Katrina

Water is an old friend ...


 Bildmontage: Bernd Ebert

Nachdem das Zeitoun-Projekt auf dem Freitag nun begraben wurde, das "Portlet" verschwunden ist, so wäre die aktuelle Entwicklung dort für den Autor des Buches, für Dave Eggers eine neue Herausforderung. Zwei Artikel in der NYT lassen Spielraum für Rückblick und Ausblick, teilweise eine etwas andere Art der Berichterstattung, als es hierzulande die Medien leisten.

Zeitoun - Ambivalenz als Credo

Was bleibt an Resümee, an Zusammenfassung nach vier Blogbeiträgen über "Zeitoun", dem Buch von Dave Eggers? Bezüglich dem "Wir lesen Zeitoun" ist eine relativ geringe Resonanz zu konstatieren. Nur einer der teilnehmenden Freitagsblogger wollte, konnte sich in den letzten Wochen bis zum Ende, einer Zusammenfassung durchringen. Nun möge meine Wenigkeit der zweite sein.

Zeitoun - Guantanamo für Leistungsträger

Natürlich gibt es  bei dieser ersten, provisorischen Haftanstalt, dem "Camp Greyhound" am Busterminal von New Orleans gewisse Parallelen. Unübersehbar ist nicht nur die geschilderte Optik, der im Grunde rechtlose Zustand, die Behandlung der Gefangenen durch die "nur ihrer Pflicht" verbundenen, staatlichen Instanzen und Individuen. Ja, es ist darüber hinaus auch die gefühlte Hilflosigkeit der - im konkreten Fall - unschuldig Internierten.

Zeitoun - Ruhe vor dem Sturm / Into the Wild

Im Grunde sollte es "Ruhe nach dem Sturm" lauten, und dahingehend "vor" einer Realisierung der Folgen. Ein wohl sehr menschlicher Wesenszug, denn nach einem Ereignis von brachialer Gewalt folgt die Schockstarre, dann die Hoffnung; oder das Erschrecken ob der erkennbaren Weiterungen; schlimmer vielleicht, als das zugrunde liegende Geschehen selbst. Die Dramaturgie von Dave Eggers folgt exakt diesem schicksalshaften Schema, stellt auch im Kontext der ablaufenden Ereignisse keine Fragen.

Zeitoun - Joe der Klempner

In der ersten Klasse überlebt es sich länger, angenehmer auf jeden Fall. Wenn die Apokalypse naht, sind Plätze in der Arche gefragt. Und keiner - niemand - sollte sich auch nur die geringste Hoffnung machen, der Illusion hingeben, dass diese wenigen Plätze nach irgendeinem Zufallsprinzip vergeben werden. Gewiss ist das nicht so tröstlich, widerspricht es doch auch diesem "Amerikanischen Traum", von dem u.a. nun die Rede sein soll.

Zeitoun - Der Emofaktor

Was macht den Reiz derartiger Dokumentationen, dieser Realitätsromane aus? Das Ereignis selbst, auch wenn  es sich um ein prägendes, ein außergewöhnliches, ein weltweit bekannt gewordenes Ereignis handelt wohl eher nicht. Das Geschehen liegt bei Erscheinen der literarischen Aufarbeitung in der Regel bereits mehr oder weniger weit zurück, die Ursachen und Abläufe sind benannt, die regionalen und ggf. überregionalen Bedeutungen diskutiert, die Lehren - zumindest vordergründig - sind gezogen. Der Reiz, die Spannung, die Faszination, das sind die Figuren, Menschen wie Du und ich - halbwegs...

FC Leseprojekt: Zeitoun


Bild: Bernd Ebert

Wir lesen "Zeitoun" ist/war ein Leseprojekt in der Freitagscommunity.

Dieses Bild möge den Beitrag und die damit einhergehende Thematik lediglich optisch noch etwas ergänzen.

Es zeigt die Strände östlich von New Orleans im Frühjahr 2004, also im Jahr vor Katrina. Wie es heute dort aussieht, das ist mir nicht bekannt, war doch die gesamte Küste zwischen New Orleans und Florida (unsere Route damals) gut ein Jahr später von diesem zerstörerischen Wirbelsturm betroffen.

Wir lesen "Zeitoun"

Bild: Bernd Ebert

Die Redaktion der Wochenzeitung derFreitag wird mir in diesen Tagen das beinahe erste Exemplar einer sehr persönlichen, einer tragischen Dokumentation über den Wirbelsturm "Katrina", über das Schicksal einer Familie dort in New Orleans zur Verfügung stellen.

Meine "Gegenleistung" und die einiger anderer Mitglieder der Freitagscommunity wird im Lesen, in einer gewissen, damit einhergehenden Rezension und natürlich in der Kommentierung bestehen.

Ein spannendes, kleines Projekt, an dem ich gern teilnehme.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Remember New Orleans

Bild: Bernd Ebert

Wir waren 2004 kurz nach Mardi Gras in New Orleans, haben für mehrere Tage etwas außerhalb in einem Motel6 gewohnt. Die Innenstadt - natürlich auch die Bourbon Street etc. - waren das primäre Ziel; sowohl tagsüber als auch einmal am Abend.

Für das Umland, für die weiten Strände, die Sümpfe, die Fauna und Flora nahmen wir uns natürlich ebenfalls entsprechend Zeit.