27 Aug 2014

Nordland 2014 / Start me up

Submitted by ebertus

Ab Anfang der 90er war Nordamerika für bald zwanzig Jahre der Weg und Ziel unserer Touren in die weite Welt. Heute darf es (für mich) wieder Europa sein.

Geschichte wiederholt sich, oder auch nicht. Das Wandeln auf bekannten Pfaden muss nicht falsch sein, aber immer wieder Neues (neu) entdecken, das gehört ebenfalls dazu. Hier und heute folgt nun der sehr persönliche Reload einer Tour Anfang der 1960er, damals mit einer Jugendreisegruppe mit dem schlichten Komfort von Jugendherbergen und Zeltplätzen; unterwegs mit Bahn und Bus. Ok, etwas mehr an Komfort darf es nun schon sein, wenngleich bei den Touren durch die USA und Kanada -zumindest im Sommer- das Zelt und die Rollmatte nebst Schlafsack oft dabei waren; häufig genutzt wurden.

Anstelle von Bus und Bahn ggf. dem Flugzeug ist der (eigene) PKW nun das Mittel der Wahl, habe ich heute alle Zeit der Welt und ansonsten ist eben der Weg das Ziel. Gerade Skandinavien steht -nach bald 50 Jahren- ganz vorn auf meiner Liste dessen, was (mal wieder) zu besuchen wäre. Und die Entfernungen können ähnlich weit werden, wie das so faszinierend in Nordamerika zu erleben war. Die Szenerie der Landschaft, gerade in Norwegen und Schweden sollte dem nahekommen,was nicht zuletzt Kanada zu bieten hat.

Den Anstoß für diese Überlegungen, die nun gerade in Vorbereitung befindliche Tour gab das Internet; hier auf der Website in einem anderen Blogtext bereits Anfang 2013 thematisiert. Die spontane Überlegung bezüglich einer derartigen Tour von mehr als 6.000 Kilometern wich dann -nach weiterer Recherche sowie mehreren Gesprächen mit Freunden- der eher pragmatischen Sicht, das Vorhaben erst mal in einer kleineren Variante zu realisieren. Dänemark, Südnorwegen und Südschweden mit gut 3.500 Kilometern sollten für das warming-up ausreichend sein, nicht zuletzt dem Erleben dahingehend, was (over all) die dortige Infrastruktur betrifft. Einerseits bevorzuge ich kleinere Unterkünfte (Bed&Breakfast), gern Zeltplätze mit den entsprechenden Hütten, aber andererseits sind nicht zuletzt altersbedingt gewisse Anforderungen abzudecken. Gemeinschaftliche sanitäre Einrichtungen dürfen es schon sein, aber zum Ausruhen, zum Schlafen wollte ich mich doch gern in einen separaten Raum zurück ziehen; ggf. im Zelt oder gar im Auto schlafen, lediglich die sonstige Infrastruktur des Campingplatzes nutzen.

Und natürlich das Internet. Im Gegensatz zu Deutschland mit seiner sog. Störerhaftung, dem Beschäftigungsprogramm für Rechtsanwälte ist in vielen anderen Ländern der freie, oft anonyme Zugang zum Internet (und gerade über WLan) grundsätzlich gegeben. In der Schweiz, in Östereich und Italien war dies in den letzten Jahren regelmäßig feststellen, höre ich dies gerade von Freunden, die aktuell in den USA unterwegs sind. Wie sieht es also nun in Skandinavien aus? Für den Einzelfall und anstelle von WLan auch via UMTS/HSDPA? Die Kosten für Handynutzung und Internet sind ja innerhalb der EU mittlerweile relativ moderat. Das also zu checken sollte bei diesem first look schon möglich sein.

Hier nun eine erste Grobplanung was die (kleine) Tour betrifft.

3.455 Kilometer meint Google-Maps und in der Realität, mit einigen Abstechern jenseits der vorab geplanten Strecke dürften es dann eher 4.000 werden. Als Zeitrahmen würde ich gut zwei Wochen ansetzen, jegliches Abkürzen oder auch Verlängern, Erweitern gern eingeschlossen. Gerade der Part in Schweden ist noch relativ offen, wollte ich einerseits die Schärenlandschaft nördlich von Göteborg besuchen, andererseits dann aber nicht unbedingt an der verkehrsreichen Küste des Öresund runterfahren. Und von Trelleborg aus könnte anstelle von Sassnitz auch Swinemünde in Polen das Ziel der Fährüberfahrt werden, je nach Tageszeit der Ankunft dann einschließlich einer Übernachtung im Motel AK1 in Ducherow; mir seit dem letzten Kurztrip an die Ostsee in angenehmer Erinnerung.

 

Now start me up...

Und es wird konkret, sind die ersten Termine, die erste Fähre und insgesamt drei Übernachtungen bereits gebucht. Los geht es am Sonntag, den 21.09. 2014 hoch nach Aalborg in Dänemark mit zwei Übernachtungen, ehe dann am Dienstag (23.09) die Fähre nach Norwegen auf dem Programm steht. Zugegeben, die Casa Corner scheint wohl schon etwas nobler, als Bead&Breakfast das andeuten. Nur ist Skandinavien und gerade was die Preise, die Kosten betrifft wohl eher mit der Schweiz zu vergleichen. 70 Euro für die Nacht incl. Frühstück scheinen (mir) daher nicht zuviel. Darunter gibt es dort kaum etwas, außer Camping-Hütten oder Männerschlafsaal mit ggf. Doppelstockbetten; letztere auch nicht (mehr) so mein Fall. Es ist eben der Auftakt für diese Tour und die nächste Übernachtung wird dann schon andere, bescheidenere Maßstäbe setzen. Soweit das Wetter mitspielt steht an dem Montag nordwestlich von Aalborg eine kleine Rundtour zur Küste an.

Am Dienstag (23.09) wartet dann die ebenfalls bereits gebuchte Fähre von Hirtshals nach Kristiansand. 62 Euro kostet an dem Termin die einfache Fahrt für PKW und Fahrer. Gut drei Stunden ist man unterwegs und nach der Ankunft gegen 15:30 sollte noch genug Zeit sein, das nächste Quartier in angemessener Abendzeit zu erreichen.

Und diese ebenfalls bereits gebuchte Übernachtung liegt bei Feda, etwas westlich davon befindet sich das Fosseland Vandrerhjem. Zu 43 Euro gibt es da eine kleine Kammer für mich allein, gar mit eigenem Bad und WLan ist ebenfalls verfügbar. Ok, die Sauna -soweit in Betrieb- werde ich dann auch gern nutzen. Mehr noch, falls das Wetter mitspielt, auch die Unterkunft angenehm und ggf. frei ist, so könnte es auch noch eine zweite Übernachtung werden. Eine kleine Tour nach Lindesnes, dem südlichsten Festlandspunkt von Norwegen sowie nach Farsund und Stave könnte interessant sein.

Danach, spätestens am nächsten Tag ist der Weg das Ziel...

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Vielleicht hier noch eine Anmerkung zu Booking.com, dem seit einigen Jahren von mir bevorzugt genutzten Portal, was allfällige Übernachtungsmöglichkeiten angeht. Gradlinig, übersichtlich, fully equipped und bislang ohne jeden Ausfall, was das dann Vorgefundene, das Erlebte betrifft. Natürlich, manche Unterkünfte buche ich traditionell privat, sind mir einige derer schon aus den Zeiten beruflicher Wanderungen bekannt. Für die aktuelle Tour (und ggf. folgende) habe ich mir den aktuellen ADAC-Campingführer besorgt. Schließlich sollte es auch ganz ohne Internet noch möglich sein, eine passende Unterkunft zu finden.

 

Nachtrag 30.08.2014:

Threema vs. WhatsApp. Nach den kürzlichen guten Erfahrungen während einer USA-Tour und was die Gruppenfunktion eines sog. Messengers betrifft, so soll diese Möglichkeit der Kommunikation auch auf der Nordland-Tour zum Einsatz kommen. WhatsApp hat einerseits den insgesamt größeren Anwenderkreis, ist jedoch andererseits mit Nachteilen behaftet, die aus meiner Sicht nicht notwendigerweise in Kauf zu nehmen sind und wo beispielsweise Threema deutlich mehr bietet. Im Familien- und Freundeskreis nutzen wir beide Messenger, kommt für die Nordland-Tour jedoch Threema zum Einsatz.

 

Nachtrag 09.09.2014:

Als erste, grobe Planung mögen hier nun die weiteren drei Abschnitte bzw. dann auch Übernachtungsmöglichkeiten genannt werden, wenn es ab dem Vandrerhjem in Fosseland weiter geht; wie bereits geschrieben, abhängig von den Umständen, gerade auch dem zu erwartenden Wetter. Natürlich, eine entsprechende Kleidung ist Pflicht, sind wir ja hier nicht im Süden und auch die Jahreszeit ist nicht mehr hochsommerlich.

Eine kleine Runde über Lindesnes, Farsund etc. darf es schon sein, ehe es dann etwas mehr in das Landesinnere geht, über Tonstad hoch in die Nähe des Preikestolen. Die rund 300 Kilometer Fahrstrecke und incl. Fährüberfahrt dürften wohl auch das gerade richtige Maß sein. Das Ziel des Tages, der dortige Campingplatz macht einen guten Eindruck, obwohl er nach der Beschreibung (auch im ADAC-Campingführer) keine Hütten bietet, ich vor die Wahl gestellt sein werde, dass Zelt aufzubauen oder im Auto zu schlafen. Und dann natürlich -zwei Übernachtungen, halbwegs gutes Wetter mal unterstellt- die Wanderung hoch zum Preikestolen auf dem Programm steht. Die angegebenen, insgesamt drei bis vier Stunden Wanderung sollte wohl zu schaffen sein.

Wenn das Vorgenannte gut überstanden ist, dann kann es weiter gehen, nach Vossewangen beispielsweise. Ebenfalls rund 300 Kilometer beträgt die auf der Straße zu bewältigende Distanz, wird die benötigte Zeit wegen der einzuplanenden Pausen und nicht zuletzt wegen der allfälligen Fährverbindung mit Sicherheit länger sein als diese bei Google-Maps angegebenen fünfeinhalb Stunden. Der von mir ausgesuchte Campingplatz bietet sogar Hütten; flächendeckend WLan wohl ebenfalls. Auch da wären möglicherweise zwei Übernachtungen einzuplanen, an dem Tag dazwischen die Wasserfälle zu erwandern.

Dann im nächsten Step kann der für diese Tour nördlichste Punkt erreicht werden, geht es hoch nach Andalsnes. Ok, dieser Abschnit ist etwas länger, ebenfalls und beinahe obligatorisch mit einer Fährüberfahrt verbunden. Das dürfte ein frühes Aufstehen, Aufbrechen in Vossewangen erfordern. Und dort bei Andalsnes scheint mir ein weiterer Campingplatz ebenfalls gut zu passen. Hütte, Zelt oder PKW, soweit die Auswahl besteht und der mitgeführte Schlafsack bietet (hoffentlich) auch eine entsprechende, die notwendige Dicke, sprich: Warmhaltung. Wenn das Wetter mitspielt dann sind hier ebenfalls zwei Übernachtungen möglich, sei eine mit Sicherheit schöne, aber wohl auch anstrengende Wanderung bei dieser alpinen Kulisse eingeschlossen.

 

Nachtrag 16.09.2014:

Es wird langsam ernst. Das Fahrzeug ist gecheckt, gewaschen und vollgetankt, das Konto für mein Aldi-Talk ebenfalls. So war ich im Frühjahr noch mit einem Surfpass der Telekom in der Schweiz und in Östereich unterwegs, habe mein dahingehendes Engagement dann auf die minimale Grundgebühr dieses alten Company-Vertrages reduziert und nutze bereits seit April primär ein Prepaid-Volumen (Aldi-300) für mein Dualsim-Handy; bin wegen der zwei gleichzeitig aktiven Sim-Karten jedoch über die alte T-Mobile Nummer weiter erreichbar. Mal schauen, wie das in Skandinavien so läuft.

Nachdem die Kühlbox während der letzten Tour an die Ostsee das Zeitliche gesegnet hat, so war eine Neuanschaffung fällig. Ist heute gerade gekommen, eine Severin 2921 zu rund 70 Euro. Etwas teurer zwar als die letzte, dafür jedoch -gleich mal getestet- wesentlich leiser während des Betriebes.

Die Kamera nebst Reserveakku ist ebenfalls geprüft, neben der primären Speicherkarte (32GB) gehen noch zwei 16GB-Karten mit auf die Reise. Und natürlich das Notebook, ein zehn Jahre altes Thinkpad T42, dem ich Anfang des Jahres durch eine SSD mit 128GB zusätzliches Leben eingehaucht habe. Man bedenke, 2004 kam das Gerät mit 512 MB Hauptspeicher und einer 40GB Harddisk, war im Firmenumfeld Stand der Technik. Und läuft seit einigen Jahren bereits mit zwei GB Hauptspeicher unter Windows 7 recht flüssig, lediglich die Grafikperformance ist nicht mehr zeitgemäß. Die HD-Videos der Kamera kann das Teil nicht anzeigen. Aber das ist nicht wirklich tragisch, zum Surfen und Mailen, gerade im WLan reicht es allemal und außerdem als Backup für die Speicherkarten der Kamera. Videogucken und Bearbeitung erfolgt nach der Rückkehr.

 

Nachtrag 20.09.2014:

Die Campingutensilien sind sortiert, Schlafsack, Rollmatte und natürlich das Zelt. Etwas (ältere) Bettwäche ebenfalls, schließlich ist das für die Campinghütten und Wandererheime mitzubringen; machmal natürlich auch gegen Gebühr dort zu leihen. Insgesamt und was die Infrastruktur betrifft so haben wir ja bereits Nachsaison; sind eben diese Strukturen wohl nicht mehr überall sicher gestellt. Einiges an Geschirr steht ebenso bereit wie ein gewisser Notvorrat an Lebensmitteln und Getränken. Vollkornflakes habe ich gerade diese Tage mal wieder probiert, dazu einige Packungen H-Milch im portionsgerechten 0,5 Liter Format besorgt. Etwas warme Kleidung ist natürlich ebenfalls einzupacken, schließlich soll es schon relativ hoch hinaus gehen.

So, nun kann es morgen in der Früh' losgehen.
 

Lankwitz...

...- nicht zu verwechseln mit einem kleinen gallischen Dorf- lässt dich grüßen; es wird sogar gemunkelt, Ebertus hätte vergessen,sein Schweißband für die Stirn einzupacken, um größere körperliche Anstrengungen auf seiner Nordland-Tour zu vermeiden,sportive Menschen hingegen können das kaum so stehen lassen.

Immerhin scheinst Du ja an alles gedacht zu haben, die Sponti-Zeiten sind auch schon lange passee in Deinem fortgeschrittenen Alter. Hoffentlich hast Du dich im hohen Norden nicht erkältet und erlebst die Natur in der Pracht, wie Du sie dir vorgestellt hast.

Wo du zur Zeit "gestrandet" bist - ich weiß es nicht - aber der Mittelpunkt Deines Daseins scheint von der Tour-Planung ein Berliner Ortsteil zu sein,ich habe ihn noch nie so hervorgehoben gesehen. Du befindest dich dabei nolens volens in seltener Affinität zu G.Grass, der seine Heimatstadt Danzig in den Mittelpunkt stellt und immer über Politik orakelt.

Okay, Boy, okay, das war jetzt ein bisschen daneben - ich weiß ja: Dein Weg ist das Ziel und das Ziel ist Dein Weg,frei nach dem Motto: "Ein bisschen Spaß muss sein".
In diesem Sinne verfahre Dich nicht und laufe bald wieder in den Lankwitzer Hafen in alter Frische ein!

Martin P.

Gestrandet?

No way, fast alles unter Kontrolle. Tvinde Camping (oben im Text schon mal verlinkt) ist der aktuelle Strand. Habe mir hier und direkt an diesem Wasserfall eine Hütte (notwendiges Relaxing wegen der letzten Nacht im Zelt) für eine Übernachtung gemietet. Morgen geht es weiter und wahrscheinlich noch etwas nördlicher, bis Andalsnes.

Ok, der Wasserfall brummt ganz schön, werde da wohl etwas Ohrenschutz für den geruhsamen Schlaf einsetzen.

Und Internet, wie zu bemerken, gibt es hier ebenfalls...

Grüße, Bernd

 

Jenseits Fosseland

Mit dem Nachtrag vom 09.09.2014 zu obigem Text wurde nun die Grobplanung etwas erweitert, hoch bis zum möglicherweise nördlichsten Punkt der Tour.

Norwegen Tour

Hallo, hier bin ich - Tao Traveller,

sehr schoene Rute!

Darf ich was dazu sagen? Ich tue es einfach!

Ich persoenlich wuerde Schweden auslassen. Es faellt im Vergleich zu Norwegen massiv ab. Ich wuerde dafuer den Sued-Osten (z.B. Rondane!)von Norwegen bereisen und ueber Oslo wieder zurueckreisen. Schoene Schiffstour.

Aber, wenn Sie sich schon festgelegt habe, bleibt es doch eine schoene Rute!

Cheers!

Tao Traveller

Bin da sehr flexibel

Momentan und jenseits des bereits Geschriebenen, den Wanderheim bei Feda/Fosseland habe ich mir aktuell einen Campingplatz nahe dem Preikestolen ausgeguckt. Werde dazu hier in den nächsten Tagen noch etwas einstellen.