Zeitoun - Ambivalenz als Credo

Was bleibt an Resümee, an Zusammenfassung nach vier Blogbeiträgen über "Zeitoun", dem Buch von Dave Eggers? Bezüglich dem "Wir lesen Zeitoun" ist eine relativ geringe Resonanz zu konstatieren. Nur einer der teilnehmenden Freitagsblogger wollte, konnte sich in den letzten Wochen bis zum Ende, einer Zusammenfassung durchringen. Nun möge meine Wenigkeit der zweite sein.

Zauberleerlinge

Nein, kein Tipfehler, kein Nichtwissen, nicht mal wirklich Ironie. Die kleinen Männlein dort im Angesicht der Apokalypse, mit ihrem Spielzeug-Equipment, ihrer Ausrüstung für das Bauen und Unterhalten von Sandburgen, dem Löschen von Zimmerbränden vielleicht, sie sind die (unfreiwilligen?), virtuellen Helden, schlußendlich auch noch selbst Schuld, wenn ihnen real etwas zustößt.

Zeitoun - Guantanamo für Leistungsträger

Natürlich gibt es  bei dieser ersten, provisorischen Haftanstalt, dem "Camp Greyhound" am Busterminal von New Orleans gewisse Parallelen. Unübersehbar ist nicht nur die geschilderte Optik, der im Grunde rechtlose Zustand, die Behandlung der Gefangenen durch die "nur ihrer Pflicht" verbundenen, staatlichen Instanzen und Individuen. Ja, es ist darüber hinaus auch die gefühlte Hilflosigkeit der - im konkreten Fall - unschuldig Internierten.

Zeitoun - Ruhe vor dem Sturm / Into the Wild

Im Grunde sollte es "Ruhe nach dem Sturm" lauten, und dahingehend "vor" einer Realisierung der Folgen. Ein wohl sehr menschlicher Wesenszug, denn nach einem Ereignis von brachialer Gewalt folgt die Schockstarre, dann die Hoffnung; oder das Erschrecken ob der erkennbaren Weiterungen; schlimmer vielleicht, als das zugrunde liegende Geschehen selbst. Die Dramaturgie von Dave Eggers folgt exakt diesem schicksalshaften Schema, stellt auch im Kontext der ablaufenden Ereignisse keine Fragen.

Zeitoun - Joe der Klempner

In der ersten Klasse überlebt es sich länger, angenehmer auf jeden Fall. Wenn die Apokalypse naht, sind Plätze in der Arche gefragt. Und keiner - niemand - sollte sich auch nur die geringste Hoffnung machen, der Illusion hingeben, dass diese wenigen Plätze nach irgendeinem Zufallsprinzip vergeben werden. Gewiss ist das nicht so tröstlich, widerspricht es doch auch diesem "Amerikanischen Traum", von dem u.a. nun die Rede sein soll.

Menschenopfer

Ein Beitrag in der Frankfurter Rundschau, der scheinbar plakativ, nur wenig distanziert, fast philosophisch daher kommt. Dennoch werden viele, beinahe alle Aspekte der ablaufenden, der wohl unaufhaltsamen Apokalypse konkret benannt oder zumindest gestreift; es werden Hintergründe beleuchtet, dem Weiterdenken anheim gestellt.

Zeitoun - Der Emofaktor

Was macht den Reiz derartiger Dokumentationen, dieser Realitätsromane aus? Das Ereignis selbst, auch wenn  es sich um ein prägendes, ein außergewöhnliches, ein weltweit bekannt gewordenes Ereignis handelt wohl eher nicht. Das Geschehen liegt bei Erscheinen der literarischen Aufarbeitung in der Regel bereits mehr oder weniger weit zurück, die Ursachen und Abläufe sind benannt, die regionalen und ggf. überregionalen Bedeutungen diskutiert, die Lehren - zumindest vordergründig - sind gezogen. Der Reiz, die Spannung, die Faszination, das sind die Figuren, Menschen wie Du und ich - halbwegs...

Am Katzentisch

Heribert Prantl ist - und im krassen Gegensatz zu dem beinahe regelmäßig Würgreiz erzeugenden Marc Beise - einer der Wenigen, die man auf der Sueddeutschen noch lesen kann. Im vorliegenden Fall ist sein Kommentar streckenweise zwar ähnlich dröge wie das Ereignis selbst, aber gerade deshalb wird er (Prantl und sein Kommentar) diesem Ereignis mehr als gerecht.

FC Leseprojekt: Zeitoun


Bild: Bernd Ebert

Wir lesen "Zeitoun" ist/war ein Leseprojekt in der Freitagscommunity.

Dieses Bild möge den Beitrag und die damit einhergehende Thematik lediglich optisch noch etwas ergänzen.

Es zeigt die Strände östlich von New Orleans im Frühjahr 2004, also im Jahr vor Katrina. Wie es heute dort aussieht, das ist mir nicht bekannt, war doch die gesamte Küste zwischen New Orleans und Florida (unsere Route damals) gut ein Jahr später von diesem zerstörerischen Wirbelsturm betroffen.

Da geht noch was!

H4 oder Aids etc. Erkennen, Stigmatisieren, Sanktionieren...

Das ist schon ein wirkliches Problem, Alkohol und Zigaretten wurden bereits gestrichen, die Kosten für Glücksspiele waren wohl "noch nie" in den sog. Transferleistungen für die clementschen Schmarotzer enthalten. Aber..., der gemeine Harzer ist immer noch voll geschäftsfähig. Wie soll der (mal unterstellt) verantwortungsvolle, staatstragende Unternehmer nun diese Einschränkung, "diesen Makel" aber ansonsten erkennen; bei Barzahlung, Vorkasse beispielsweise?

Kindersoldaten?

OK, der Gutte, der bereits offen (und unbelangt) als Betrüger bezeichnet wurde ist erst mal weg, die Unionierten in der Mehrzahl und allen voran die Kanzlerin haben gezeigt, wessen Geistes Kind sie im Grunde sind und das Dreamteam (Spiegel/Bildzeitung) ist ebenfalls lädiert. Die Opposition darf freudig hampeln, hat sie doch wirklich keinerlei Verdienst an dieser Entwicklung. Und wie nun weiter?

Schlossparktheater

Bildmontage: Programmheft

Das Schloßparktheater ist ein traditionsreiches kleines Theater im Ortsteil Steglitz von Berlin.

Dieter (Didi) Hallervorden - und hier im wohl klassisch-positiven Sinne von Public-Private-Partnership - investierte erhebliche eigene Mittel und brachte das brach liegende, kulturelle Kleinod zu neuer Blüte.

 

 

 

 

 


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