4 Mai 2014

The Holocaust Visits Yad Vashem

Submitted by ebertus

Wurde an anderer Stelle darauf aufmerksam gemacht und musste dann spontan an Avraham Burg, dessen Buch "Hitler besiegen" denken. Die Gedenkstätte Yad Vashem wird in Burgs nüchterner Analyse auf die selben, mittlerweile und weitgehend instrumentalisierenden Funktionen herunter gebrochen wie es diese Performance mit anderen, den ihr gegebenen Mitteln deutlich macht.

"It was Natali Cohen Vaxberg, an Israeli actress, who personified the Holocaust in a performance that is daring, provocative and, depending on one’s interpretation, insulting."

 


 

 

 

 

 



 


Das darf, ja das muss der eigenen Interpretation anheim gestellt sein - und für alle, die dem Video weder in hebräisch noch via der englischen Untertitel so schnell folgen können (like me...), hier noch einige markante Sequenzen:

I am the Holocaust, the best thing that ever happened to you!


"How could you justify 1948 and 1967 without me?"


"Who deserves credit for enabling you to place 3 million people in a ghetto without the superpowers bombing you?


"Do you think you could get on without me?"


"Perhaps it will also remind you from whom you have learnd to give collective punishments."


"Where did you learn this from? The bigger you grew, the more your memory shrinks."


"Where did you learn to gather people into concentration camps on the basis of their ethnic background?"


"I am your truth!"

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Die Vergleiche, die Vorbilder sind unverkennbar. Aber offensichtlich in Israel und gar noch an dieser Stelle zulässig; sie wurden zumindest nicht sofort, nicht gewaltsam unterbunden, wenngleich mit Weiterungen gerechnet werden darf...

"In response to the video, Itamar Ben Gvir, an attorney known for his far-right activism, urged the attorney general to launch an investigation over “this cheapening of the Holocaust by left-wing activists."

"Those on the left are not just sullying the six million who were murdered, but they are doing that to an entire country,” he wrote in a letter to Attorney General Yehuda Weinstein. “The time has come for the attorney general to wake up and indict [Cohen Vaxberg] for slander."

 

Im Abspann des Videos dann noch ein Vergleich, der eines Holocaust-Überlebenden aus dem Berlin zur Zeit der Kristallnacht; damals drei Jahre alt:

"The Irony in Israel is, that the Holocaust Victims are the preperators of the next Holocaust. This is the historical irony."

 

Möglicherweise ist es diese (jüdische?) Tradition des Hinterfragens, des nicht Mitlaufens innerhalb der stubtil bis offen, in jedem Falle staatsräsonal vorgegebenen Leitplanken. Genau diese Tradition, eher in der Diaspora und jenseits der Herde denn in Israel lebendig, hat aus historischer Sicht nicht zuletzt das Reformjudentum in Europa immer wieder überleben lassen.

Oder wie es Larry Derfner und nicht wenig ironisch zur Causa Grass bei +972mag formulierte:

"...he’s doing this country a great service at some personal cost while most Israelis and American Jews are safely following the herd behind Bibi over the cliff."

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Nachzulesen und zu dieser Performance noch weiter in die Details gehend ist dies bei Mondoweiss, einer antizionistischen Website, gestaltet und unterhalten von nordamerikanischen, jüngeren Menschen jüdischen Glaubens.