9 Nov 2013

9. November

Submitted by ebertus

Schade, diese Veranstaltung im Jüdischen Museum zu Berlin am 8. und 9. November 2013 hätte ich gern besucht; soweit mir rechtzeitig bekannt gewesen.

Leider bin ich erst am 7. November darauf gestoßen, und dann noch über einen gewaltigen, dennoch insgesamt bezeichnenden Umweg. Das nordamerikanisch-jüdische Blog Mondoweiss beschäftigt sich in einem schon irgendwie beklemmenden Beitrag mit dem Keynote-Speaker dieser Berliner Veranstaltung; mit Brian Klug.

Offensichtlich ein ganz schlimmer jüdischer Antisemit -wahlweise wenigstens ein Israelhasser- über den sogar ein McCarthyite-Dossier existiert. Klugs Vergehen? Das vieler kritischer jüdischer Intellektueller weltweit: Antisemitismus eben nicht mit Israelkritik gleichzusetzen. In meinen Worten, in meinem Verständnis hier in Kürze die drei mir relevant erscheinenden Aussagen bzw. Denkanstöße von Brian Klug:

1. Klug bezeichnet den angeblich neuen, diesen sog. sekundären Antisemitismus als Mythos, soweit er lediglich eine Israelkritik darüber diskreditieren, die Kritiker diffamieren wollte.

2. Klug stellt fest, dass die wachsende Israelfeindlichkeit (eben kein Antisemitismus) gerade in den arabischen Staaten aber möglicherweise auch weltweit nicht ohne den israelisch-palästinensischen Konflikt gesehen und verstanden werden kann.

3. Klug kritisiert den zentralen israelischen Anspruch, für alle Juden dieser Welt zu sprechen, deren spirituelles Center zu sein, weil ja gerade dieser Anspruch es dann indirekt gebietet, israelisch Handlungen eben nicht kritisieren zu dürfen.

Klug merkt schließlich an, dass dieser hate-speech seiner Kritiker und wie aus der Historie des Antisemitismus bekannt, früher oder später zu Gewaltakten führen kann, ja wird.

 

Nicht erst seit der Kontroverse um das New Yorker Brooklyn-College (siehe Butler/Barghouti) bekannt, so wird auch hier, gegenüber dem Jüdischen Museum gleich mal subtil und mit Hinweis auf die deutschen Steuerzahler die Keule der infrage zu stellenden Finanzierung geschwungen. Und dieser neue Antisemitismus namens "Israelkritik" scheint einem  Perpetuum Mobile nahe zu kommen, erzeugt er doch permanent und beinahe wie von selbst immer neue Antisemiten; weltweit...

In aller Kürze, wie geschrieben und gern der weiteren Vertiefung harrend. Schade eben, nicht dabei gewesen zu sein.