21 Apr 2011

ZEIT goes Sueddeutsche

Submitted by ebertus

Das Déjà-vu, die Erinnerung an ähnliche Brüche, damals und gerade Ende 2007 auf der SZ waren sofort präsent; am Dienstag dieser Woche bei einem Blog im Freitag. Selbst als Kommentator oder gar Leserartikel-Schreiber bei der Zeit eher nicht so involviert, scheint mir dennoch die Community dort zumindest rudimentär bekannt. Mehr noch ist es der oft erkennbare, der beinahe penetrante, schon mal allwissende, schulmeisternde, politisch korrekte Eingriff der Moderation dort. "No way", aber Ok, wer das mag, fürsorglich belagert werden wollte, sich dabei gar noch und mindestens halbwegs heimelig fühlt im Chor der Hochintelligenz und anderer Eliten ...

Nun gibt es dort auf der Zeit offensichtlich ebenfalls eine sog. Qualitätsoffensive, ähnlich dem, was am 07.12.2007  die Community der SZ so sehr beglücken sollte. Die "normalen" Kommentare werden zwar wohl weiterhin unter den entsprechenden Eingriffen der Moderatoren zugelassen, aber richtig interessant und zukünftig hochwertig in der Qualität geht es bei den Blogs zu, dort auf der Zeit wohl "Leserartikel" genannt. Der eingangs verlinkte Beitrag macht die wesentliche Intention deutlich, die anschließende Diskussion dort auf dem Freitag erweitert verschiedene Aspekte bis hin zu rechtlichen, auch urheberrechtlichen Fragestellungen.

Selbst habe ich mich auch auf dem Freitag und dort im Blog nur relativ kurz beteiligt; was eben generell meine unterschwellige Philosophie reflektieren mag, nicht mit Hyperaktivität (oder gar noch in neuer Inkarnation, ähnlich einer schönen Hoffnung) die jeweilige Community beglücken, gar provozieren zu wollen. Die Basis bzw. die (meine) letzte Auffanglinie sollte dennoch deutlich geworden sein, und genau so ist der Link auf einen Beitrag von Bernd Graff  vom 07.12.2007 und eben dort in der SZ zu verstehen. Weil..., für mich haben derartige Aktionen wie damals auf der SZ (oder jetzt der Zeit) zwei primäre Handlungslinien oder auch Muster, die sich schon mal ergänzen. Zum einen sind es wohl schnöde Wirtschaftsinteressen in Verbindung mit dem plakativen, dem zu vermittelden Bild des jeweiligen Qualitätsmediums bei der zahlungswilligen Klientel; als Leser natürlich und mehr noch als Support via B2B. Zum anderen ist es wirklich der gefühlte, elitäre, der die Welt beglücken wollende "Auftrag", denen sich die maßgeblichen Macher wohl nach wie vor verpflichtet fühlen. Der diesbezügliche Text von Bernd Graff sollte genau diesen, den zweiten Aspekt mehr als deutlich machen.

Ok, es melden sich nun beim Freitag neue, ehemalige Schreiber der Zeit-Community an, weitere haben bereits länger schon einen Account, werden sich nun (auf dem Freitag) vielleicht etwas aktiver zeigen. Manche sind eine Bereicherung, andere erzeugen nach wenigen Sätzen den doch so bekannten Würgreiz; absolut subjektiv empfunden, versteht sich. Ansonsten, der bereits angekündigte Relaunch des Freitag lässt noch etwas auf sich warten, und das ist im Lichte der Ereignisse vielleicht auch gut so. Die Entwicklung und gerade in diesem Bereich des Web 2.0 ist absolut dynamisch, qualitativ und quantitativ in inhaltlicher, aber auch formal rechtlicher Hinsicht. Schlußendlich soll doch die betriebswirtschaftliche Seite ebenfalls "irgendwann" stimmen, aber das ist wohl ein etwas anderes Thema ...