5 Sep 2014

Endlich wieder Top-Down

Submitted by ebertus

SZ, geh' Du voran... Pay Content kann nicht auf Augenhöhe funktionieren, ist und bleibt die Top-Down zelebrierte Verabreichung entsprechender Denkvorgaben; mit oder auch ganz ohne Qualität.

Insofern macht die SZ eigentlich alles richtig, passt sie nun die Kommentarmöglichkeit schon mal vorauseilend den wohl kommenden betriebswirtschaftlichen Vorgaben an. Zwei, drei Themen sind bitteschön zu diskutieren, voll moderiert versteht sich. Ansonsten werden die Kommentare unter den einzelnen Artikeln hinwegreformiert, auf Facebook&Co. verwiesen, verlagert.

Ob und wann dann der Paywall kommt, das darf wohl erst einmal dahin gestellt bleiben, sind die Besitzverhältnisse und die notwendigen Entscheidungsstrukturen bei der SZ mit Sicherheit nicht so verwickelt, sich gegenseitig ausbremsend wie bei dem anderen Big Player der Medienindustrie, dessen Projekt Eisberg.

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Und was ist eigentlich aus den Krautreportern geworden? Sollte das nicht im September starten, zumindest die Beta-Phase? So sind die aktuell angegebenen 17585 Unterstützer, Mitglieder bzw. Abonnenten doch ein schönes Polster, steckt viel Vertrauen in der bislang eingesammelten Million.

Man hört so wenig; und alle Mitglieder halten dicht... Denn wenigstens die müssten doch über Newsletter etc. bereits voll informiert, involviert sein, würden Interna mit Sicherheit auch schon mal wikileaken. Offiziell gibt es lediglich eine Info bezüglich des Großsponsors. Die Augstein-Stiftung macht mit den Abos ganz gezielt Politik in der Medienbranche wie Meedia schreibt; was auf einen entsprechenden Stellenwert hindeutet, den das Projekt, diese Art von Bezahlmodell in der Branche genießen dürfte. Denn dort soll es, den Ankündigungen nach für die Inhalte selbst keinen Paywall geben. Gezahlt wird für das "Mitmachen", eben auch für die Möglichkeit der Kommentierung.

Was dann schlußendlich wieder auf die eingangs erwähnte SZ deren neues Mitmachmodell zurück führt. Werden die Krautreporter und im Gegensatz zu der neuen SZ  jeden Text für die (interne) Kommentierung freigeben? Einerseits sind die Abonnenten durch den Zahlvorgang identifizierbar, werden sich rechtsrelevante Äußerungen in Grenzen halten. Andererseits ist Trollen auf möglicherweise höherem intellektuellen Niveau nicht wirklich zu vermeiden. Wollten die Krautreporter also entsprechende Kapazitäten für die Moderation vorsehen? Und welches Regelwerk an ggf. notwendigen Sanktionen wird es geben? Weil es sich dabei ja eben nicht -wie bei derFreitag beispielsweise- um ein absolut freiwilliges, netiquettiges Hausherrenmodell handelt, es bei den Krautreportern um einen rechtsgültigen Vertrag von Leistung und Gegenleistung geht; letztere bereits erbracht ist...

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Spannende Zeiten, auch wenn es vielleicht Oktober, November etc. wird, ehe der Berg ausgekreist hat, das neue mediale Leben sich dann durchsetzen muss.

Was diese Entwicklung, gerade bei der SZ, die Einschränkung der Kommentierungsmöglichkeiten bei FAZ, dem Spiegel etc. für den Freitag, dessen FC bedeuten, darüber darf gern spekuliert werden; solange es diese Plattform und in genau dieser Form noch gibt.

Und btw. auf Telepolis, einem Medium jensseits des Mainstream hat Bettina Hammer gerade einen entsprechenden Text veröffentlicht, geht im weiteren Verlauf auch auf die Entwicklung bei der SZ ein.