6 Okt 2014

Susann Witt-Stahl und Moshe Zuckermann

Submitted by ebertus

Zwei Veranstaltungen, deren janusköpfige Seiten der gleichen Medaille sich gerade hierzulande möglicherweise erst auf den zweiten Blick wirklich erschließen.

14.10.2014:  Antifa heisst Luftangriff

Buchpremiere mit der Herausgeberin  Susann- Witt-Stahl

Antifaschismus heute ist zunehmend systemfromm und affirmativ – oftmals pure Ideologie. Mit marxistischer Analyse des Faschismus als terroristische Form bürgerlicher Herrschaft hat er immer weniger zu tun, meinen die
 Herausgeber des Bandes. Sie legen eine Sammlung von Streitschriften vor, die deutlich machen, was Antifaschismus nicht sein darf. Die zentrale These von Susann Witt-Stahl und Michael Sommer lautet: Antifaschismus droht zur Ode an die freie Marktwirtschaft zu verkommen. Er entwickelt sich zum Teil des Problems, nicht mehr der Lösung. Das ist eine ideologische Meisterleistung des Neoliberalismus.

 

17.10.2014:  Israels Schicksal

Buchpremiere mit dem Autor Moshe Zuckermann

Seine politischen Führer und Ideologen haben den Staat Israel an eine historische Weggabelung manövriert, von der nur Sackgassen auszugehen scheinen. Israel sieht sich vor eine Wahl gestellt, die ihm letztlich nur zwei Möglichkeiten offenhält: Es kann sich zur Lösung des Konflikts mit den Palästinensern für die Zwei-Staaten-Variante entscheiden, d. h. eine Friedenslösung zwischen zwei souveränen Staaten Israel und Palästina akzeptieren. Israel kann aber auch eine territoriale Teilung zwischen Israel und Palästina torpedieren. In diesem Fall muss es in Kauf nehmen, dass innerstaatlich eine binationale Struktur entsteht, die tendenziell zu jenem demographischen Zustand führt, bei dem die Juden zur Minderheit im eigenen Land werden. In einem solchen Fall könnte Israel einen Apartheid-Staat unterhalten oder einen binationalen Staat offiziell anvisieren...


Link zu den aktuellen Veranstaltungshinweisen

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Vielleicht noch wegen dieser zwei Seiten der Medaille...

Sowohl Susann Witt-Stahl als auch Moshe Zuckermann sind mir vom persönlichen Erleben, von Diskussionen her bekannt, fanden und finden die genannten Themenkomplexe immer wieder Eingang in diesbezügliche Blogtexte und Kommentare. Witt-Stahl lernte ich am Rande der diesjährigen Rosa Luxemburg Konferenz kennen und Zuckermann bereits 2013 während einer Veranstaltung in der JW-Ladengalerie.

Zu dem erstgenannten Buch, dem dort einleitenden Kapitel von Susann Witt-Stahl wurde  aus meiner Sicht hier bereits ein Blogtext verfasst. Dass man sich angesprochen, ja gar betroffen fühlen - und dann komplett vorbeiverstehen kann, dass bewies einmal mehr Peter Nowak in seiner Rezension eben des gleichen Buches.

Eine Variante dieser janusköpfigen neulinken Antifa 2.0,

einerseits als mittlerweile systemfromme Begrifflichkeit für jedwede Spiegelfechterei mit der ebenfalls staatsfromm unterwanderten rechten Szene zu stehen, eher den Proletarier denn den Arier zu jagen, dafür jedoch den Hayek und die Nato anzubeten, den neuen Kreuzrittern, diesen Weltordnungskriegern wider den Islam, den Russen, den Schurken insgesamt -und gar Arm in Arm mit den Großmedien- zuzujubeln;

andererseits unter angeblicher Sorge um das Judentum (nur dessen Beschneidungsrituale sollen da bitteschön nicht zu nahe kommen...) die Überidentifikation mit jedwedem bellizistischen, neokolonialen Handeln des Staates Israels zur Staatsräson zu erheben, ggf. und was eine entsprechende Diffamierung Andersdenkender betrifft, weit über das entsprechende Merkelpostulat hinaus.

Genau dieses schon erkennbar selbstmörderische Handeln Israels nimmt Moshe Zuckermann immer wieder ins Visier seiner Überlegungen, dürfte er ebenfalls ein sog. rotes Tuch für die neulinke Antifa 2.0 sein. In diesen Kreisen nennt man derartige Kritiker auch schon mal selbsthassende Juden, wo dann jedoch, wegen Zuckermanns entsprechender Religionszugehörigkeit lediglich eine gewisse Beisshemmung greift, man sich ganz antideutsch da lieber an einem gemeinen "Deutschen" aus dem Wanne-Eickel County abarbeitet; oder eben an Jebsen&Co.

 

Ok, beide Termine sind vorgemerkt und vielleicht findet sich gar noch der eine oder andere Freitagsblogger, die eine oder andere Freitagsbloggerin dort ein. Frühzeitiges Erscheinen ist (aus bereits mehrfacher Erfahrung gesprochen) dabei sehr angezeigt; wohl insbesondere zu diesen beiden Events.