12 Mai 2011

SuperJobs

Submitted by ebertus

Und nun ist ja der Job eines Fensterputzers eine mindestens ebenso ehrbare Tätigkeit, wie der einer Putzfrau oder gar einer Prostituierten. Immer mal wieder Grund, im Rahmen von Diskussionen über das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) die Frage zu stellen, wer denn dann die mit Sicherheit weiter existierenden schweren, ekligen, dreckigen, gefährlichen, monotonen etc. Jobs; und dann eben freiwillig macht.

Natürlich, bei der Regulierung via Angebot und Nachfrage, ohne die Peitsche des zumindest ökonomischen Existenzdruckes würden derartige Tätigkeiten dann wohl endlich eine adequate Vergütung generieren. Aktuell und hierzulande unter H4 ist das einfacher, muss beinahe jede zumutbare "Arbeit" angenommen werden; und dieses "zumutbar" ist relativ, der allfälligen Definition von Nichtbetroffenen, Unbeteiligten und gern auch verrohenden Mittelschichtlern anheim gestellt. Das Gefährliche, das Unterschwellige, das Reale an diesem Telepolis-Artikel ist der sog. Heureka-Effekt; und beinahe jeder im "normalen" Berufsleben, der schnöden Existenzsicherung stehende Mensch erlebt es - täglich neu beinahe.

Nicht zuletzt auch ein Grund für ältere Menschen und soweit materiell dazu wenigstens halbwegs in der Lage, den (Vor)ruhestand aktiv zu betreiben. Besser wird es kaum, so aus vollkommen subjektiver Sicht. Und das "Wir"-Gefühl, das Durchhalten im Team, diese "Stretch-Erfahrung" und das Licht am Ende des Tunnels, dies alles und für die überwiegende Mehrzahl der (noch) im Hamsterrad Laufenden ist es eine Schimäre, gern auch eine Fata Morgana; wie es beliebt.

http://www.heise.de/tp/artikel/34/34731/1.html