Piraten und andere Minderheiten


Bild: Bernd Ebert

Die Berliner Wahlen sind vorbei, die Piraten mit beinahe sensationeller Stimmenzahl in das Abgeordnetenhaus und in diverse Bezirksvertretungen gewählt.

Nicht dass die CDU geschockt wäre, oder die FDP weniger Stimmen bekommt als eine Rechtspartei; nein, die etablierten Bürgerversteher von der SPD über die Grünen bis hin zu den Linken sind schockiert, schicken die medialen Wadenbeisser an die Front der veröffentlichten Meinung.

Links überholen

Was ist los mit den Wertkonservativen, den medialen Eliten? Unisono eine Kapitalismuskritik auf bislang nicht gekanntem Niveau. Wobei sich alle Wertkonservativen einerseits in einer sehr realistischen Zustandsbeschreibung ergehen, die Geister aus der Gruft nun wohl "richtig" verorten, aber andererseits nicht dem Ansatz einer möglichen Lösung nähertreten wollten. Nachdenken über die Zukunft steht sehr schnell unter Generalverdacht; und mit der vor Monaten schwer gescholtenen Gesine Lötzsch wollte man sich doch nicht so schnell gemein machen, oder?

Klassenjustiz ?

Nun fand ich, wie bereits anderweitig geschrieben,  den JW-Abdruck eines Textes von Inge Viett weder erhellend noch zielführend, keinesfalls zustimmungsfähig und dass er bei mir "die Bereitschaft gefördert habe, die verfassungsgemäße Ordnung und das friedliche Zusammenleben der Bevölkerung zu untergraben" kann ich ebenfalls nicht sehen oder gar bestätigen.

Biker in Denver


Bild: Bernd Ebert

Selbst kein Biker, so habe ich grundsätzlich eher Angst und bin zuletzt als sehr junger Mann mal (mit)gefahren. Kürzlich, während einer kleinen Geburtstagsfeier im Freundeskreis erzählte mir eine  ebenfalls nicht mehr ganz junge Frau (wir hatten uns lange nicht gesehen), dass sie jetzt den Motorrad-Führerschein macht und sich dann eine "richtige" Maschine kaufen wollte.

Das fand ich interessant und es zeugt von gewissem Selbstbewußtsein, dem sich nicht "hinten drauf" einer/einem Anderen auszuliefern, sondern selbst zu agieren.

Gymnasialer Event

Nun wusste schon Charles Wright Mills, dass die "White collars" eine wesentlich substantiellere Kriminalität generieren als alles, was Welfare-Queens und andere Sozialschmarotzer so anstellen können. No mercy, keine Gnade! Wer Eventmanager für eine Abi-Feier beschäftigt, braucht nun nicht um Spenden bitten, wenn es mit dem Outsourcen nicht so toll geklappt hat.

Vom Durchhalten

Die letzten Tage des Mai 2011 war geprägt vom Kämpfen und Sterben in Afghanistan. Sinnlos, wie von Beginn an, aber immer den schlußendlichen Sieg vor Augen, weil man sich ja auf der richtigen Seite wähnt. Die zweite Maihälfte war ebenfalls geprägt von dem regierungsamtlichen Postulat, zukünftig noch intensiver und in jedem Falle weltweit die eigenen (Wirtschafts)interessen mit jeder dazu notwendigen, militärischen Gewalt durchsetzen zu wollen.

Jenseits der Trauer

Freude ist in Zusammenhang mit dem Tod von Menschen keine Reaktion, welche der Ethik, der christlich-abendländischen Leitkultur innewohnt, selbst wenn diese Freude von einer führenden, politischen Repräsentantin erst kürzlich und sehr selektiv artikuliert wurde. Das anschließende Erkennen eines Parteifreundes auf "Mittelalter", ob dieser Äußerung sei die eher angemessene Antwort und sittlich gebotene Verortung derartiger "Freude".

Florida-Rolf, jetzt in Athen?

Die Rettung der Erde kann warten, Krankheiten, Elend, Hungersnöte ebenfalls. Und Schuld sind einmal mehr die Schmarotzer, hierzulande bereits von einem SPD-Granden sehr plakativ erkannt. Kein Wunder also, wenn das in Griechenland ähnlich, vielleicht noch viel schlimmer ist. Da ging und geht also unser gutes Geld dahin, sollten wir nun gerade hinter Regierung, Industrie und Banken zusammen stehen; sagen die staatstragenden, die hofberichterstattenden Medien.

Water is an old friend ...


 Bildmontage: Bernd Ebert

Nachdem das Zeitoun-Projekt auf dem Freitag nun begraben wurde, das "Portlet" verschwunden ist, so wäre die aktuelle Entwicklung dort für den Autor des Buches, für Dave Eggers eine neue Herausforderung. Zwei Artikel in der NYT lassen Spielraum für Rückblick und Ausblick, teilweise eine etwas andere Art der Berichterstattung, als es hierzulande die Medien leisten.

Ich wünsche nicht gezählt zu werden

Der Titel zum Blog, frei nach einem Text anläßlich der Volkszählung von 1987, dem Jahr der letzten, großen Ausforschung; und damals noch mit den Grünen auf der "richtigen" Seite der Barrikade. Der Autor: Hoimar v. Ditfurth und es lohnt sich, diesen Text heute, nach Jahrzehnten wieder neu zu lesen, zu verinnerlichen. Die Technik ist vorangeschritten, die ganz große Keule der Einschüchterung, der Disziplinierung wird aktuell nicht geschwungen, die eh' schon vorhandenen Daten weitgehend und bestenfalls "konsolidiert". Schöne, neue Welt also, oder?

Kontrastprogramm

Während der hofberichterstattende, der gehirnwaschende, der mediale Mainstream zwischen den Nachwirkungen einer Hochzeit und der weiterhin und aktuellen terroristischen Bedrohung oszilliert (erwartbar verdrängt durch Opium in Form von rundem Leder) so geht die taz ganz andere Wege; und nicht zuletzt bei den vergangenen Castortransporten bereits erlebt. Halbwegs überrascht - zugegeben.

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