10 Jun 2010

Eine kurze Geschichte von fast allem - 02

Submitted by ebertus

Die (natürlich rein betriebswirtschaftlich) determinierte Selektion von gewolltem, von nützlichem Leben ist für die Mainstreammedien kein Thema, auch wenn es als prägende Folge des aktuellen "Sparpaketes" geradezu auf der Hand liegt. Die Thesen des oftmals nur vordergründig gescholtenen Vordenkers Gunnar Heinsohn sind nun also ab 2011 offizielle, wünschenswerte Zielrichtung staatlicher Fürsorge. Gut, bzw. realsatirisch schlecht, in 2013 hätte sich das mit einem runden, achzigjährigen Jubiläum als Staatsräson noch passender gemacht aber die Zeit drängt wohl, es wird ernst, es werden einfach zuviele ...

Die neue Mietpauschale geht in dem Zusammenhang - ebenfalls als rein betriebswirtschaftliche "Vereinfachung" bzw. Reform verkauft - nur konsequent in diese Richtung. Mit dem kleinen Unterschied, dass es für sog. Ghettoisierung wohl bald zu Viele werden dürften. Das haben die Amerikaner schon lange erkannt, obwohl dort die Zahl der Insassen dieser liebevoll "correctional center" genannten Knäste prozentual, bezogen auf die Gesamtbevölkerung wohl einmalig hoch ist - für eine westliche Demokratie!? Aber auch privatisierte Gefängnisse kosten und kosten, da ist es wohl zielführender und im Einzelfall wohl auch tragbarer, wenn sich "die Guten" selbst schützen, einmauern, auf ihre "gated communities" zurück ziehen. "Draussen" verbleibt dann Annarchie und jeder der noch verbliebenen, sog. Mittelschichtler hat ein Ziel, für das es sich zu strampeln lohnt.

Und die Gaucklergeschichte von dem/den Kandidaten bzw. Kandidatinnen? Die vorschnell beschworene, virtuelle Netzgemeinde mit "großer" Sympathie für den Agenda-Mann muss man doch wohl relativieren. Der ebenfalls virtuelle Merkel-Schwiegersohn ist nach wie vor Favorit und die Kandidatin der Linken sollte wirklichen Nerds, mehr noch anderen, um die Freiheit im Netz ernsthaft besorgten, ebenfalls Anlass zum Nachdenken liefern. Meine Favoritin hatte ich bereits anderweitig benannt, eine (partielle) Katharina Blum wollte sie aber mit Sicherheit nicht werden.

Damit zur beinahe subtilen Zensur für gewolltes, gefördertes, "gutes" Leben. Im Umfeld der (katholischen) Kirche sollte Apple-Equipment im Grunde der Standard werden. Beinahe eine win/win-Situation, denn Verbotenes, Zensiertes reizt natürlich zur Umgehung, zur Überwindung der eher technischen Schranken. Ein weites Feld für kreative Mitbewerber jenseits des geplanten, eher strangulierenden Leistungsschutzrechts und ein netter Artikel also da in der taz, mit dem schon sehr selten gewordenen Griff an die (quasi) eigene Journalistennase. Klar doch: Die taz ist nicht die Bild.

Zum Schluß hier der Aufreger der Woche, mit (noch) offenen Weiterungen und im Gegensatz zum ersten Thema hier in wirklich allen Medien mit großer Aufmerksamkeit, gar Anteilnahme begleitet. OK, der Professor aus Heidelberg könnte wohl sogar eine "Freibier für Alle" - Umlage verfassungskonform begründen, die weitere Entwicklung sollte dennoch spannend bleiben. Handelt es sich doch im Grunde um eine zusätzliche Steuer für den quasi hoheitlichen Bildungsauftrag. Wenn das also verfassungsgemäß umgesetzt werden sollte, wird es mit Sicherheit nicht das letzte "Ding" dieser Art bleiben, die Umkehrung der Beweislast ganz kreativ eingeschlossen. Und der sog. Haushaltsbegriff kann schon mal für gewisse Umdefinitionen im meldetechnischen Sinne sorgen. Formale Zweitwohnungen könnten Hochkonjunktur bekommen, sich an Erstwohnsitzen die familiären Massen drängeln. Leider ist von der dahinter stehenden GroKo keine andere Richtung zu erwarten, sind nicht zuletzt gute Abschiebeposten für verdientes Personal und hinein in den öffentlich-rechtlichen Betreich beinahe existentiell.