29 Dez 2015

Wertewandel: mehr WÜRDE statt GELD für MENSCHEN

Submitted by Marie

Heute vor 125 Jahren töteten Soldaten der US-Kavallerie 300 Männer, Frauen und Kinder vom Stamm der Lakota. Das Massaker von Wounded Knee brach den Widerstand der Indianer gegen die Weißen. Heute leben die Lakota im Elend des Pine-Ridge-Reservats.

wieviel generationen sind 105 jahre? jedenfalls sind 125 noch eine generation mehr ... doch es scheint sie nicht zu geben und auch niemand wirklich zu interessieren ... mich trifft das tief - gerade zu zeiten an denen ein dinosaurier in berlin ... naja, der ist ja tot ... nur ein skelett ... in der öffentlichkeit so präsent ist ...

ein leben zur zeit der dinosauriere stelle ich mir nie vor, aber eins, wie zu zeiten der indianer - in harmonie mit der umwelt - das kommt mir schon oft in den sinn

" Der Wind pfeift kalt über den kahlen Hügel, und es wird schon dunkel. Einen Viertelmeter hoch liegt der Schnee, er glitzert bläulich im letzten Licht der Sonne. Da stützt sich Thomas Poor Bear auf seinen Gehstock, nestelt mit einer Hand eine Zigarette aus der Packung, knickt sie in der Mitte und wirft sie in einem weiten Bogen auf das Massengrab, das von einem gräulichen Drahtzaun umschlossen ist. Der Mann mit dem breiten Mund, aus dem Zahnstümpfe hervorlugen, bringt seinen Ahnen ein Tabakopfer dar. Dann fängt Poor Bear mit heiserer Stimme an zu singen. Es ist ein Lied in der Sprache der Indianer vom Stamm der Oglala-Lakota. Es handelt von einem weiten Land, das der weiße Mann an sich gerissen hat, und es handelt von einem Massaker. Es ist ein trauriges Lied. Als es zu Ende ist, sagt Poor Bear leise: „Ich will hier begraben werden, wenn ich zu meinen Vorfahren gehe. Das habe ich meinen Kindern gesagt.“ Thomas Poor Bear steht an diesem kalten Dezembernachmittag an einem besonderen Ort. Es ist der Platz, an dem sich Geschichte, Gegenwart und Zukunft der amerikanischen Ureinwohner verbinden. Am 29. Dezember 1890, vor 125 Jahren also, gingen hier in der Ödnis South Dakotas, nahe dem Dorf Wounded Knee, die Indianerkriege mit einem Massaker zu Ende. Die Schlacht von Wounded Knee, wie die Weißen das Blutbad bis vor wenigen Jahren nannten, besiegelte endgültig die Vorherrschaft des weißen Mannes in den USA. Die Indianer sprechen bis heute vom Massaker in Chankpe Opi Wakpala.

Schlacht? Schon dieses Wort, das er jahrzehntelang aus Washington und von den Offizieren der US-Armee gehört hat, vermag John Yellow Bird Steele sichtlich zu verärgern. Er kneift die Augen zusammen, bis sie fast nicht mehr zu sehen sind unter dem Schild der Baseball-Mütze, die ihn als Veteranen der US-Armee ausweist. Steele ist Präsident des Stammesrates der etwa 40.000 Oglala-Lakota im Reservat von Pine Ridge in South Dakota. Er sitzt im Parlamentssaal auf seinem Stuhl und sagt mit Bitterkeit in der Stimme: „Es gab keine Schlacht. Das war eiskalter Mord mit Vorsatz.“ Erst vor 20 Jahren etwa gab die US-Armee zu, dass sie damals, in jener Winternacht Ende 1890, einen Fehler gemacht hat. "

 

Wounded Knee : Es war Mord - das Massaker am Indianerstamm der Lakota | Panorama - Berliner Zeitung - Lesen Sie mehr auf: http://www.berliner-zeitung.de/panorama/wounded-knee--es-war-mord---das-...

 

um aus der vergangenheit die gegenwart zu verstehen, gehe ich oft in die geschichte zurück und frage mich, welche spuren mir dann antworten geben könnten:

" Die Besiedlung des nordamerikanischen Kontinents erfolgte vor über 15.000 Jahren. Sibirische Jäger und Sammler erreichten über eine damals noch bestehende Landbrücke über die Beringstraße das heutige Alaska und drangen über die Westküste nach Süden und von dort ostwärts vor."

 

soso ... russen als nordamerikanische ureinwohner ...

 

" Zum Zeitpunkt der „Entdeckung“ Amerikas durch die Europäer 1492 lebten auf dem nordamerikanischen Kontinent nördlich von Mexiko schätzungsweise 7 Millionen Indianer in vielfältigen Stammeskulturen. Die Erschließung und Besiedlung des Landes durch weiße Kolonisten führte in den nächsten Jahrhunderten zu einer demographischen Katastrophe. Besonders durch eingeschleppte Infektionskrankheiten, aber auch durch eine oft rücksichtslose Vertreibungspolitik wurden Stämme dezimiert, starben teils aus oder wurden in immer unwirtlichere Regionen abgedrängt. Heute stellen die Indianer kaum anderthalb Prozent der amerikanischen Gesamtbevölkerung."

 

dann kamen die europäer ... die selbsternannten kolonialmächte - mit ihrer gier ... und ihren kriegen um noch mehr ...

 

" Der erste Präsident der Vereinigten Staaten unter der neuen Verfassung wurde der ehemalige Revolutionsgeneral und Vorsitzende des Verfassungskonvents George Washington, ein wohlhabender Sklaven- und Plantagenbesitzer aus Virginia. Er gewann die Wahl 1789 einstimmig.

es folgte eine zeit der Seminolenkriege  von 1817 bis 1818, der Zweite Seminolenkrieg von 1835 bis 1842 und der Dritte Seminolenkrieg von 1855 bis 1858. Der Zweite Seminolenkrieg wird auch oft als der Seminolenkrieg bezeichnet und war der längste Krieg, in dem die Vereinigten Staaten seit der amerikanischen Revolution bis zum Vietnamkrieg kämpften.

1860 wurde der Republikaner Abraham Lincoln zum Präsidenten gewählt. Lincoln, bekennender Gegner der Sklaverei, war für viele Menschen in den Südstaaten untragbar, und so kam es zur Sezession. Lincoln und seine Regierung erklärten zu dieser Zeit große Gebiete im Westen zu US-Territorium: Colorado, Nevada, Arizona, Idaho, Montana. Die Besiedelung dieser Gebiete war ihnen wichtig. So unterzeichnete Lincoln am 20. Mai 1862 den Homestead Act. Personen über 21 Jahren konnten ein 160 Acres großes Stück Land in Besitz nehmen und es bewirtschaften. Wenn sie fünf Jahre auf dem Land lebten, gehörte es ihnen.

So erließ Lincoln am 22. September 1862 die Emanzipations-Proklamation der Schwarzen und rechtfertigte somit den Krieg als einen Kampf gegen die Sklaverei.

Mehr als 600.000 Soldaten hatten in diesem Bürgerkrieg ihr Leben verloren. Die Sklaven wurden mit dem 13. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten freie Bürger, aber gleichberechtigt waren sie noch lange nicht. Dieser Konflikt wird heute noch in manchen Teilen der USA ausgefochten. Im Süden wurden durch den Wegfall der Sklaverei die großen Plantagen aufgeteilt und es bildete sich mit der Zeit eine Mittelstandsgesellschaft. Die Wirtschafts- und Finanzkraft ging an den Norden über. Die Nachwirkungen des blutigen Krieges sind auch heute noch zu spüren. Trotzdem hatte Lincoln ein Ziel erreicht: Die USA waren keine Nation von lose verbundenen Staaten mehr, sondern ein unzertrennbarer Nationalstaat. Doch Abraham Lincoln konnte diese Auswirkungen nicht mehr miterleben; er wurde noch im selben Jahr bei einem Theaterbesuch ermordet."

https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Vereinigten_Staaten

 

über apartheid ist ja bis heute relativ viel geschrieben worden - aus den köpfen und den alltag verschwunden ist sie jedoch nicht - auch nicht unter einem schwarzen präsidenten ...

die "talente" der indianer scheinen gegenwärtig keinen wert zu besitzen -auch wenn man die zahlreichen versuche von ökologischer landwirtschaft und tierhaltung als hilfeschrei oder rettungsversuch des gesamten lebens auf der erde verstehen kann ... jedoch so wie vieles sinnvolle mit bürokratischem papierterror als ausdruck von (schein)demokratie eher verhindert als wohl wirklich gemeint ist ...

 

heute vor 125 jahren geschah ein mord und massaker ... ein sieg der militärs und der bürokraten ... deren überlebende opfer singen lieder darüber und trinken und rauchen sehr viel ... sie wollen keine entschädigung mit geld ... sondern ihr land und ihre würde wieder haben ...

 

wie paradox und lächerlich: WÜRDE statt geld ... nee das passt nicht in die erfolgsgeschichte der menschen ... im aktuellen wertesystem

Kommentare

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ist "rothaut" ein politisch korrektes wort? ... weiß ich nicht ... hier geht es um was anderes ...

 

" Die Palmer Raids (deutsch: Palmer-Razzien) waren eine zwischen 1918 und 1921, während der Roten Angst, stattfindende Verfolgungswelle in den USA gegen US-Bürger und Einwanderer, denen eine kommunistische und sozialistische Einstellung unterstellt wurden.

Palmer war der Überzeugung, dass der „Kommunismus sich in die Heimstätten der amerikanischen Arbeiter fraß“ und dass die Sozialisten für die meisten sozialen Probleme des Landes verantwortlich seien.

Insgesamt wurden infolge dieser später als Palmer Raids bezeichneten Aktion über 10.000 Menschen verhaftet – die bis heute größte Massenverhaftung in der US-Geschichte – und die darunter befindlichen Ausländer per Schiff nach Europa deportiert, darunter auch die bekannte Anarchistin und Friedensaktivistin Emma Goldman.

Diese massiven Repressalien, die anfangs auch von der breiten Öffentlichkeit unterstützt wurden, führten dazu, dass die Kommunistische Partei in den Untergrund gehen musste, und ließen den politischen Einfluss und die Mitgliederzahlen der Gewerkschaften und der Sozialistischen Partei rapide sinken.

Hatte die SPA Anfang 1919 noch über 100.000 Mitglieder, waren es 1921 nur noch ca. 13.000, was einem Rückgang von fast 90 % innerhalb von nur zwei Jahren entspricht.

Ihr Ende fand diese „Erste Rote Angst“ schließlich, als Palmer vor einer kommunistischen Revolution in den USA warnte, deren Ausbruch er für den 1. Mai 1920 vorhersagte. Als diese jedoch ausblieb, verlor er seine Glaubwürdigkeit und auch seinen politischen Einfluss. Zudem wurde öffentlich, dass viele der von ihm angeordneten Deportationen und Verhaftungen jeglicher rechtsgültiger Beweise entbehrten."

 

hmm ... wie hätte die usa wohl ihre probleme erklärt, wenn die oktoberrevolution in rußland nicht stattgefunden hätte?

inzwischen war sie die wirtschaftliche macht auf platz 1 - massenhafte europäische einwanderung und anstieg der bevölkerung - weltausstellung und auch die ersten streiks ... die welt begann sich zu ändern ... im "reichen" amerika anders als im "armen" rußland ohne zar ... in amerika hatten die reichen schon so einiges zu verlieren ... in rußland dachten wohl eher alle gemeinsam an´s gewinnen

 

es war wohl aber die zeit der national- bzw. innenpolitik und der feind stand immer außerhalb des landes ... die blutigen kriegszeiten im eigenen land sollten endgültig beendet sein ... ruhe in den reservaten - stillschweigendes dulden einer latenten apartheit ... eine (un)kultur von falsch verstandener freiheit und eine angst+feindfokussierung auf russen/kommunisten und ihre so anderen ideen (und voraussetzungen) ...

nahmen sie sich die "freiheit" der ewigen expansion - so wie das land und gold der indianer?

ein unhinterfragtes recht des stärkeren ... so, als ob der mensch sich durch diese eindimensionalität auszeichnet?

jeder art von "sanftheit" nur als taktisches kalkül? keinerlei glaube an ethische wertes des menschen ... nur evtl. eines gottes oder des geldes?

 

kommt mir so fremd und so arm vor ... aber "plausibel" - weil ich ihre politik+kultur sonst gar nicht verstehe ... hatte mein kindliches bauchgefühl schon immer recht, wenn "die amis" vor allem die waren, die die indianer ausgerottet hatten und darauf auch noch ekelhaft stolz waren ... immer noch gern mit waffen rumspielen ... also irgendwie empathisch defizitär ... aber selbstbewußt ...

klar: "DIE amis" gibt es nicht ...

 

„Sprich sanft und trage einen großen Knüppel, [dann] wirst du weit kommen.“

>>> Der sorgfältige Aufbau diplomatischer Beziehungen und die Beteuerung guter Absichten werden mit einem schlagkräftigen Militärapparat und einer hohen Wirtschaftsmacht gepaart, wodurch ablehnende oder feindselige Reaktionen auf das diplomatische Angebot auf subtile Weise deutlich erschwert werden. Mit dieser an der Realpolitik orientierten Verhandlungsstrategie betrieb Roosevelt als US-Präsident eine erfolgreiche Expansionspolitik.

1904 legte er mit dem Roosevelt-Corollary, einem Zusatz zur Monroe-Doktrin, den Grundstein für eine expansionistischere Außenpolitik, wonach die Vereinigten Staaten als internationale Polizeigewalt auftreten sollten. <<<

 

ups ... na das erscheint mir doch aber noch bis heute so ... über 100 jahre lese ich immer noch solche äußerungen...

und auch diese zweite sogenannte "rote angst" phase aus den usa ist inzwischen in deutschland gelandet ... möge sie niemals solche institutionellen blüten treiben können, wie in den usa - möge es viele menschen geben, die sich gegen diese methoden aussprechen und fernsehsender, die solche machenschaften veröffentlichen ... oder muß es auch - wie in den usa erst tote ( die rosenberg´s) geben, um die abwehrkräfte zu mobilisieren?

wehret den anfängen - ihre stimmen haben jetzt ja die "internet-alternative" in einem "alternativlosen" (?) "ja was eigentlich?"

 

" Das Bild dieser „Zweiten Roten Angst“ wurde maßgeblich geprägt von McCarthys medialer Präsenz im Zuge seiner Untersuchungen und seinen (oft haltlosen) kommunistischen Verschwörungstheorien, die in der Öffentlichkeit durchaus kritisch gesehen wurden.

So äußerte sich Albert Einstein, der neben Bertolt Brecht, Thomas Mann und hunderten anderen vorgeladen wurde, dass es sich um eine „ ‚Art der Inquisition‘ handle, die ‚den Geist der Verfassung verletzt‘, indem sie im Namen der äußeren Gefahr ‚alle geistigen Anstrengungen in der Öffentlichkeit […] unter Verdacht‘ stellt und ‚all diejenigen, die sich nicht zu unterwerfen bereit sind, von ihren Positionen zu entfernen, das heißt: sie auszuhungern.‘ “

Die wohl bekanntesten Opfer dieser Hysterie waren wohl Ethel und Julius Rosenberg, die sogar als Zivilpersonen (was grundsätzlich ausgeschlossen sein sollte) wegen angeblicher Spionage am 19. Juni 1953, trotz heftiger nationaler und internationaler Proteste u. a. von Papst Pius XII., Jean-Paul Sartre, Albert Einstein, Pablo Picasso, Fritz Lang, Bertolt Brecht und Frida Kahlo hingerichtet wurden. (Nach einem 1993 neu angestrengten Prozess zur Freisprechung des Ehepaars, gestand - 2008 veröffentlicht durch "New York Times" - auch Richard Nixon, damals Vizepräsident unter Eisenhower ein, „dass im Prozess erhebliche Fehler gemacht“ und „Belastungsmaterial manipuliert“ wurde.)

Auch McCarthy selbst geriet in ein Kreuzfeuer der Kritik, nachdem seine rigiden Verhörmethoden 1954 im Fernsehen öffentlich gemacht wurden. Ein daraufhin eingesetzter Untersuchungsausschuss befand ihn für schuldig, woraufhin ihm der Senat das Misstrauen aussprach und McCarthy als Ausschuss-Vorsitzender zurücktreten musste."

https://de.wikipedia.org/wiki/Rote_Angst

 

die absurdität dieser roten-angst-phasen könnten ja beruhigen - dass sich jedoch mit den modifizierten neuauflagen immer noch hysterie und keine lachanfälle produzieren lassen ... scheint ein schlimmes humor-defizit zu belegen ... hier gibst nix zu lachen!!!

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ich glaube, dass ich schon "irgendwie" ahnte, dass mein blog nur ein konkretes ereignis einer mich abstossenden - fascho-ähnlichen denkweise und seine bis heute nicht rehabilitierten taten beschreibt, dem ich mal bei der ausrottung der indianer nachgehen wollte und habe dies mit der industriealisierung>monopolisierung>chancenlosen ungerechtigkeit der besitzlosen (nur ihre arbeitskraft)>der gier der besitzenden gepaart mit ihrer angst eines möglichen verlustes (statt interesse an gerechter beteiligung der arbeitenden) und gleichzeitiges wissen um ihre kriminalität, welche sie durch gesetze/politik/macht durch "willige" diener an der materiellen beteiligung des gewinns, sichern lassen und dieses kriminelle + asoziale auch gleichzeitig noch als alternativloses lebensmodell propagieren.

 

nun ja - sie haben da ganze arbeit geleistet ... denn auch die mafia hat ja gut funktioniert und eine art sicherheit und schutz ihrer "familienmitglieder" geschaffen ... leben oder tod ... also an DEN menschlichen existenzpunkten orientiert, die jeder verstand ... sei es aus dankbarkeit oder aus angst .

 

eine freiheit oder alternative gab es jedoch nicht ... und dies sahen wohl (zu) viele ein und so sollte dies auch bleiben > nur keine "dummen gedanken" von freiheit und gleichheit ... denn so klang ja die idee der kommunisten ... dass der, der die häuser baut auch noch in ihnen wohnen will ...

 

Gert Ewen Ungar ist da mit seinem text ganz in der "drohnen-gegenwart" angekommen und hat sich dem thema anhand eines artikels in der FAZ gewidmet, in dem den geneigten leser der unterschied zwischen den nicht erwähnenswerten "unbeteiligten" und den zu betrauernden (und zu rächenden?) "unschuldigen opfern" erklärt wird. (siehe link unten)

 

seine fassungslosigkeit zu diesem ernsthaft statuierten unterschied kann ich völlig nachvollziehen ... wobei ich ja eher zur konsequenten ignoranz neige und jedem rate, seine lebenszeit mit schönheit und nächstenliebe zu füllen. jede beschäftigung mit dummheit und dreck kann für mich nur eine praktische entsorgung sein ... um zum EIGENTLICHEN zu kommen, welches wir ja wohl verlernen und vergessen sollen ...?

 

uns wird soviel dreck hingekippt und wir sind nur noch damit beschäftigt - als wenn wir im hühnerstall nur noch die hühnerkacke und nicht mehr die eier sehen und finden ...

http://logon-echon.com/2015/12/29/unschuldige-opfer-und-unbeteiligte-tote-scholastik-in-der-faz/

 

@ ben schreibt dazu

" Jeder muß entscheiden ob er dieser Masse der Kriegmacher zugehört.

Das Buch “Psychologie der Massen von Gustave le Bon 1911” (Übers. Seite 106) http://www.textlog.de/le-bon-psychologie.html

Nie haben die Massen nach Wahrheit gedürstet. Von den Tatsachen, die ihnen missfallen wenden sie sich ab und ziehen es, vor den Irrtum zu vergöttern, wenn er sie zu verführen mag. Wer sie zu täuschen versteht, wird leicht ihr Herr, wer sie aufzuklären sucht stets ihr Opfer.

 

Pure Hetzjagd gegen Wagenknecht. Da sie links ist kann man sie nicht in die rechte Ecke stellen wie Ken Jebsen und die vielen anderen Friedens – Freunde. Danke an Frau Wagenknecht und G.E. Ungar"

https://propagandaschau.wordpress.com/2015/12/29/unschuldige-opfer-und-unbeteiligte-tote-scholastik-in-der-faz/#comments

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scheinbar packt immer mehr der zorn über diese geschichte eines scheinbaren "schreckens ohne ende" - in immer neuen varianten ... weil sich die frage nach der lernfähigkeit der menschen um die muster der grausamkeiten aufzulösen wohl jeden empathischen wesen einfach stellt. hier also auszüge aus dem aktuellen text von uli gellermann:

 

Das US-Mördersystem Ein langer Blick zurück im Zorn

Autor: U. Gellermann

Datum: 31. Dezember 2015

Das Land war nicht leer, als die Europäer die Gegend betraten, die heute als USA bezeichnet wird. Sechs bis sieben Millionen Menschen, im weißen Sprachgebrauch als Indianer bekannt, besiedelten einst die Weiten Nordamerikas. Ja, es gab auch Überlebende der ersten großen Landnahme, des ersten Völkermordes der USA. Immerhin wurden noch rund 300.000 Nachkommen der indigenen Stämme im Jahr 1940 gezählt. Wenn es jetzt wieder mehr sind, ist das kein Zufall. Indianer stehen dem Landraub kaum noch im Weg, denn sie zu töten bringt nicht mehr den ungeheuren Profit, den die Siedler und deren Nachfahren durch die Enteignungen mit Todesfolge habe ernten können: Fast zehn Millionen Quadratkilometer Land wechselten in einem relativ kurzen, gewaltsamen Prozess den Besitzer. Die Gründungsakte der USA ist mit Blut geschrieben.

Gewalt ist bis heute wesentlicher Bestandteil der US-Kultur: Rund 30.000 Bürger dieser Kultur starben im letzten Jahr an Schussverletzungen durch Waffen, die in den Wohnungen und Häusern lagern. In den USA befinden sich mehr 300 Millionen Pistolen und Gewehre in Privat-Haushalten. Es gibt über 50.000 registrierte Waffenhändler in den USA – fast viermal soviel wie McDonalds-Filialen. Mehr als vier Millionen US-Amerikaner sind Mitglied der „National Rifle Association“, jener Waffen-Lobby-Organisation, die mit Millionen von Dollars die Wahlkämpfe beeinflusst. Seit 1979 kamen in den Vereinigten Staaten mehr Kinder durch Schusswaffen um als US-Soldaten im Vietnamkrieg. Der Alltag der USA ist mit Blut besudelt.

Erst kurz vor Weihnachten wurden mal wieder zwei Schwarze in den USA von Polizisten umgebracht. Im vergangenen Jahr starben deutlich mehr als 1.000 Menschen durch Polizeigewalt im „Land der Freien“. Etwa vierzig Prozent von ihnen waren Afroamerikaner. Männer, Frauen, aber auch gern Kinder. Der Anteil schwarzer Todesopfer übersteigt weit den Anteil der schwarzen Bevölkerung der USA, der bei ungefähr 13 Prozent liegt. Das hat eine gewisse perverse Logik: das US-Gefängnissystem sperrt ja auch fast vierzig Prozent der schwarzen Bevölkerung ein, also etwa das Dreifache des Bevölkerungsanteils. So kann es denn nicht ausbleiben, dass die Zahl schwarzer Todeskandidaten in den Zellen der US-Gefängnis-Industrie noch über vierzig Prozent liegt. Die weiße USA führt einen Bürgerkrieg gegen die schwarze Bevölkerung. Zwar gibt es keine Gesetze zur Apartheid. Doch die Statistik der Gewalt gegen Farbige spricht eine eigene, deutliche Sprache: Umbringen oder Wegsperren ist die Devise.

Die Vereinigten Staaten von Amerika haben in den Jahren seit ihrer Gründung insgesamt 219 mal selbst Krieg geführt. Der Gewalt der Staatengründung, der Brutalität des Alltags in den USA, entspricht der Export dieser Gewalt bis in die letzten Winkel der Erde. Rund eine Billion Dollar an Rüstungsausgaben aller Art pro Jahr halten die amerikanische Wirtschaft am Laufen und sichern Millionen von Arbeitsplätzen. Allein das Verteidigungsministerium beschäftigt mehr als zwei Millionen Menschen. Im Rüstungsbereich arbeiten weitere 3,6 Millionen. Der aktuelle Rüstungsetat liegt bei 600 Milliarden Dollar. Nicht eingerechnet sind jene Milliarden, die an Israel, Ägypten, Saudi-Arabien und weitere Verbündete als Waffenhilfe fließen.

http://www.rationalgalerie.de/home/das-us-moerdersystem.html

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eine aktuelle ausstellung „De Heksen van Bruegel“, Museum Catharijneconvent Utrecht, ruft in Erinnerung, wie schnell und wie leicht Menschen diskriminiert, ausgegrenzt und abgestempelt werden konnten.

Aber das alles ist nicht weit von uns entfernt, denn unser Denken über Minderheiten ist anfällig für einfache Lösungen. Der belgische Psychologieprofessor Paul Verhaeghe von der Universität Gent spricht von einer „sicheren Gesellschaft voller Angst. Wir leben in einer der sichersten Gesellschaften der Welt und doch gibt es viel soziale Angst, Angst vor dem Anderen.“

 

Die Ausstellung „Bruegels Hexen“ bleibt daher trotz ihres historischen Themas aktuell...

 

mich gruselt es ja immer vor historischen ausstellungen - für mich hängt ihnen fast immer ein mief an, der mich unangenehm berührt ... ich mag halt moderne kunst - oder kunstepochen des aufbruchs und widerstandes ... einen visionären blick nach vorn ... ins unbekannte ... was noch gestaltbar und nicht nur dokumentierbar ist ... tendenzen in verschiedene richtungen ahnen läßt und ich heimlich in mir eine wette auf die zukunft abschließen kann, welche jahrzehnte später eingelöst oder "verloren" wurde ... mir jedoch als gradmesser für meine intuition dient ...

 

und jedesmal frage ich mich - "wie kann es sein", wenn das längst vergangen geglaubte mittelalter (wie in diesem fall) nicht nur in mir allein diesen gegenwartsbezug assoziiert ... naja, weil er da IST!!! und nicht nur in form von historischer architektur oder malerei >>> sondern erschreckender weise in seinen dargestellten inhalten der mittelalterlichen KUNST

 

" Vervoort hat die Hexenbilder seit 1430 akribisch zusammengetragen. Die ersten Darstellungen in den Niederlanden tauchen im Zusammenhang mit den Hexenverfolgungen während des 15. Jahrhunderts in juristischen Handbüchern auf. Schlechtes Wetter, Missernten und Hungersnöte verlangten nach einer Erklärung, nach einem Sündenbock. Da man keine Ursache für die Katastrophen finden konnte, musste wohl oder übel Zauberei im Spiel sein."

 

" Als der Antwerpener Verleger Hieronymus Cock die Drucke Bruegels 1565 veröffentlichte, erlebten die Hexenverfolgungen in den Niederlanden eine Hochzeit. Die plötzliche Kältewelle, die sogenannte kleine Eiszeit, traf Europa hart. Menschen und Tiere starben vor Kälte, Hagelstürme zerstörten die Ernten und als der Schnee zu tauen begann, verursachte das Schmelzwasser wiederum verheerende Überschwemmungen. Das alles konnte man wunderbar den Hexen in die Schuhe schieben, einfache Erklärungen für komplexe Zusammenhänge waren damals wie heute willkommen."

 

" Im 17. Jahrhundert wurden immer noch viele Hexenbilder gemalt, aber jetzt, so sehen es die Ausstellungsmacher, als Nervenkitzel für eine zahlungskräftige Elite, die sich an den unheimlichen Darstellungen erfreute. Hexensabbat und Zauberküche sind dabei beliebte Motive."

http://www.tagesspiegel.de/kultur/ausstellung-bruegels-hexen-in-utrecht-nur-echt-mit-besen/12778984.html

 

hannelore h. hat sich diese ausstellung angeschaut und erzählte mir, was sie daraus gelernt hatte:

"der nervenkitzel der gelangweilten (reichen) muß wohl ständig bedient werden - uli hoeneß war ja auch kein krimineller, nur ein  spielsüchtiger, aber guter mensch - hat er gesagt"

... und dass die justitz (!) die ersten auf dem platz waren, um eine "wasserfeste" rechtssprechung zu "garantieren" ist ja auch sehr aufschlussreich >>> denn sündenböcke werden besser serviert - das spart viel meinungsaustausch und streit und könnte sich ja auch in "unliebsame" richtungen entwickeln

>>> die erfindung der hexen hat ja funktioniert und das "recht" hatte für ruhe und erklärung gesorgt ... kein wunder, wenn es bis heute in unendlichen sündenbock-erfindungsvarianten noch praktiziert werden kann ...

sitzt wohl unendlich tief und ist unverarbeitet - angstbesetz ein "sündenbock" zu sein bzw. so genannt zu werden ...

muß für viele hetz+hexenjäger immer noch ein nervenkitzel sein (obwohl sie ja - vielleicht GERADE deshalb sich als "gute menschen" verstehen, die nach dem gesetz handeln und das "böse" (= unerklärbare GANZGANZ einfach als "erklärt" betrachten)"

 

ach, ich freu mich, dass es keine hexenverbrennungen mehr gibt :-))) ... an aufklärung für hexenjägerINNEN glaube ich jedoch nicht und auch nicht an unverschleierte gesetze, die für ALLE gerechtigkeit garantieren, denn eine justitz aus hexen-versteherINNEN würde ja deren rehabilitation voraussetzen (mindestens) ... doch was dann mit dem nervenkitzel anfangen?