24 Apr 2013

Medienkritik

Submitted by ebertus

Ein substantieller (Grillo)Text von "e2m" beim Freitag so finde ich, der über den Tenor dieser hierzulande subtil-suggestiven Berichterstattung zu Italien hinaus dann sehr grundsätzlich wird, was die sog. Qualitätsmedien, Leitmedien, deren Protagonisten und deren Botschaft betrifft.

Mehrfach war/ist das Thema auch hier im Blog auf der Agenda, von spöttisch bis ernst und natürlich kreist jedwedes Denken um die Möglichkeiten des Web. Dabei haben die Mächtigen, die fast alles Besitzenden und deren politische Marionetten die Gefahr längst erkannt. Von den formalrechtlichen Hürden (Leistungsschutzrecht etc.) über die immer lückenloser werdende Überwachung (Haushaltsabgabe etc.), die betriebswirtschaftliche Ausbremsung bzw. Verknappung der Netzressourcen (Netzneutralität), bis zur schlichten Diskreditierung und Kriminalisierung die Nutzer ist bereits beinahe "alles" dabei.  Alles, was blauäugig-bigott bezüglich einer freien Netznutzung an Einschränkungen, an Verboten, an Repression in den sog. Schurkenstaaten immer wieder gern beklagt wird.

Natürlich, die physische Existenz ist hierzulande nicht so direkt gefährdet, läuft Instrumentalisierung und bei Renitenz die Gefügigmachung primär über die Infragestellung der wirtschaftlichen und sozialen, sprich: gesellschaftlichen Existenz; und damit der Teilhabe, der Möglichkeit von Artikulation. Nur stößt auch dieser Mechanismus an seine Grenzen, wenn es für Kritik, für Kritiker immer weniger zu verlieren gibt. Wer den doch so alternativlosen Mainstream in Frage stellt, muss im einfachsten Falle und via der geballten Medienmacht als "Clown" etc. qualifiziert; oder dann eben doch physisch eingebremst werden. Für die zunehmende Anhängerschaft der "Clowns" gilt das in ähnlicher Weise, müssen sie eben immer mal via der Statuierung eines Exempels diszipliniert werden, kann überspitzt ausgedrückt selbst schnödes Luftholen bereits strafbewehrt, sanktionsbehaftet sein.

Abschließend sei noch auf einen Beitrag, ein Interview in der taz hingewiesen. Etwas launig zwar das Frage- und Antwortspiel, dennoch ebenfalls eine Facette des Hinterfragens , des Infragestellens. Nur wie es weiter geht, neu anfängt, dafür hat auch Constantin Seibt keine Lösung. So gibt es eben keinen Sachzwang, keine Setzungen, keine definierten Pfründe, gar Erbhöfe und Seibts Hinweis auf Hannah Arendt -in meinem Verständnis nicht nur ein Auftrag sondern ein Recht!- bedeutet zuerst einmal das mögliche, gar notwendige "Denken ohne Geländer":

"Ich halte es hier mit Hannah Arendt: Den Auftrag, einen neuen Anfang zu machen, hat jeder Mensch durch Geburt."

Für den ausnahmsweise

freundlichen Kommentar besten Dank. e2m (ohne Satzzeichen)