3 Aug 2013

Linux, Backup again

Submitted by ebertus

Die im vorherigen Blog erwähnte SSD ist eingetroffen und über erste Erfahrungen im Kontext von LinuxMint als Dualboot mit W7 soll nun weiter unten berichtet werden. Vorab erstmal noch ein kurzer Einschub zu Redo-Backup&Recovery, einem Tool ähnlich dem bereits erwähnten Clonezilla.

Als Iso-Datei verfügbar, als Live-CD gebrannt ist der Start, das Booten von Redo problemlos möglich. Die Oberfläche ist im Gegensatz zu der von clonezilla grafisch orientiert, relativ intuitiv zu benutzen. Mein Test nun bestand darin, die lauffähige, über den Linux-Bootloader startbare Dualboot-Installation (Windows auf der ersten und zweiten, Linux incl. Swap auf der dritten und vierten Partition) von einer Festplatte auf die andere zu ziehen. Beide Festplatten sind mit je 80GB identisch groß und Redo bietet auch keine Funktion, einzelne Partitionen selektiv zu sichern; wie beispielsweise clonezilla. Interessant vielleicht, so wurde von Redo (und im Gegensatz zu clonezilla) die via eSATA angeschlossene Festplatte erkannt, eben nicht nur externe USB-Platten.

Ok, das Backup der gesamten, internen Platte gezogen, als Image auf die eSATA-Platte abgelegt, dann die interne Platte ausgetauscht und das Image wieder eingespielt. Fragen nach versteckten Bytes oder Sektoren gibt es bei Redo (und ebenfalls im Gegensatz zu clonezilla) nicht. Beinahe erwartet, der Rechner bootet erstmal nicht, weder den Bootloader, noch Windows oder Linux. Dass Windows dann über den Boot-Corrector von Paragon wieder zum Starten zu überreden ist, das hatte ich bereits früher getestet und berichtet, ist in dieser Konstellation jedoch höchstens suboptimal.

Also, nun mal mit der Live-CD von LinuxMint gebootet. Mit der Konsole bin ich noch nicht so vertraut, wären darüber mit Sicherheit einige Hacks möglich. Aber so blieb mir lediglich die Option der Neuinstallation. Und siehe da, anschließend war der Bootloader wieder da, konnte neben Linux darüber auch Windows wieder gestartet werden. Wohl ebenfalls nur suboptimal, aber immerhin wird das voll eingerichtete Windows (W7) komplett gerettet. Und das ist der Hinweis darauf, dass es eine automatisierte Routine in der Linux-Installation geben muss, welche die Platte, deren Partitionen und bootfähige Inhalte analysiert und dann den notwendigen Bootloader rekonstruiert. Warum nicht gleich so, nicht als separates Tool und ohne Neuinstallation?

Somit bliebe das bereits anderweitig erwähnte Live-Tool namens "SuperGrub2 Disk V5". Dieses Tool erkennt beim Booten ebenfalls die (bootfähigen) Partitionen und stellt sie in einem (virtuellen?) Bootloader dar, sind Windows wie Linux darüber original von der Festplatte zu starten. Nur ist es mir bereits in früheren Test noch nicht gelungen, diese Konfiguration dann permanent auf der Festplatte abzulegen. Und via Konsolenbefehlen? My fault...

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Nicht daran festbeissen, schließlich ist Linux eine Testarena, bei der es noch viel zu entdecken gibt, und wo sich so Manches dann fügen könnte, was heute noch unüberwindlich scheint. Also mal die neue SSD eingebaut und eine erste Partition eingerichtet. Dann die vorab mit Paragon von der Dualboot-Installation separat gesicherte (1.) Partition mit dem voll installierten und konfigurierten W7 zurück geschrieben und den Boot-Corrector von Paragon darüber laufen lassen. Voila, Windows startet wie gewohnt - weil doch böse Zungen behaupten, dass das Windows einer Dualboot-Installation nicht mehr separat startbar wäre.

Danach noch schnell eine zweite (Windows/NTFS) Partition eingerichtet und den Rest (ca. 20 GB) unpartitioniert gelassen. Nun den Rechner mit der LinuxMint-DVD gebootet, und mit dem darauf befindlichen tool "gpart" eine ext4 und eine swap-Partition für Linux erzeugt, Linux dann aus dem Menü der Live-DVD heraus installiert. Nochmals Voila, wenngleich beinahe erwartet. Der Bootloader erscheint beim Resart, Linux oder eben Windows werden wahlweise und SSD-like zügig hochgefahren.

Abschließend drei Tests, weil ja und wie bereits geschrieben, die NTFS-formatierte externe (eSATA) Datenplatte auch von Linux sofort erkannt wird. Sowohl Bilder (JPGs) wie auch Audios (MP3s) und Videos (MP4s,FLVs) werden via LinuxMint registriert und mit dn standardmäßig installierten Programmen richtig angezeigt bzw. wiedergegeben. Ob auch neu bzw. zurückgeschrieben werden kann, ob das mit Office-Dokumenten im MS-Format ebenso funktioniert, dies ist späteren Tests vorbehalten.

 

dann hilf den "bösen Zungen" doch einfach mal weiter,

dann hat Deine "Beschäftigung" mit den weiterhin nicht zu empfehlenden Dual-Boot-Datenträgern wenigstens einen Sinn:

nachdem Deine Dual-Boot-Platte fertig ist, starte im Linux-Bootmenü in W7.
öffne dann in der "Verwaltung" die "Computerverwaltung" und dann da die "Datenträgerverwaltung".
mit diesem Bordmittel löschst Du dann die beiden oder drei für Windows "unbekannten" Linux-Partitionen.
dann erweiterst Du die Windowspartition mit dem frei gewordenen unpartitionierten Bereich.
Achtung: nach einem Neustart kommt dann "no such partition" und nichts geht mehr.

Wenn Du es hin bekommst, W7 wieder lauffähig zu machen, wäre das für mich ein wertvoller Tipp.
Wie gesagt, bis Ende 2010 konnte man das mit den Windows-Startmedien wieder retten, seitdem nicht mehr.
Nur wenn man wieder Linux aufspielt, kommt man über das Bootmenü auch wieder an Windows.

Lange Rede kurzer Sinn: es geht nur darum, eine W7-Linux-Dual-Platte wieder in eine W7-Stand-alone zu wandeln, ganz ohne Linux.

Meine Erfahrung und Empfehlung ist: KEIN Dual-Boot sondern entweder Windows oder Linux, alles andere ist inkonsequent.


 

"Bordmittel" - aha...

Aber ansonsten hast Du meinen Text schon gelesen und verstanden, gerade nur nicht die paar Euro für so ein Tool wie Paragon...? Dann ist Dir wohl nicht zu helfen, von mir eh' nicht, weil -wie Du ja immer wieder bemerken kannst- meine Herangehensweise eine ganz andere ist.

Benutze selbst noch die Version 11 von Paragon, die machte bislang alles was mir wichtig und relevant war. Die 12er bringt wohl einen Support für Apple und bessere Virtualisierung. Sollte ich vielleicht mal versuchen, wie hier schon mal mein alter SZ-Kommentator @Marc schrieb; seiner Intention nach allerdings mit Linux als Host.

Und für mein Dualboot-Linux reicht es (mir) erst mal, was das Thema Backup&Recovery betrifft.

scheinbar verstehst Du das Problem nicht:

es geht nicht um Bordmittel oder Tools, wenn Du auf Dual-Boot die Linux-Partitionen löschst, gibt es kein Zurück auf Windows. Das wird ja bereits beim Installieren von Linux deutlich gesagt.
Von Paragon verwende ich 3 unterschiedliche Festplattenmanager, die das Problem jedoch nicht lösen können.

Bordmittel deshalb, weil Du von einem normalen PC-Nutzer, der Linux mal ausprobieren und dann doch nicht nutzen will, nicht erwarten kannst, dass er die ganzen Profiwerkzeuge besitzt, also ganz praxisbezogen gedacht.

Deshalb auch weiterhin: entweder, oder. Wozu gibt es USB-Sticks, Wechselplatten oder andere startfähige Medien?