12 Feb 2011

True Grit

Submitted by ebertus

Bildrechte: Bernd Ebert

Berlinale 2011, der Eröffnungsfilm. Auf das Direkte, das Martialische, das Inhaltliche, soweit über einen derartigen Film vordergründig transportiert, muss man sich vielleicht nicht unbedingt und über Gebühr einlassen.

 

 

 

 

Dennoch, der reale Kinobesuch und als Eindruck über die bislang gelesenen Kritiken hinaus steht an, sobald der Film auch hierzulande in die öffentlichen Kinos kommt. Und es gibt weitere, implizite Sichtweisen, die darzustellen und ggf. zu hinterfragen sind. Zwei davon mögen im Folgenden kurz angesprochen werden.

Da wäre als optische Dominanz die wohl in jeder Form grandiose, weite Landschaft zu nennen. Eine gewisse Nordamerika-Affinität ist möglicherweise Voraussetzung. Dazu kommen mehrfache, eigene Erfahrungen "drüben" und gerade auch auf dem Rücken der Pferde. Das hier zur Illustration verwendete Bild entstand im Sommer 2005, rund 200 Kilometer östlich von Vancouver. Und die drei Reiter sind ebenfalls auf der Jagd; einer Jagd nach neuen Eindrücken, vielleicht dem (kleinen) Kick jenseits der Zivilisation. Und es gibt den Aspekt eines wohl uramerikanischen Traumes nach dem Primat der persönlich ausgeübten Gerechtigkeit; eben jenseits des staatlichen Gewaltmonopols. Eine (Selbst)Justiz, die vereinnahmen will, die das Persönliche als gesunde, beinahe natürliche Sicht zu objektivieren versucht, die Gewalt als ultima ratio nicht nur toleriert. Gerade weil diese Gewalt im Film personalisiert wird, gar den kindlichen, den mädchenhaft Impetus aus der plakativen Schwäche heraus entwickelt will sie "uns" die Akzeptanz nahe bringen. Kann so ein Handeln Sünde sein? Hier nun abschließend zwei Kritiken, die den Film etwas näher bringen wollten, die beide auf ihre spezifische Art zum Kinobesuch anregen.

http://www.zeit.de/kultur/film/2011-02/film-true-grit-berlinale

 

Lust auf Kino!

Das macht Lust auf Kino, selbst für einen wie mich, der seit Jahren nicht mehr im Kino war.

Dabei erinnere ich, vor Jahrzehnten, den Film "Weites Land" mit einerseits grandiosen Aufnahmen eben dieses "weiten Landes" als auch der archaischen Rechtsordnung und Durchsetzung. Natürlich kommt dabei vor allem Burl Ives vor mein Auge, der Unglaubliche, dessen Gerechtigkeit, im Film, nicht mal vor seinem Sohn Halt machte. Auch in "Weites Land" sozusagen der "Big Daddy", der er, oskarprämiert, in "Die Katze auf dem heissen Blechdach" war.

In Ergänzung zu oben

Ich habe gegoogelt, habe es nicht für möglich gehalten, aber es ist so: "Weites Land" ist ein William Wyler-Film von 1958.

Big Daddy aus der "Katze", Burl Ives, hat eben für seine Darstellung hier, im Weiten Land den Oskar bekommen, ein Bürgerrechtler, der bis zum Lied Mockinbird Hill, einzigartig war, meine ich.

Besetzung: Gregory Peck, Jean Simmons, Carroll Baker, Charlton Heston, Burl Ives, Charles Bickford.

Weites Land!

Danke für den Tip, den Film kenne ich noch nicht, kann man ggf. auf DVD noch erwerben. Habe das gerade meiner Tochter erzählt, die sich vor einigen Jahre die DVD von "Brokeback Mountain" gekauft hat. Ebenfalls eine Western-Adaption mit grandiosen Landschaftsaufnahmen (wohl aus Wyoming), wo aber als Grundtenor die im Grunde "untypische" Homosexualität zwischen zwei Cowboys thematisiert wird.