11 Apr 2010

Egomane Reflexion ... auf dem absteigenden Ast

Submitted by ebertus

Ein insgesamt schon interessanter Beitrag, dort auf der Sueddeutschen. Leider vom Umfang und dem potentiellen Tiefgang her lediglich ein Anriss.

OK, Manches ist relativ selbstverständlich, Anderes vielleicht etwas überspitzt und eher krankhafte oder (zumindest eingebildet) verschleiernde Verhaltensweisen werden ebenfalls nicht wirklich thematisiert. Dennoch, und grundsätzlich ist das natürlich ein Thema, nicht zuletzt zur (Selbst)refexion. Das Ego ist in der Tat, in der Realität höchst unterschiedlich ausgebildet, sehr wandelbar und anpassungsfähig unter wechselnden Rahmenbedingungen. Die rationale Steuerung durch den Einzelnen, den Egoträger ist dabei relativ begrenzt und für "Fachleute", ja, auch für sonstige, lebenserfahrene Menschen oft bereits nach kurzer Zeit durchschaubar, auf die essentiellen Basics herunter zu brechen. Und das muss nicht unbedingt von Nachteil sein - für keine Seite.

Wiewohl "die Seiten" natürlich immer noch die Wahl haben, sich zu arrangieren oder zu verweigern. Arrangieren mag im Idealfall sogar übergehen in echte, engagierte und gegenseitige Sympathie, ein Mitmachen; nicht nur hinnehmen. Verweigern hingegen ist ebenfalls nicht wirklich und vollkommen falsch - soweit damit einhergehend "die Fronten" geklärt sind. Und nun zum eingangs verlinkten SZ-Beitrag: "Ältere Männer finden sich gut" heisst es da, und der Grund, warum mehr ältere Männer eine Beziehung zu jüngeren Frauen entwickeln als umgekehrt, fällt Einem dabei ja beinahe vor die Füße, lässt bislang und ganz landläufig angenommene biologische Unterschiede erst mal etwas hinten an stehen. Der Beruf ist der Bringer und sobald dieser wesentliche Bestandteil des Lebens dem Menschen, dem Mann also entgleitet, geht es abwärts mit dem Selbstwertgefühl. Flankierend - in der Regel - gehen mit dem scheidenden Beruf, mit der regelmäßigen Arbeit auch die sozialen Kontakte zurück. Direkt und je nach Größe des beruflichen Umfeldes sowieso, aber auch indirekt - man hat weniger zu erzählen, weniger (kontrovers) zu diskutieren. Soweit verständlich, hingenommen, abgehakt.

Der letzte Absatz des SZ-Beitrages bringt es dann jedoch auf den (ggf. spekulativen) Punkt. Wohlstand und Gesundheit sind Basis der schon beinahe maslow'schen Selbstwertpyramide. Idealerweise bilden beide Kriterien zusammen erst die Voraussetzung, auch nach dem Berufsleben interaktiv zu bleiben. Eine gewisse, zunehmende Altersschrulligkeit (ok, unwissenschaftlich) ist dabei kaum vermeidbar und falls die Gesundheit einen höheren Einfluß hat, sind auch so manche finanzielle Eskapaden dann eher verständlich. Latent - auch im Umfeld - vorhandene Neigungen finanziell zu unterfüttern ist wohl in Ordnung, Widerstände zu brechen eher weniger. "Möglicherweise, so spekuliert der Psychologe..." gemäß der SZ ist da als vornehme Zurückhaltung zu verstehen, die Fakten liegen auf der Hand. Exzentriker im wortgemäßer Mengenbetrachtung gibt es natürlich immer und überall und mit Geld allein kann man schon viel kaufen. Der Volksmund sagt dazu: "Lieber reich und krank als arm und krank", wobei natürlich auch der Gesundheitswahn zur Manie werden kann. Dennoch und ganz schnöde vor die Wahl gestellt wäre die Entscheidung sicher eindeutig. Alles zu kryptisch hier? Sorry, so sind Reflexionen nun schon mal.