17 Feb 2014

All along the watchtower

Submitted by ebertus

Entrüstete Metaphern oder ernsthafte Frage: Können anonyme Avatare beleidigen bzw. beleidigt werden? Oder ist dies lediglich eine logische Verlegenheit, bedingt durch den virtuellen Raum?

Kann (logische) Verlegenheit ggf. mit Entrüstung umschifft, relativiert, kompensiert werden?

"Einer Analyse muß es ja darauf ankommen, die logische Verlegenheit zu ermitteln, für die die Metapher einspringt, und solche Aporie präsentiert sich gerade dort am Deutlichsten,wo sie theoretisch gar nicht zugelassen ist."

Schreibt Hans Blumenberg im Vorwort seiner "Paradigmen zu einer Metaphorologie" und erschließt (mir) dann eine Welt der Metaphern, die mehr darstellt als ein simples Gleichnis, als eine rhetorische Figur. Menschliche Kommunikation und soweit nicht auf der eindeutigen Top-Down Ebene des Militärs oder einer streng naturwissenschaftlichen Orientierung besteht im Grunde und was die Geisteswissenschaften betrifft überwiegend aus Metaphern, wenngleich diese oft nicht, nicht sofort erkannt werden (können). Noch einmal Blumenberg:

"Unsere absolute Metapher findet sich hier als Übertragung der Reflexion über einen Gegenstand der Anschauung auf einen ganz anderen Begriff, dem vielleicht nie eine Anschauung direkt korrespondieren kann. Die Metapher ist deutlich charakterisiert als Modell in pragmatischer Funktion, an dem eine Regel der Reflexion gewonnen werden soll, die sich im Gebrauch der Vernunftidee anwenden läßt, also ein Prinzip nicht der theoretischen Bestimmung des Gegenstandes..., was er an sich, sondern der praktischen, was die Idee von ihm für uns und den zweckmäßigen Gebrauch derselben werden soll."

Soweit und ganz pragmatisch die möglicherweise eher theoretische Vorrede und zum Mut, mit dem sich der Geist in seinen Bildern selbst voraus ist, Mut zur Vermutung... Und diese Bilder, diese Vermutungen, diese Metaphern sind in der Regel sowohl auf andere bezogen, dienen jedoch nicht selten der Selbstbestätigung, nicht unbedingt der Selbstreflexion.

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"Was ist Wahrheit" fragt Hans Blumenberg im weiteren Verlauf seiner Reflektionen und nach meinem Verständnis, jenseits der genannten, streng naturwissenschaftlichen Postulate ist Wahrheit in Kultur- und Geisteswissenschaften lediglich "Meinung". Welche Relevanz diese Meinung dann entwickelt, das hängt von vielen Parametern ab, ist schlußendlich eine Machtfrage, wie Blumenberg es formuliert:

Nicht mehr die Wahrheit hat hier die Macht, sondern was Macht über uns hat, legitimieren wir theoretisch als das Wahre.

Spätestens hier folgt nun der Schwenk auf die virtuelle Welt, die der anonymen Avatare. Während Machtfragen in der realen Welt relativ genau geklärt sind, dort im Kleinen wie im Großen der vielbeschworene Sachzwang herrscht, staatsräsonal vorgegebene Alternativlosigkeit das gesellschaftspolitische Credo bestimmt, so ist das in der virtuellen Welt und gerade via derer möglicher Anonymität vollkommen anders gestaltet; zumindest möglich.

"Nicht-" bzw. gnädiger formuliert "Falsch-" verstehen ist in der virtuellen Forenwelt eine gängige Zuschreibung über die der Zuschreibende Wahrheit erheischt, die eigene Wahrheit; Meinung eben. Skurril, aber möglicherweise sehr ernst gemeint wird es, wenn Meinung von gar äußerst marginaler Relevanz (aus der Distanz gesehen) sich via einem Furor allwissender Unfehlbarkeit zum doch Absoluten aufschwingt. Im realen Leben ist das -soweit überhaupt versucht- dann relativ schnell vorbei mit dem Spaß, besteht selbst für DurchblickerInnen immer die Gefahr, sich lächerlich zu machen. Im Virtuellen, im Anonymen und vollkommen losgelöst von ansozialisierten Konventionen, freischwebend, was das (eigene) Sein, dessen mögliches Umfeld betrifft, dort darf Meinung und against all odds gepflegt, zelebriert werden.

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"Zelebriert" begründet dabei gar eine eigene Kategorie, die der Entrüstung. Im realen Leben ergibt sich Entrüstung weitgehend aus dem Spontanen, dem Unerwarteten, worauf die teilweise echte, oft auch nur gespielte Entrüstung folgt, persönliche Betroffenheit signalisieren wollte. Im Anonym-Virtuellen dagegen ist Entrüstung nahezu immer gespielt, begeben sich die MitspielerInnen ja bewußt in ein Umfeld, wo next corner die allfälligen Trigger lauern. Avatare sind ja auch nur Menschen, könnte man da wohl sagen. Sie wollen das, sie brauchen das, wären (manchmal) sonst nicht genau dort, reinkanieren bei Bedarf bzw. nach einer auch den Guten, den Wissenden, den Unschuldigen immer drohenden Sperrung und haben reale Herrchen und Frauchen vor dem Bildschirm, an der sie steuernden Tastatur, der Maus oder neuerdings dem Touchscreen sitzen.

Die Entrüstung ist im Sinne des eingangs Genannten auch so eine gespielte Metapher, welche ja lediglich ein Modell, eine Symbolik aufspannt, die der mitlesende (Avatar) dann bitteschön via seinem Kopfkino zum Leben erwecken wollte. Aber genau das kann dann die Konflikte erzeugen, welche theoretisch gar nicht zugelassen werden wollten, in der aktiv gesuchten virtuellen Anonymität dann aber zugelassen werden müssen; sich selbst möglicherweise nicht einmal zugestanden, gar offensiv gesucht werden.

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Der abschließende Schwenk auf jüngste Kloppereien bei derFreitag darf hier natürlich nicht fehlen. Auf der einen Seite schmunzelnd als same procedure as always zu verstehen, so ist es auf der anderen Seite natürlich ebenfalls als eine (wenngleich gespielte, virtuelle) Metapher lesbar - spätestens dann, wenn der Paywall hochgezogen wird. In verschiedenen Blogtexten dort scheint beinahe alles gesagt, was das hier möglicherweise etwas theoretisch daher kommende in realweltlich verständliche Sprache umsetzt.

"There must be some kind of way out of here,"
Said the joker to the thief,
"There's too much confusion,
I can't get no relief."

.....

Die kompletten Lyrics sind Programm - Mann/Frau darf gespannt sein ...

 

Na das hat aber gedauert

Welche irgendwie Linke Auferstehung als Jubelperser doch noch lange, sehr lange geduldet wurde, das war schon interessant zu erleben, in den verschiedenen Blogs nachzulesen. Schließlich hat der gute Forenboy ja anfangs beinahe in der gleichen Liga wie die ElchInnen gespielt, Antisemiten und Neurechte ebenfalls gnadenlos entlarvt. Aber nun scheint er d'ran zu sein, wird ihm die bislang tolerierende Fürsprache endgültig entzogen.

Werde mich da nicht weiter einmischen, nur schmunzelnd mitlesen und der hereinbrechenden Ereignisse harren. Hatte das zur Causa Forenboy hier ja bereits weiter unten, am 31.03.2014 als Kommentar (Informelle Seilschaften) und dort recht beiläufig erwähnt.

 

Nachtrag 13.05.2014 / 20:15:

Das war ja nun wirklich nicht zu erwarten...! Statt den wiederauferstandenen Forenboy zu exmatrikulieren wurden die zwei Alpha-BloggerInnen, deren diesbezügliche Kommentare von der Moderation hart versteckt; and @Forenboy is still going...  

Kindergarden - Next!

Der nächste Shitstorm, die gleichen TeilnehmerInnen...

Nur wenige Minuten nachdem eine bekannte Kampfbloggerin bei derFreitag die gern entrüstet (wahlweise weinerlich) dargebotene, die Moderation versuchsweise immer gern mal instrumentalisierende Klappleiter aufgestellt hatte, wurde diese (der Blog) schon wieder eingeklappt, sprich rückdatiert und damit aus der aktuellen Sichtbarkeit genommen.

Nicht schlecht, auch am Sonntag-Abend kennt die Moderation ihre Schweinchen am Gang; wie der Volksmund so zu sagen pflegt. Der erste Jubelperser setzte daraufhin gleich mal einen neuen Blog mit Link auf den verschobenen ein - wurde ebenso umgehend nicht mal rückdatiert, sondern sofort gelöscht; auch gut!

Da selbst mit einem eigenen Text beschäftigt, so legte ich mir den inkriminierten Blog (next Nabelschau) erstmal auf Halde, schaute dann später am Abend wieder rein. Herrlich, das steppt der Bär, weitgehend die üblichen Verdächtigen unter sich flankiert von dem unvermeidlichen, irgendwielinks wiederauferstandenen Forenboy, mittlerweile und im neuen Leben gar (von seiner Seite gesehen) ein Freund fast all derer, über die er im ersten Leben übel hergezogen ist.

Dann exakt gegen 21:36 erscheint der Chef mit seiner bislang einzigen Einlassung zum Kindergarten. Dass er die sog. Montagsdemos nicht so toll findet, ansonsten viel Vertrauen in das Community-Management hat, das ist Ok und dennoch gegenüber dem/seinem Opening eigentlich nur Beiwerk:

 

Jakob Augstein 27.04.2014 | 21:36

Liebe Damen von Welt,

den geldwerten Wert der geldwerten Leistung, von der Sie sprechen, würde ich nicht überschätzen :)

Eine Links/rechts-Kombination nennt man das wohl im Boxsport. Natürlich ist dieses Mehrzahl "n" der Dame ein Schenkelklopfer, die gesamte Audience via dem Nicknamen der Blogautorin auf die Plätze verweisend. Und ehe man dort auf genau den billigen Plätzen überhaupt Zeit hat sich zu berappeln, da gibt es schon den nächsten Gong an die mit Sicherheit gepflegte Denkglocke, sollte (sich) doch niemand überschätzen; ist geldwerter Wert eine ganz relative Sache; spricht der Hausherr!

Ok, manch nachdenklicher Jubelperser, manch doch nicht so ganz auf dem selbst generierten Speed seiende Zeitgenosse dort hat das durchaus bemerkt, was der Jakob als Hausherr da gerade von sich gegeben hat. Die Mehrzahl dort jedoch wohl nicht, gerade die überwiegend männlichen Damen shitstormen weiter. Nun, wenn es denn scheen macht...

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Nein, hier kein Link zu dieser Gaudi, dieser Tragikkomödie. Wer dennoch interessiert suchen wollte, der wird schon finden; kennt das eh' bereits.

Kontrastprogramm

Die Hartnäckigkeit der Daniela Waldmann imponiert mir, ihr d'ranbleiben Against All Odds.

Dieses Community-Treffen findet nun also wirklich  am 17.05.2014 in der Ufa-Fabrik statt. Bin dazu bereits mit verschiedenen Menschen, TeilnehmerInnen in einem netten Mailkontakt. Wenn man die zwei oder drei anderen Blogs zur Causa mit den jeweils vielen Kommentaren Revue passieren lässt, so wird relativ schnell das Folgende deutlich:

Die Kritiker -und oft unter der sehr persönlichen Gürtellinie in den Formulierungen- sind bis auf wenige integere Ausnahmen genau diese gnädig Anonymen, verbal durchtrainierte Kampfgroupies oder teilweise (bereits mehrfach) Reinkarnierte; das ist eben deren Lebenselixier wie weiter unten bereits angesprochen. Mal schauen wer da in diesem neuen, hier verlinkten Blog wieder auftaucht, trollig irgendwielinks oder gleich den virtuellen Kampfhund ausführend.

Ich sehe das Meeting im Grunde weniger inhaltlich, dahingehend bestenfalls Anstöße liefernd, sondern eher als realweltliches Kontrastprogramm zu diesen virtuellen Schattenwesen, den informellen Seilschaften, den anonymen KampfbloggerInnen, den alten und neuen KlärgrublerInnen.

Und das ist mit Sicherheit sehr gut und richtig so...

Informelle Seilschaften

Lesenswert, insbesondere nach hinten heraus im Kommentarstrang, wenn es dann persönlich wird, die Freitagsmoderation mehrfach warnend einschreiten muss. Der Titel und der Inhalt hier im Blog nebst der Kommentare weiter unten könnten besser nicht bestätigt werden.

Ausgangspunkt ist eigentlich der Freitag-Salon vom 25. März, genauer der interessante Blogtext von @ChristianBerlin zum Salon. Nach einigen Fingerübungen via der Kommentare im vorderen Teil wird es dann -erwartbar- richtig persönlich, ist nicht einmal ganz klar, wer denn wen da gestalkt oder bedrängt hat; der Christian die Daniela oder umgekehrt. Für unser wortgewaltiges Kampfgroupie nebst der -per Definition unschuldig- in diversen Foren gesperrten Seilschaft (alle doof außer Icke) dürfte diese Frage klar sein. Ist doch die Rolle eines Avatars sowie die Thematiserung einer Übergriffigkeit das im Grunde und ausschließlich anonym zelebrierte Lebenselixier - eine dahingehend immer mal entrüstet geforderte Kompetenz eingeschlossen.

Wer wollte wem, welcher anhaltend interessierten Audience im reallife und in dieser Penetranz das bedauerliche Schicksal der Avatare immer wieder auftischen und zumuten bzw. abnehmen...?

Zum Schmunzeln, würde der GvG wohl sagen, wenn es dann einmal mehr zu den copy&pastigen RehabRahab-Festspielen von Welt, den Warnungen der Moderation kommt. Meine Benennung dürfte Kindergarden lauten, wenngleich auf absolut hohem Niwauu; dennoch so wohl nur in der gnädigen Anonymität möglich.

Erstaunlich! Via Kommentar und mit Hinweis auf Broders Morris Traveller, gar meine Wenigkeit explizit ansprechend ist die Informiertheit der Weltendame, was meine Hobbys, Neigungen etc. angeht wirklich erstaunlich. Das beginnt mit der Sauna, geht über das Skifahren (in einem anderen Blog/Kommentar lobend erwähnt) bis hin eben zu den fahrbaren Untersätzen. Unterstelle einfach mal, dass die nette und leider mal wieder Gesperrte ihre philosophierend dargebotene Heldentat via dieser Freitagskommentare in geselliger Runde auch der Dame zum Besten gegeben hat - wie doch so ein Gefährt unter ebenfalls benannter Klartextadresse ganz zufällig, ganz anonym mit sexistischen, kinderpornografisch konnotierten Schriftzügen versehen, besprüht werden könnte...

Derart offen (stalkend eben) kannte ich das bislang nur von dem anonymen Fidelen in seiner antideutschen Klärgrube, musste jedoch zwischenzeitlich via dem Kampfgroupie lernen, dass das wohl ganz normal ist in diesen, jenen Kreisen. Anonymität macht eben mutig, auch formal Gebildete und solange das mit der Farbspray-Attacke nicht real stattfindet, solange wird auch derFreitag nicht aufgefordert werden, die inkriminierten, hart versteckten Kommentare nebst Autorin den Ermittlungsbehörden gegenüber zu benennen. Ich selbst bleibe insoweit bei dem Erkennen von Kindergarden; wenngleich da in der Vergangenheit wohl mehr kaputt gegangen sein muss, als dies in einem normalen Kindergarden so geschieht.

Zwei letzte Gedanken bzw. Überlegungen noch am Rande:

Falls das von Daniela geplante Community-Meeting am 17.05. nun tatsächlich noch stattfindet, dann wollte ich nach wie vor und wie zugesagt gern teilnehmen. Im Gegensatz zu den KampfbloggerInnen enthält sich die Ausrichterin des Meetings -trotz unserer Diskrepanz in Sachen Feminismus; und nicht nur mir gegenüber- jeglicher persönlich zuschreibender, sexistisch konnotierter Vulgärakrobatik, schreibt gar unter Klarnamen, ist realweltlich leicht identifizierbar.

Und btw. Sockenpuppen! In dem zu diesem Meeting separat eröffneten Freitagsblog -und auch in anderen-  ist ja nun sogar der trollige @Forenboy IrgendwieLinks wieder auferstanden. Da fügt sich, was eh' zusammen gehört, ist ein Freitag unter Paycontent wohl leider doch die einzige Alternative - auch was informelle Seilschaften betrifft...

So have a great look, have fun, you're welcome ...

Kampfblogging (update)

Durch einen Hinweis, einen Link an anderer Stelle wurde mein (partielles) Interesse für diesen redaktionellen Freitagsbeitrag geweckt. Das Thema ist soweit ja nun erst einmal durch, sowohl seriös wie auch entrüstet kampfgebloggt/kommentiert. Mir kam beim Nachlesen, gerade der Kommentare dann spontan anderes in den Sinn:

Wenn die Magda so weiter macht, noch das eine oder andere Widerwort hat, auch schon mal ironisch wird, sich nicht der beinahe hibbelig, wahlweise entrüstet vorgetragenen Provokation hingibt - dann könnte, ja sollte sie über kurz oder lang den Gang des Ebertus gehen.

Nun ja, zum Schmunzeln würde derGvG sagen; außer bei genau dem Thema, da ist er auf der anderen Seite der Barrikade.

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Gerade mal wieder (22.03./16:00) reingeschaut in den verlinkten Freitagsblog. Einen "Ehemaligen Nutzer" gibt es mittlerweile auch schon, wobei die Musik der Sockenpuppen, der Kampfgroupies gerade in zwei anderen Blogs spielt. In dem einen hat sich wohl sogar der bekannte Lektor aus Münster mal wieder einen neuen Nick gegönnt. Wobei, mit Spott muss man vorsichtig sein, meine ich an anderer Stelle gelernt zu haben; da ist immer zu unterscheiden, ob der neue Nick nun zu den per Definition "Guten" - oder dem Rest der Sockenpuppen zählt.

Sockenpuppen-Massaker

Obwohl der erst wenige Wochen alte Freitagsnick namens "DOK" in beinahe klassischem Sinne ein sog. Einkipper ist, mehr Blogs als Kommentare die Vermarktung seiner Seite, seiner Intention via der Freitagsplattform unterstreichen, so lese ich ihn dennoch ganz gerne. Sein Thema sind die faktisch gleichgeschalteten Medien und es wird meinerseits immer mal an das Propagandamodell von Noam Chomsky erinnert, dessen Quintessence gemäß Wikipedia lautet:

Die Theorie beschreibt, wie die Medien ein dezentralisiertes und nicht-verschwörerisch handelndes Propagandasystem bilden können, das fähig ist, einen Konsens im Interesse der gesellschaftlichen Oberschicht herzustellen und die Öffentlichkeit manipulativ in diese Perspektiven der Oberschicht einzubinden – während gleichzeitig der Anschein des demokratischen Prozesses und Konsenses gewahrt bleibt.

 

Genau dahingehend bringt dieser @DOK immer wieder markante Beispiele von Manipulation, von extrem einseitiger Berichterstattung, von subtiler bis offen erkennbarer Instrumentalisierung der Mediennutzer im Sinne des Modells, dieser Theorie von Chomsky. Nun jedoch und eingedenk des Blogtextes hier, derer zwei Kommentare weiter unten, so hat sich der DOK mit seiner aktuellen Philippika im entrüsteten Tenor genau dieser selektiven Berichterstattung bedient. Hier die Guten, dort die Bösen (nebst Sockenpuppen, gefakter Avatare etc.) könnte man diesen Text ebenfalls nennen. So war -und nicht zuletzt wegen der aktuellen Erfahrungen- ein gewisser Widerspruch in diesen Freitagsblog einzubringen.

Sockenpuppen in entsprechender Quantität wird es mit Sicherheit eher bei denen geben, welche sich gern und ob einer Zensur gespielt entrüstet echauffieren, dabei jedoch die eigene Vulgärakrobatik, das dem Gegenüber gern unterstellte Persönliche konsequent ausblenden.

Dieser aktuelle Text

bei heise.de darf wohl eindeutig die Intention des hier Vorgenannten und mehr noch, des weiter unten verlinkten Artikels bei Telepolis ergänzen.

Stalking kannte ich bislang nur vom Hören&Sagen, sprich vom Anlesen. Primär, wenn nicht beinahe ausschließlich als Domäne von Männern (wie auch bei heise erwähnt), und gern jenseits der Pubertät. Als Markenzeichen eines vor sich her getragenen, demonstrativen und origin weiblichen Feminismus war mir dies nicht nur absolut neu; wollte es erst nicht einmal glauben.

Keine Vertiefung hier, weil auch der (wievielte?) neue Nick bzw. Avatar bei derFreitag einmal mehr exmatrikuliert, die subtilen, in die Realwelt zeigenden Drohungen ebenfalls gelöscht wurden. Und weil auch auf der privaten Website dieses Avatars die entsprechenden, bockigen Blogs und (einsamen) Kommentare mittlerweile wohl weitgehend entfernt wurden. Als Reflex eines momentanes Erschrecken ob des eigenen Tuns? Oder von dritter Seite wohlwollend möglicherweise angeraten? Keine Ahnung?

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Was (mir) bleibt, das waren die durchaus substantiellen, intellektuellen Anregungen vergangener Tage und einmal mehr das Inhaltliche vom Persönlichen trennend. Erinnert mich spontan an einen ehemaligen Vorgesetzten, einen Kollegen und gar Freund, der mich (nicht nur beruflich) ein Stück weit prägte:

Ebertus, nicht auf die Person, sondern auf die Sache setzen!

Und aus der (beruflichen) Distanz sei von mir ergänzt, dass man ohne entsprechendes VitaminB nicht unbedingt ganz weit nach oben kommen, aber auch nicht so tief dann fallen kann, sich nicht selbst zur skurrilen, oft instrumentalisierten Karikatur macht, nicht sofort bei denen verortet wird, die jenseits der Schwurbelei als im Grunde überflüssig erkannt sind; soweit es -wie auch immer- mal eng, gar substantiell wird. Erlebte Sozialisation und nicht zuletzt an die eigenen Kinder weitergegeben.

 

Nach einer aktuellen Untersuchung über die Telepolis berichtet, so scheint mein Nachdenken bezüglich der (anonymen) Avatare möglicherweise etwas  zu kurz gegriffen, was die vermeintlich nur in eine Richtung verlaufende Steuerung bzw. Beeinflussung durch den Schöpfer und Dirigenten des virtuellen Wesens betrifft. Man sollte lernfähig sein, wo sich die Welt der Avatare seit den, seit meinen ersten Erfahrungen ab Anfang 2007 in der SZ-Community recht simpel und dennoch schlüssig darstellt, etwa wie folgt:

Was einige (beileibe nicht alle) Menschen in der realen Welt durchaus mutig, übermütig, extrovertiert, sexistisch, pöbelnd, aggressiv etc. machen kann, das ist der Alkohol. Von mir, von uns wurden dahingehend nach dem ersten Erleben in der Regel die weiteren Kontakte, Gelegenheiten etc. mit derartig determinierten Menschen eingeschränkt bzw. abgebrochen - insbesondere, soweit sich dies in Aggressivität, in gar bedrohlicher Vulgärakrobatik des/der Gegenüber äußerte.

Im Netz, in virtuellen Welten ist dieser Katalysator anstelle des Alkohol (der kann gar als Brandbeschleuniger hinzu kommen, man weiss es nicht) nun die Anonymität; auch nur bei einigen Menschen, dafür aber manchmal umso heftiger im Gebaren. Wie ja bereits an anderer Stelle bemerkt, würde eine verbale, auf der persönlichen Ebene zuschreibende Aggressivität im realen Leben und ohne Anonymität nicht, oder eben in der Regel bestenfalls nur einmal vorkommen. Das geht ausschließlich in der virtuellen, anonymen Welt und über die jeweiligen Beweggründe dergestalt sich gebender Akteure soll hier nicht spekuliert werden.

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Und nun kommt dieser Artikel bei Telepolis. Im Klartext -und da wird dann schon spekuliert- müsste sich somit jedwedes, eben auch aggressives Verhalten, müssten sich Erfolge und Mißerfolge bei der Kommunikation in einem anonymen Umfeld nach und nach auch auf das Verhalten in der Realität auswirken, vom Akteur möglicherweise nicht wirklich bemerkt. Spannend...

Ja, spannend, weil es nicht lediglich auf ein einsames Agieren beschränkt. So ist Gruppenbildung und sind gar JubelperserInnen im anonymen Umfeld schnell gesucht und gefunden. Aber die dann mit in die Realität zu übernehmen, dass dürfte nicht einfach sein, im realen Umfeld auch schon mal für Erheiterung sorgen, gar den Gestus von Lächerlichkeit zeigen. Am Einfachsten ist es vielleicht dann, wenn mann/frau auch im realen Leben wenig bis keine Rücksicht auf die ansozialisierten Konventionen, auf ein Umfeld nehmen muss. Das soll es geben...

Q.E.D.

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Der Stoff für einen ggf. noch wesentlich ausführlicheren Blogtext, soweit das geplante  Down-Hill der nächsten Tage nicht zuviel Kraft kostet, Verletzungen ausbleiben und gar in den Unterkünften auch noch eine halbwegs performante Internetverbindung gegeben ist.

Stay tuned...