15 Okt 2014

Quantität vs. Qualität

Submitted by ebertus

Die E-Book Flatrate! Und alles nur geliehen; nichts besessen, nichts geklaut... da sei das DRM vor. E-Books und insbesondere in ihrer DRM (Digital Rights Management) Variante sind das, was die Zeitschriften und Zeitungen in ihrer verzweifelten Suche nach einem tragfähigen Bezahlmodell noch nicht erfunden haben.

Adobe weiß, was du im letzten Sommer gelesen hast.

Amazon weiß das wohl ebenfalls, aber darum soll es hier nicht gehen, wenngleich sich die Analogie zu jedwedem Paymodell der Zeitschriftenbranche anbietet. Wer sich das -da wie dort- antut, dem ist eh' nicht zu helfen, hat eben nichts zu verbergen...

Wenn schon E-Books, dann scheint das System von Amazon bei Weitem das konsequenteste, das stringentestes, das über die verschiedenen Plattformen kompatibelste zu sein. Und die Auswahl ist gewaltig, Literatur aus dem englischen Sprachraum eingeschlossen.

Für mich selbst wäre zu sagen, dass ich nach wie vor und was Bücher betrifft ein Papierjunkie bin, mir dennoch einige wenige E-Books via Amazon (kostenlose wie kostenpflichtige) mittels der PC-App herunter geladen habe. Maßgebend bei dieser Entscheidung war die Möglichkeit, beispielsweise mit Calibre und einem entsprechenden Plugin (wird hier bewußt nicht verlinkt) die E-Books aus ihrem DRM-Gefängnis zu befreien, die Abhängigkeit von Amazon damit lösen zu können.

Was dann im nächsten Schritt zu der für das Lesen notwendigen Hardware und Software -eben auch jenseits von Amazon- führt. Natürlich, der Kindle als proprietäres Gerät ist bequem; aber eben nur zum Lesen von Amazon-Books zu gebrauchen. Mit einem entsprechend großflächigen Smartphone, besser noch mit einem Tablet kann man auch noch andere Sachen machen, im Netz surfen, seine Mails bearbeiten etc. Soweit man im Amazon-Cosmos bleiben will gibt es für diese Geräte die entsprechenden Lese-Apps; weiss eben auch Amazon, was (und wie) Du letzten Sommer gelesen hast.

Wesentlich sicherer, gar intimer und auf jeden Fall datenschutzrechtlich relevanter scheint es jedoch, die zu lesenden Titel via Calibre in ein offenes E-Pub Format umzuwandeln und dann beispielsweise mit dem Moon+Reader (gern Pro) zu verwalten und zu lesen.

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Soweit zur Vorrede, denn die eingangs erwähnte Flatrate verdient ebenfalls noch einige Sätze. Auch wenn das ja alles nur geliehen ist, so könnte manch Eine(r) auf die Idee kommen, das Vorgenannte zumindest zeitweise und im Rahmen einer Flatrate zu praktizieren...

Nichts da, ist doch bei heise.de zu lesen:

"Auch wenn die schiere Zahl der E-Books riesig klingt, beschränkt sich das Angebot eher auf Nischen-Romane, Grabbeltisch-Bücher und unbekannte Werke."

Erstens sollte man dazu wissen, dass Amazon bislang schon ein umfangreiches Sortiment an kostenlosen E-Books, gemeinfreie Weltliteratur etc. zu bieten hat und zweitens sind die Titel, welche im Rahmen dieser Flatrate (temporär) zu erwerben, zu leihen sind eben wohl weitgehend die in dem heise-Zitat genannten. Aus meiner eigenen, kleinen aber feinen und akribisch gepflegten Liste der möglicherweise zu erwerbenden (sorry, zu leihenden) E-Books war keines im Rahmen dieser sog. Flatrate möglich. Für diese Books ist weiterhin der aufgerufene Einzelpreis zu zahlen, wenngleich und in der Regel etwas unter dem Preis der Papierform liegend.

Flatrate-Ergo: Eben Quantität anstelle von Qualität...