12 Mai 2011

Medienethik - politisch korrekt

Submitted by ebertus

Bild: Bernd Ebert

"Die Arroganz der Vierten Gewalt" vs.

"wer Google News und Blogs für Journalismus hält, dem ist schwer zu helfen."

 


 

Als ob es bei dem Fall "Pfister" um wirklich ernsthafte, existentiell wichtige Dinge und jenseits der allfälligen Hofberichterstattung geht. Wenn sich sog. "Qualitätsjournalismus" genau darüber definiert, bei der politisch nicht ganz korrekten Preisverleihung schlimmstenfalls einen Kategoriefehler erkennt, dann ist man weiter auf "gutem" Wege.

Qualitätsjournalismus und jenseits von einem - zugegeben - schon mal angenehm zu lesenden Wort- und Satzgeklingel und ebenfalls relativ unabhängig davon, ob Pfister nun zusammen mit Seehofer die Züge im Keller hat wirklich fahren lassen, dieser Qualitätsjournalismus ist weichgespült, kaum mehr als medialer Haferschleim, wobei man in diesem Vergleich dem gesunden Nahrungsmittel eher Unrecht tut. Und Qualitätsjournalismus stellt schon lange keine Fragen mehr nach den Ursachen, den tiefer liegenden Gründen der gesellschaftlicher Entwicklungen. Qualitätsjournalismus ergötzt sich am immer wieder gern erkannten, tragischen Einzelfall; schickt den Konsumenten in eine abgründige Welt personifizierter Gewinner und/oder Verlierer, worin dann fürsorglich angeboten, wogegen eben genau dieser Qualitätsjournalismus die einzige Konstante noch sein mag.

Qualitätsjournalismus ist Chomskys Propagandamodell.

Und die, fröhlich deren Lieder singenden, weil deren Brot essen müssenden Schreiber, Wortklingler, Profis? Deren Mentoren, deren das allfällige Rüstzeug bereitstellende Vorturner ergehen sich ebenfalls in Wortgeklingel, äußern sich schon mal hämisch über Blogs etc. einfach nicht verstehend (vielleicht auch ganz gut so), das weitgehend unabhängige, gern gesellschaftspolitische Blogs eben nicht dieses Brot, nicht einmal Kuchen essen müssen. Es wäre ansonsten einfach aller Laster Anfang und dieses "Sie versagen darin, ein Online-Geschäftsmodell für Qualitätspublizistik zu etablieren" bringt es - mit Sicherheit und in dem Kontext nicht "so" zu verstehen - genau auf den Punkt. Qualitätsjournalismus ist kein Selbstzweck, keine hehre Meditation, ist knallhartes Geschäft als sog. win/win Konstellation von Anbietern medialer Inhalte und den Nutznießern der herrschenden, gesellschaftlichen Strukturen.

Zu den Zeiten, als Noam Chomsky das Propagandamodell postulierte, damals gab es noch kein Internet, wie wir es heute kennen. Diese heutige "Gefahr" haben die Mächtigen und deren mediale Helfer natürlich erkannt und werden diesen sog."rechtsfreien Raum" mit Sicherheit nicht nur sehr genau beobachten, sondern bei Bedarf mit mehr oder weniger subtilen Mitteln beschränken, diffamieren, schlußendlich zum Schweigen bringen.

Randolph Hearst wusste damals, in den 20ern der vorherigen Jahrhundert bereits, wie man sich zum gegenseitigen Vorteil wohl so richtig "arrangiert"; die Schönen, die Reichen und die Mächtigen umsorgt. Damals brauchte der Qualitätsjournalismus noch nicht bangen und sparen, ergaben sich die einträglichen Geschäftsmodelle wie von selbst. Das Hearst-Castle ansonsten, ist schon einen Besuch wert, liegt direkt an dieser Traumstraße zwischen San Francisco und Los Angeles.