacht Israel nicht umzugehen. Im Juli 2011 reagierte das israelische Parlament mit einem Anti-Boykott-Gesetz, nach dem jeder Israeli, der den Boykott unterstützt, eine Strafe zahlen muß. Daran sieht man auch den wachsenden Einfluß unserer israelischen Unterstützer, auch wenn BDS dort bisher eher eine kleine Bewegung ist."

"BDS wurde von der Bürgerrechtsbewegung in den USA, aber vor allem von der südafrikanischen Bewegung gegen das Apartheidregime inspiriert. Gleichzeitig darf man jedoch nicht vergessen, daß die Kampagne in erster Linie an die lange Geschichte des palästinensichen, gewaltlosen Widerstands anknüpft, in der Boykott immer ein Mittel war."

"Wenn wir sagen, Israel sei auch ein Apartheidregime, behaupten wir nicht, daß es identisch mit Südafrika ist. Apartheid ist schließlich kein ausschließlich südafrikanisches Verbrechen. In der UN-Konvention von 1973 wird sie definiert und bedeutet demnach die systematische Unterdrückung einer ethnischen Gruppe durch eine andere in einem Staat. Und genau das ist es, was wir heute in Israel haben. Es gibt dort Dutzende Gesetze, die zwischen nichtjüdischen und jüdischen Bürgern unterscheiden.
"

 

Ein Interview in der JW; gern gelesen! Genau das war am Mittwoch im taz-cafe "das Thema" bzw. "der Tenor". Boykott ist kein Alleinstellungsmerkmal gegenüber den Juden im Dritten Reich. Boykott ist kein Alleinstellungsmerkmal gegenüber dem Regime damals in Südafrika. Boykott ist einfach dieses "sich verweigern", nicht mehr mitzuspielen, sich nicht (über Gebühr) instrumentalisieren zu lassen. Konsumverzicht oder -in der Regel- selektiver Konsum ist auch eine Art von Boykott - und das Buch von Naomi Klein steht im familiären Regal, harrt meiner Aufmerksamkeit.

Nicht zuletzt, und das macht Boykott aus Sicht der Mächtigen immer zur Gefahr,  ist es wegen der postulierten und weitgehend dann auch gelebten Gewaltfreiheit kaum zu diffamieren, via der Antisemitismuskeule zu diskreditieren. Dabei kommt dem dezentralen, dem sog. Grassroots-Prinzip eine wesentliche Bedeutung zu. BDS ist weitgehend unabhängig von regierungsamtlicher Einflußnahme und Gängelung, dem Einfordern von "political correctness". Keine Selbstverständlichkeit, da subtile und auch offene Zensur gleich um die nächste Ecke wartet, wie der kürzliche Event am Brooklyn-College in NYC zeigte. Neben Omar Barghouti war dort auch Judith Butler involviert und ihre diesbezüglichen Remarks sind durchaus lesenswert.

nicht vergessen darf man

dass boykott spätestens dann sehr wirksam wird, wenn wirtschaft inklusive finanzpolitik sich ihm nicht mehr entziehen kann.
und da wird es interessant.
das läßt sich auch an der geschichte des süd-afrika-boykotts ablesen.
der boykott begann zu greifen als beispielsweise in den kirchen der mittlere klerus begriffen hatte, dass er mit dem argument "aber mit dem boykott nehmt ihr doch den armen negern die arbeit weg und dann müssen sie verhungern" nichts außer hohngelächter erntete.
im übrigen fährt Israel bereits einen dezidierten gegen-boykott. und den nicht nur an der moralischen front.

den armen negern die arbeit wegnehmen...

Wenn ich mich recht erinnere, dann war das ja genau der Tenor einer suggestiv-provozierenden Frage Deines Sitznachbarn an Barghouti. Kolonialismus, Imperialismus, Apartheid etc. bringt schon einen gewissen Segen für diese Menschen, welche ohne westlich-weisses KnowHow noch im Mittelalter leben würden, oder?

Das wäre dann der Übergang zu dieser Bildkritik am Freitag, dem MWW damals in dieser englischen Kolonie, dem heutigen Indien.

noch ein paar bilder

zu westlich-weissem know how
http://972mag.com/watch-israeli-palestinian-conflict-zone-series-produce...

im ersten teil: der siedler sagt "da war nichts, da war nur ein hügel" - bedeutet, dass er 'nur' einen hügel gesehen hat, aber nicht, was auf und mit diesem hügel geschah.... ob da ziegen weideten, ob da leute feuerholz holten - es also eine art allmende war - oder ob da wer privat terrassen angelegt hatte. er sah 'nur unbebautes land.
zweiter und dritter teil: Nabi Saleh und Halamish - je größer Halamish wird, desto weniger land darf Nabi Saleh betreten, bespazieren, von nutzen nicht zu reden. der zwang, in einer siedlung zu arbeiten, macht nicht glücklich. also versucht Nabi Saleh jeden freitag, bis zur quelle und zurück zu wandern. arbeitsteilig irgendwie, die einen schmeißen steine und tränengaspatronen zurück, die anderen wandern.
viertel teil (kam auch schon im ersten vor): scared gegen they suffer (als ob palästinenserinnen keine angst haben müßten, mal eben derzwuzzelt zu werden)

zusammen fußball-spielen ist ok.
ok wäre auch, auf süd-afrikanisches know how zurückzugreifen http://de.wikipedia.org/wiki/Wahrheits-_und_Vers%C3%B6hnungskommission
aber zurück zu westlich-weissem know how: es penetriert. und zu wahrheit und versöhnung gehörte das eingeständnis der penetration.

da findest du den grund dafür, warum Brumlik den boykott fürchtet und den einsatz dieser schärfsten moralischen waffe als unangemessen zurückweist.

ohne westlich-weisses know-how

es ist immer schwierig zu sagen, wie etwas sich entwickelt hätte, wäre ein bestimmtes ereignis nicht eingetreten....
ob es mittelalter wäre, in dem die nicht-schwein-essenden menschen lebten, wäre der praktisch-politische zionismus nicht über sie hereingebrochen?
schwer zu sagen.
vielleicht wäre dies ein bumm-bumm-alter mit weniger bodenerosion? mit weniger grundwasser-verseuchung? mit weniger grundwasserspiegel-absenkung? kann man sich fragen, wenn man sich heutige besiedlung, bebauung und infrastrukturierung in der westbank anguckt.
vielleicht wäre es auch ein bumm-bumm-alter mit weniger schleier - der stört bekanntlich bei der feldarbeit. weshalb die auf den landwirtschaftlich genutzten terrassen arbeitenden palästinenserinnen ihn eher sehr locker trugen und wenn sie dann ihre früchte auf dem markt verkauften auch nicht fester umlegten. - ich will keine ländliche idylle zeichnen. nur zu bedenken geben, dass dies westlich-weisse know how nicht nur höher-schneller-weiter mit sich brachte.
und da habe ich die politische herrschaft noch garnicht ins spiel gebracht.
muß aber sein. denn die besatzten können/dürfen/sollen ja nicht frei wählen, ob sie morgens lieber auf dem feld, mittags lieber in der kelter und abends lieber am webstuhl arbeiten oder noch ganz was anderes und auf welche uni sie ihre töchter schicken.
näheres nachzulesen unter anderem im bericht der weltbank. aber auch bei medico international http://www.medico.de/projekte/israelpalaestina/
http://www.medico.de/themen/menschenrechte/nahost/dokumente/eu-importier...

hier

ist der EU-report http://www.scribd.com/fullscreen/127547392?access_key=key-1nbl2258rq413t...
steht seit ende februar im netz und lag etlichen redaktionen in kopie vor...
und der weltbankbericht läßt sich sicher auch finden.
finde ja, nebebei gesagt, die taz könnte ruhig auf ihre materialien verlinken.
könnte vielleicht helfen, die debatten etwas zu versachlichen.

sag ich's nicht?

hiervon http://www.hrw.org/world-report-2012/world-report-2012-israeloccupied-pa... ausgehend kann man sich schlauer machen.

irgendwie erschreckend, wie sich einstmals ernst zu nehmende

Blogger mit zunehmendem Aufenthalt im Güllefass der fidelen Fanatiker in Denke und Sprache dem Gossen-Niveau der Antisemitenjäger angleichen.

.... und auch irgendwie schade.

Was ich an dem bepöbelten taz-Artikel kritisiere, ist die mehr als mangelhafte Verlinkung von zitierten Quellen, denn aus viel mehr als zitierten Meinungen besteht der ganze Artikel ja eigentlich nicht.

Schade schon,

dennoch das zu akzeptierende vielschichtige Leben, sprich: Denken.

Wobei die bei Dir im Hinterkopf seiende Figur/Person mit Sicherheit in der Lage ist, die anonym-fidelen, die multiplen, die zwei bis drei "Echten" (dort) in ihrer Promille-Relevanz zu erkennen. Und verglichen mit denen, in Kontrast zu diesen Sektierern ist gerade ein Brumik (beinahe) auf der Höhe der Zeit, stellt sich immer mal wieder dem, was auf globaler Ebene aktuell und zunehmend relevant ist.